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Potsdam-Mittelmark Für Menschen ungefährlich: Insektizid soll die Raupen mit den fiesen Brennhaaren abtöten
Lokales Potsdam-Mittelmark Für Menschen ungefährlich: Insektizid soll die Raupen mit den fiesen Brennhaaren abtöten
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17:18 30.04.2020
Im Mai werden an Alleebäumen im Landkreis die Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft. Quelle: Uwe Klemens
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Mittelmark

Wenn sich in den nächsten Maitagen Menschen in Schutzanzügen an Straßenbäumen zu schaffen machen, hat das nichts mit Corona zu tun. Bekämpft wird dann zwischen Havelland und Fläming kein Virus, sondern der Nachwuchs des Eichenprozessionsspinners. Nur wenige Tage bleiben den Einsatztrupps Zeit, um die jungen Raupen mit dem biologischen Insektizid „Forey ES“ abzutöten.

Für Menschen nicht gefährlich

„Dieses Insektizid ist ein in der Natur vorkommendes Bakterium, welches in aufbereiteter Form in einer wässrigen Lösung ausgebracht wird. Für andere Insekten und für den Menschen ist das Mittel nicht gefährlich“, stellt Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen gegenüber der MAZ klar. Bei trockenem Wetter nehmen Spezialfirmen im Auftrag des Landesbetriebes die Ausbringung des Insektizides an Straßenbäumen entlang von Landes- und Bundesstraßen vor. Und zwar ausschließlich vom Boden aus.

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Die Raupennester sind an den weißen Gespinsten zu erkennen. Quelle: MAZ

Wegen der in dieser Woche beginnenden Bekämpfungsmaßnahmen müssen Verkehrsteilnehmer mit Behinderungen auf zahlreichen Verbindungen rechnen. Von dem Schädling befallene Eichen stehen zum Beispiel entlang der Bundesstraße 107 zwischen Wiesenburg und Dippmannsdorf. Gespritzt wird auch an der Bundesstraße 246 von Beelitz bis Reetzerhütten. Unterwegs sind die Spezialfirmen in der Ortslage Treuenbrietzen sowie auf der L 84 zwischen Rädigke und Jeserig.

Zahlreiche Eichen betroffen

Auch im Altkreis Brandenburg machen die Raupen des Eichenprozessionsspinners mobil. Bekämpfungen finden zum Beispiel in der Ortslage Groß Kreutz, zwischen Lehnin und Emstal, zwischen Brandenburg und Fohrde sowie von Ziesar bis nach Paplitz statt, um nur einige Straßen zu nennen. Betroffen sind zahlreiche Eichen zwischen Premnitz und Mögelin, zwischen Nennhausen und Stechow sowie entlang der Bundesstraße 5 zwischen Berge und Ribbeck.

Bäume können absterben

Die Raupen sind deshalb so gefährlich, weil es zum Kahlfraß ganzer Bäume kommen kann. Die ohnehin durch die Trockenheit gefährdeten Eichen könnten absterben. Bei Menschen können die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners allergische Reaktion hervorrufen. Die Bekämpfung der Raupen soll bis zum 20. Mai andauern.

Von Frank Bürstenbinder