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Potsdam-Mittelmark Dreiradtreffen in Stücken
Lokales Potsdam-Mittelmark Dreiradtreffen in Stücken
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00:25 09.06.2019
Der Stückener Sandy Maschke mit seinem Tempo-Dreirad, mit dem einst der Uropa die Obsternte nach Werder und Potsdam gefahren hat. Quelle: Jens Steglich
Stücken

Manchmal sind es die Kleinen, die große Dinge anstoßen. Für Stücken ist es jedenfalls ein großes Ding, das 31. Internationale Dreiradtreffen auszurichten. Im Ort werden vom 14. bis 16. Juni Dreirad-Freunde aus der ganzen Republik erwartet. Wobei hier nicht die Dreiräder der Jüngsten gemeint sind. Auffahren werden 43 motorisierte Dreiräder aus Groß- und Urgroßvaters Zeiten. Die meisten der Oldtimer sind in den 1940er und 1950er Jahre hergestellt und von Handwerkern und Obstzüchtern als Transportmittel genutzt worden.

Der Sohn rief: „Wir möchten auch mal.“

Wie das Dreiradtreffen nach Stücken kommt, ist eine lange Geschichte. Die Kurzversion geht so: Stückens Dreirad-Fans Sandy Maschke und sein Sohn Finley sind beim 29. Dreiradtreffen in Freiberg (Sachsen) dabei, als dort der nächste Ausrichter für 2018 ermittelt wird. Den Zuschlag erhält Calbe an der Saale und danach wird noch die Frage in die Runde geworfen, wer 2019 das Treffen ausrichtet. „Da rief mein Sohn: ,Wir möchten auch mal’“, erzählt der Vater. Der Sohn ist gerade mal neun Jahre alt, sein Anspruch aber hat Gewicht. Ein Jahr später, 2018, wird tatsächlich Stücken zum nächsten Austragungsort bestimmt. So kommt es nun, dass sich 68 Leute aus der Republik mit 43 Dreirädern auf den Weg ins kleine Dorf machen. Es wären noch ein paar mehr gekommen, aber Österreichs Dreirad-Fans fahren zu einem Kleinwagentreffen, das zur gleichen Zeit im eigenen Land stattfindet. So fehlt dieses Mal die staatenübergreifende Note beim 31. Internationalen Dreiradtreffen.

Ein Foto von einem Dreiradtreffen, das in Magdeburg stattfand. Für jedes Jahr wird ein neuer Austragungsort bestimmt. Quelle: Jens Steglich

Für Stücken und Oldie-Fans wird es dennoch ein Ereignis, zu dem Besucher willkommen sind. Für Teilnehmer des Treffens gibt es klare Vorgaben, die Organisator Sandy Maschke so formuliert: „Wer mit einem Fahrzeug mit vier Rädern kommt, muss entweder ein Rad abschrauben oder wieder nach Hause fahren.“ Schließlich ist es ein Dreiradtreffen. Maschke ist seit 2012 bei jedem Treffen dabei. Um die Organisation des 31. Treffens in Stücken stemmen zu können, hat er Feuerwehr, Heimatverein und den 11-Uhr-11-Club mit ins Boot geholt. Und die Familie, „die am meisten darunter leiden muss“. Leiden? „Der Organisationsaufwand ist groß. Ohne Hilfe wäre es nicht gegangen“, sagt Maschke und bedankt sich bei allen Mitstreitern in Stücken. Zusammen mit ihm haben sie ein schönes Programm für die Dreirad-Liebhaber auf die Beine gestellt. So wird am 15. Juni eine 57 Kilometer lange Ausfahrt in die Region unternommen – mit Stopps, um zum Beispiel in Ahrensdorf Mittag zu essen und in Körzin bei Kaffee und Kuchen die Landluft zu genießen. Die Ausfahrt wird eine gemütliche sein, so ein altes Dreirad ist schließlich kein Rennauto.

Der Ur-Opa fuhr damit die Ernte nach Werder und Potsdam

30 bis 60 Kilometer pro Stunde fahren die gängigsten Fabrikate Tempo, Goliath, Framo oder Reliant. Nur die Dreiräder von Messerschmitt schaffen Tempo 100. „Vor dem Krieg konnte man die Dreiräder ohne Führerschein fahren und sie waren damals steuerfrei“, erzählt Maschke. Er selbst fährt heute mit Führerschein ein Dreirad der Marke Tempo, Baujahr 1942. Es ist ein altes Familienstück, das der Uropa 1953 gekauft hat. „Mein Urgroßvater war Obstzüchter. Er hat es genutzt, um die Ernte nach Werder und Potsdam zu bringen und auf Märkten zu verkaufen.“ Später übernahm der Sohn – also Sandy Maschkes Opa – das Fahrzeug.

Das Schild ist schon gebaut. Für die Dreirad-Fans aus ganz Deutschland werden noch Wegweiser aufgestellt, damit sie Stücken finden. Quelle: Jens Steglich

Tempo-Dreiräder wurden allerdings in Hamburg gebaut. „Nach dem Mauerbau 1961 war die Ersatzteil-Beschaffung schwierig, deshalb stieg die Familie auf Pkw mit Anhänger um“, erzählt der Stückener. Das Dreirad stand dann 35 Jahre unter einer Plane auf dem Hof der Großeltern. Als der Opa starb, bekam der Enkel das Gefährt. „Ich hatte mit Oldtimern vorher nichts zu tun. Ich bin von Beruf Dachdecker“, sagt er. Ein Bekannter führt ihn in die Oldtimer-Szene ein. Dort lernt Sandy Maschke jemanden kennen, der das gleiche Model hat. „Damit war das Eis gebrochen.“ Zusammen bauen sie das alte Tempo-Dreirad der Familie Maschke wieder auf.

Sohn Finley war 2013 mit sechs Jahren jüngster Teilnehmer

„Jetzt sieht es neuer als neu aus. So schön kamen sie in den 1940er Jahren nicht aus dem Werk“, sagt Sandy Maschke. Sohn Finley war bei der Restauration oft mit dabei. Bei den Dreirad-Treffen auch: 2013 wurde er als jüngster Teilnehmer geehrt. Da war er sechs Jahre alt. Sein Vater hatte es in Kindertagen mit den klassisch-kleinen Dreirädern zu tun, mit denen Kinder normalerweise spielen. „Mein Dreirad war damals begehrt, weil es Luftbereifung hatte“, erzählt er.

31. Internationales Dreiradtreffen in Stücken vom 14. bis 16. Juni

Das 31. Internationale Dreiradtreffen in Stücken findet vom 14. bis 16. Juni statt.

Freitag und Samstag können sich Besucher die Oldie-Dreiräder jeweils ab 16 Uhr anschauen. Sie werden im Schlosspark von Stücken in der Zauchwitzer Straße präsentiert.

Samstag ist ab 9.30 Uhr eine Ausfahrt über 57 Kilometer geplant – mit drei Stopps. Nach der Ausfahrt steht ein gemütliches Beisammensein in der Parkhalle auf dem Programm.

Sonntag wird im Landgasthaus gefrühstückt, danach reisen die Dreirad-Freunde ab.

Von Jens Steglich

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