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Potsdam-Mittelmark Jubiläum: Heimatverein gibt Broschüre raus
Lokales Potsdam-Mittelmark Jubiläum: Heimatverein gibt Broschüre raus
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18:48 21.02.2018
Der Carlsturm gehört zu den ältesten Bauwerken in Geltow. Quelle: Repro/MAZ
Geltow

Die Baumgartenbrücke gehört zu Geltow wie der Weinberg nach Werder. Schon vor 800 Jahren prägte sie das Ortsbild und ist heutzutage durchaus als Wahrzeichen zu nennen. Auch Theodor Fontane schwärmte über die malerische Schönheit rund um den Übergang von der Insel Potsdam nach Werder. Zu Beginn glich die Brücke allerdings eher einer Furt, gepflastert mit Pferdeschädeln. Die ließen sich im Schlamm besonders gut verankern. Darüber und wie die Brücke zu ihrem Namen kam, schreibt Albrecht Herrmann in ersten Kapitel des neu erschienenen Buchs mit dem Namen „Glanzlichter Geltows“. Es ist der Beitrag des Heimatvereins zum 1025. Bestehen des fast 4000-Seelen-Ortes in diesem Jahr.

Ein halbes Jahr lang hat der Vorsitzende des Heimatvereins, Hartmut Wiegemann, bei dem die Redaktion für das Heft lag, Texte und Bilder gesammelt. Jedes der zwölf Kapitel beinhaltet einen Aspekt aus der Geschichte. Insgesamt tauchen acht verschiedene Autoren auf den 47 Seiten auf. Alle sind Mitglieder im Heimatverein. Noch druckfrisch wurden die ersten 50 Exemplare auf den Weihnachtsmärkten in Wildpark-West und Geltow verkauft. „Für so einen kleinen Ort ist das schon recht viel. Das Interesse ist sehr groß“, sagt Hartmut Wiegemann. 500 Bücher sind gedruckt worden. Wie berichtet, hatte sich der Verein bewusst gegen eine Chronik entschieden, wie sie beispielsweise in Ferch zur 700-Jahr-Feier im vorigen Jahr erarbeitet wurde. Denn die gab es bereits zum 1000. Geburtstag von Geltow. Es sollte etwas Neues sein. Etwas, das die schönsten und interessantesten Seiten von Geltow zeigt.

Als Geltow ein „Ohr zur Welt“ hatte

Zu den Glanzlichtern zählen gleichermaßen Ereignisse, Persönlichkeiten und Bauwerke. Sie erinnern die Geltower, ob alteingesessen oder zugezogen, daran, was das Dorf ausmacht und offenbaren auch überraschende Geschichten. 1919 etwa hatte Geltow ein „Ohr zur Welt“. Peter Wulf schreibt in diesem Abschnitt über die Überseefunkstelle in Alt-Geltow: „Im August 1919 wurde ein ausrangierter Anhänger eines Möbelwagens umgebaut und auf die Fläche am Mühlenberg gestellt und die zugehörige Antenne mit einer Höhe von 40 Metern ausgerichtet.“ Im ganzen Ort haben sich damals Menschen gefunden, die beruflich den Funkverkehr nach Amerika pflegten. Interessant sind auch die Kapitel über den Carlsturm, der neben einigen anderen für kurze Zeit auch von der Staatssicherheit genutzt wurde, und über das Alte Fährhaus. Der Turm zählt zu den ältesten Bauwerken Geltows und wurde nach seinem Erbauer Prinz Friedrich Carl Alexander von Preußen benannt. Auch die Mauern des Fährhauses in Richtung Wildpark-West könnten von einer bewegten Vergangenheit berichten. Einen kurzen Abriss dazu liefert Klaus Köhler.

Dieser berichtet in der Sequenz über den Gallin, bekanntermaßen ein geschichtsträchtiges Siedlungsgebiet in Wildpark-West, unter anderem auch über den Entenfang. Zwischen der Henning-von-Tresckow-Kaserne und dem Gemeindeteil kann man auch heutzutage noch ein Stück Geschichte nachvollziehen. Alles geht zurück auf einen Auftrag des Hohenzollernhauses. 1694 wurde nach dem Vorbild holländischer Entenfanganlagen ein künstlicher Teich für den Fang von wilden Enten ausgehoben. „Die Wildenten wurden in Fanggräben, an den Ecken des Teiches gelockt und vom königlichen Entenfänger Gottfried Coswig und seinen Helfern ,gekringelt’“, beschreibt der Autor die Methode. Heißt: den Enten wurde der Hals umgedreht.

Alte Ansichten und neue Geschichten

Unter den Autoren ist auch Geltows Ortsvorsteher Heinz Ofcsarik (Bürgerbündnis). Er schreibt über Karl Hartwig Georg Freiherr von Meusebach – den Namensgeber der Grundschule, über die „Assessorenfabrik“ und Ferdinand von Schill, dem unter anderem ein Denkmal in Geltow gewidmet ist. „Geltower und Nicht-Geltower werden an den alten Ansichten und neuen Geschichten gleichermaßen ihre Freude haben“, erklärt Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) in ihrem Vorwort.

Info: Anbieten will der Heimatverein das Heft für 8 Euro bei der Ausstellungseröffnung im Heimathaus am 27. Mai. Wer nicht mehr bis dahin warten möchte oder Fragen zum Buch hat, kann sich per Mail an Hartmut Wiegemann wenden. Die Adresse lautet: newhartmut@web.de

Das plant Geltow für die 1025-Jahr-Feier

993 wird „Geliti“ in der Schenkungsurkunde von König Otto III. an seine Tante Mathilde, Äbtissin zu Quedlinburg, erstmalig erwähnt. Das zweite schriftliche Zeugnis findet sich erst 200 Jahre später im Jahr 1242.

Die Ersterwähnung jährt sich nun zum 1025. Mal, was die Geltower zum Anlass genommen haben, einige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen.

Von Januar bis Juni gibt es eine Ausstellung im Fercher Rathaus zu 1025 Jahren Geltow in Zusammenarbeit mit der Meusebach-Grundschule. Der Heimatverein zeigt eine neu erarbeitete Schau zu Eckpunkten, Ereignissen und Entwicklungen aus der Geschichte ab 27. Mai im Heimathaus.

Am 3. Juni ist ein Festgottesdienst zum Jubiläum in der Dorfkirche geplant und am 10. Juni gibt es ein gemeinsames Konzert des Frauen- und Männerchors.

Ein großes Ernte-, Vereins- und Schützenfest mit Festumzug steht für den 29. September auf dem Plan und stellt den Höhepunkt der Feier dar.

Abschließend veranstaltet der Männerchor „Concordia“ am 3. November einen Sängerball in der Mehrzweckhalle.

Von Luise Fröhlich

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