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Potsdam-Mittelmark Innenminister will Ehrenamt Feuerwehr stärken
Lokales Potsdam-Mittelmark Innenminister will Ehrenamt Feuerwehr stärken
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17:24 25.01.2018
Tragischer Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr in Kloster Lehnin: Anfang September wurden zwei Kameraden im Einsatz getötet. Quelle: Morris Pudwell
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Linthe

Wenn werktags in der Gemeinde Linthe die Sirene ertönt, kommt es vor, dass im Einsatzauto der freiwilligen Feuerwehr Plätze unbesetzt bleiben. Längst nicht immer können die Retter in voller Mannschaftsstärke ausrücken. Immer häufiger ist die Tagesbereitschaft für die freiwilligen Kameraden nicht mehr leistbar. „Das liegt nicht nur an den beruflichen Verpflichtungen, sondern auch an der Anzahl der aktiven, ausgebildeten Kameraden“, sagt Melanie Balzer vom SPD-Ortsverein Linthe.

Ausbildungszeiten an der Feuerwehrschule

Zwar gebe interessierte Bürger, die gern bei der freiwilligen Feuerwehr mitwirken würden. Diese waren aber bislang von den langen Ausbildungszeiten an der Feuerwehrschule in Eisenhüttenstadt abgeschreckt.

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Probleme dieser Art trugen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Linthe und Deutsch Bork jetzt dem brandenburgischen Innenminister, Karl-Heinz Schröter (SPD), vor. Er folgte einer Einladung des SPD-Ortsvereins Linthe, der zu den zweiten Linther Gesprächen eingeladen hatte. Dabei ging es im fast privaten Rahmen um die Themen Brandschutz, Kriminalität und Sicherheit, wie Balzer mitteilt.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ist bei einer fast privaten Gesprächsrunde des SPD-Ortsvereins Linthe mit den Problemen der Feuerwehrleute konfrontiert worden. Quelle: privat

Schröter habe Verständnis für die Sorgen der Kameraden gezeigt und umfassende Neuerungen angekündigt. Demnach erarbeite das Innenministerium in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband Vorschläge, um das Ehrenamt Feuerwehr abzusichern und attraktiver zu gestalten. Möglich wäre es laut Schröter, die Tagesbereitschaft durch hauptamtliche Kräfte in Stützpunktfeuerwehren zu unterstützen.

Auch könnten die Ausbildungsdurchgänge künftig nicht mehr nur zentrale in Eisenhüttenstadt, sondern direkt in jedem Landkreis angeboten werden. So würden lange Fahrwege für die Ehrenamtler entfallen, zitiert Balzer den Innenminister. Außerdem könnte in die Ausbildung kommunaler Verwaltungsmitarbeiter eine Truppmann-Ausbildung integriert werden, um die Tagesbereitschaft vor Ort zu verbessern.

Bonuszahlungen für aktive Kameraden

Derzeit werde zudem über Bonuszahlungen für aktive Kameraden nachgedacht, die mit den bereits üblichen Ehrungen zu runden Jubiläen ausgezahlt werden könnten, kündigte Schröter an. „Für ein Auto werden solche Bonuszahlungen zwar nicht reichen“, sagte der Minister. Und: „Aber ein richtig gutes Rad sollte schon drin sein.“ Der Brandenburgische Innenminister dankte den Feuerwehrleuten für ihre Einsatzbereitschaft. Ihr Ehrenamt sei ein besonderes. „Es ist ein Ehrenamt unter vielen, aber es ist das einzige, dass eine kommunale Pflichtaufgabe erfüllt“, sagte der Minister in Linthe.

Die Besucher erfuhren bei dem Termin auch, dass der Ort im Amt Brück Kriminalitätsschwerpunkt ist. „Die Autobahn ist Fluch und Segen zugleich“, sagte Schröter. „Für Einbrecher liegt der Ort ideal. Sie kommen schnell her und sind schnell wieder weg.“ Balzer zufolge riet Schröter zu Vorsichtsmaßnahmen: „Es hat sich gezeigt, dass neben einem frei einsehbaren Grundstück, viel Licht und einem Hund auch eine aufmerksame Nachbarschaft hilft, Einbrecher abzuschrecken.“

Von Melanie Balzer