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Potsdam-Mittelmark So sollten Sie reagieren, wenn Sie einer Wildschwein-Rotte begegnen
Lokales Potsdam-Mittelmark

Jagdpächter: Wie sollte man reagieren, wenn man einer Wildschwein-Rotte begegnet?

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14:23 30.09.2021
Eine Wildschwein-Rotte mit Frischlingen kann besonders aggressiv werden.
Eine Wildschwein-Rotte mit Frischlingen kann besonders aggressiv werden. Quelle: dpa
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Kleinmachnow

Wie verhält man sich richtig, wenn man Wildschweinen plötzlich gegenübersteht, wie kann man sich schützen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wieso laufen die nachtaktiven Tiere plötzlich am helllichten Tag durch den Ort?

Die Jagdpächter Peter Hemmerden und Jörg Fenske gehen davon aus, dass es vor solchen Vorfällen eine Störung der Tiere gegeben haben muss. Beispielsweise können freilaufende Hunde die Wildschweine aus ihren Tageseinständen verjagt haben.

Wie können solche Ereignisse in Zukunft verhindert werden?

Hemmerden empfiehlt, Hunde konsequent anzuleinen und nur in speziell ausgewiesenen Bereichen frei laufen zu lassen. Derzeit befinden sich die Jagdpächter mit mehreren Stellen in Abstimmung, wie mit der Situation weiter umgegangen werden soll.

Peter Hemmerden (r.) und Jörg Fenske sind die zuständigen Jagdpächter für Kleinmachnow und Stahnsdorf – und Profis in Sachen Wildschweine. Quelle: Gesine Michalsky

Wie verhält man sich bei einer Begegnung mit Wildschweinen richtig?

Am besten man bleibt ruhig und nimmt möglichst einen anderen Weg. Werden die Tiere bedrängt, können sie in Panik geraten und auch Menschen umrennen. Gerne werden die Tiere von der Hoffnung auf Futter angelockt.

Was kann jeder Bürger zu tun?

Jeder Bewohner kann etwas beitragen, indem er nicht füttert, Grundstücke sichert, keine Essensreste im Garten kompostiert, Fallobst aufsammelt, keine Abfälle – auch Grünabfälle – auf nicht geeigneten Flächen entsorgt und die gelben Säcke erst am Morgen zur Abholung bereit legt.

Wie gefährlich sind die Wildschweine für Hunde?

Tatsächlich sehen Wildschweine freilaufende Hunde als gefährlich an, vor allem, wenn sie ihre Frischlinge behüten wollen. Anleinen schützt – die Hunde, die bereits in der Tierklinik verarztet wurden, waren alle freilaufend, erklärt etwa die Gemeinde Kleinmachnow, in der in den vergangenen Jahren ganze Rotten von Wildschweinen durch den Ort zogen.

Wie kann man sich vor den Tieren im eigenen Garten schützen?

Stabile und lückenlose Zäune sowie Tore, die geschlossen werden, sind eine Grundvoraussetzung. Wer kein Futter anbietet, lockt die Tiere nicht an – dies bedeutet etwa den Verzicht auf Komposthaufen und übermäßige Bewässerung.

Was tun, wenn doch Wildschweine auf dem eigenen Grund stehen?

Sind doch Wildschweine in den Garten gelangt, empfehlen die Jäger, sie nicht zu bedrängen. Ein Verjagen sei nicht zielführend und könne außerdem gefährlich sein, so die Jagdpächter. Andere Jäger meinen, die Tiere anzuschreien sei besser, als herumzufuchteln – sei es laut, werde es den Wildschweinen ungemütlich und sie ziehen weiter.

Kann man den Jäger rufen, wenn man ein Wildschwein im Garten hat?

Nein, die Jagdpächter für Kleinmachnow und Stahnsdorf dürfen nur die genossenschaftlichen Flächen bejagen – Privatgrundstücke gehören nicht dazu.

Wie viele Wildschweine werden in der Region geschossen?

Erlegt wurden nach den Angaben des Agrarministeriums im Jagdjahr 2020/21 rund 90 300 Wildschweine. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liege die Schwarzwildstrecke aber mit gut 15 000 Stück darüber. Angesichts der Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest sei weiter oberstes Ziel, die Bestände schnell und deutlich zu reduzieren. Für jedes erlegte weibliche Wildschwein zahle das Ministerium in diesem Jagdjahr eine Prämie von 80 Euro, um weiteren Nachwuchs zu verhindern.

Von Konstanze Kobel-Höller