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Potsdam-Mittelmark So sieht der Alltag eines Rettungsschwimmers aus
Lokales Potsdam-Mittelmark So sieht der Alltag eines Rettungsschwimmers aus
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16:42 24.01.2019
Das Naturbad Borkheide ist bereits zum Anbaden am Neujahrstag immer gut besucht. Quelle: Johanna Uminski
Borkheide

Johannes Keßler ist einer von insgesamt 19 Rettungsschwimmern, die in der Badesaison das Borkheider Waldbad und die zahlreichen Besucher im Auge behalten. Dass dieser Job kein gewöhnlicher ist, beschreibt der Borkheider in einem Erfahrungsbericht.

Neben einer kleinen Auszeit von seinem eigentlichen Beruf, schöpfte der Familienvater während der einwöchigen Arbeit als Rettungsschwimmer im Naturbad vor allem Energie für den Alltag.

Dienstbeginn sieben Uhr morgens

„Die Motivation bestand eigentlich nur darin, dass der Badebetrieb über die gesamte Saison abgesichert ist und dass ich meine Kinder immer ohne Bedenken ins Waldbad schicken kann“, sagt Johannes Keßler. „Dass aber für mich viel mehr dabei herausspringt, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.“

Dienstbeginn war immer um sieben Uhr am Morgen. „Den Weg zum Waldbad konnte ich bequem innerhalb von fünf Minuten mit dem Fahrrad zurücklegen. Und das war schon das erste tolle Erlebnis: Sich einfach mal in kurzen Hosen, mit T-Shirt, Pullover und Sonnenbrille bekleidet aufs Fahrrad zu setzen und zum sogenannten Job zufahren“, resümiert Keßler. „Ohne Stau auf der Autobahn und ohne das Passieren der Baustellen.“

Johannes Keßler war als Rettungsschwimmer im Waldbad Borkheide aktiv. Quelle: Privat

Anschließend mit einem Kaffee in der Hand die spiegelglatte Wasseroberfläche samt Sonnenaufgang zu genießen, anstatt den Laptop aufzuklappen, E-Mails zu lesen und Termine vorzubereiten – das sei eine Wohltat gewesen.

„Die ersten Badegäste kamen kurz nach sieben Uhr und zogen ihre Bahnen im Becken. Dabei war der Rettungsschwimmer auch immer Teil des Austausches über die Neuigkeiten und geplante Aktivitäten“, erinnert sich Keßler. „Im Laufe des Vormittags hat man seine ersten Runden ums Becken getätigt und auf die Sicherheit der Schüler beim Schwimmunterricht geachtet, außerdem die eine oder andere Kindergruppe von außerhalb mit betreut.“

Kurs immer donnerstags

Für die kommende Saison, die im Waldbad Borkheide am 18. Mai startet und am 15. September endet, werden noch dringend Rettungsschwimmer gesucht.

Am 10. Januar startete der neue Kurs, der jeden Donnerstag um 18 Uhr in der Schwimmhalle der Bundeswehrkaserne in Beelitz-Heilstätten stattfindet.

Er endet, wenn die Prüfungen abgelegt wurden.

Die Prüfung zum Rettungsschwimmer muss alle zwei Jahre abgelegt werden, der Erste-Hilfe-Kurs alle drei Jahren. Die aktuellen Nachweise sind im Vorfeld der Saison zu erbringen.

Rettungsschwimmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 8,50 Euro pro Einsatzstunde (steuer- und sozialversicherungsfrei), Junge Rettungsschwimmer bekommen fünf Euro je Einsatzstunde.

Anmeldungen und weitere Informationen zu dem Kurs bei der DLRG-Ortsgruppe Borkheide unter: info@borkheide.dlrg.de oder telefonisch: 0170/5569179.

Und immer wieder gab es Momente, die es erlaubten, sich mit Blick auf das Wasser in Gedanken zu verlieren, ohne dass das Telefon klingelt und ein Kollege oder Kunde etwas will, schildert Johannes Keßler weiter.

Obwohl dem Waldbad aktuell genügend Rettungsschwimmer zur Verfügung stehen, wirbt der Vorstand bereits für Nachwuchs, damit auch die kommende Badesaison abgesichert ist. „Aktuell haben wir zwar 19 Zusagen, wobei vier Leute aber schon avisiert haben, nur selten zur Verfügung zu stehen“, erklärt Heidi Goldmann, die für die Planung zur Absicherung für die Badeaufsicht, allgemeine Ordnung und Sauberkeit im Waldbad zuständig ist. „Und zwei davon müssen überhaupt erst den Kurs machen und die Prüfung ablegen. Definitiv haben wir also derzeit nur 13 Rettungsschwimmer – das ist absolut zu wenig.“

Rettungsschwimmer ab 18 Jahre gesucht

Ferner hat das Bad noch drei Nachwuchs-Rettungsschwimmer unter 18 Jahren, die an heißen Tagen jeweils ein zusätzliches Augenpaar auf die Badegäste werfen. „Wir suchen ausgebildete Rettungsschwimmer jeden Alters ab 18 Jahren. Sie müssen mindestens das Abzeichen Silber haben“, betont die Borkwalderin. „Wir freuen uns aber auch über Nachwuchs ab 15 Jahren mit den Abzeichen in Bronze.“

Von Johanna Uminski

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