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Potsdam-Mittelmark Kampf gegen Buckelpisten am Straßenrand
Lokales Potsdam-Mittelmark Kampf gegen Buckelpisten am Straßenrand
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21:39 27.07.2017
Platz 2 im Punkte-Ranking: Am Fuchsbau besteht akuter Sanierungsbedarf auf dem Plattengehweg. Quelle: Victoria Barnack
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Kleinmachnow

Stolperfallen und Unebenheiten hat die Gemeinde Kleinmachnow offiziell den Kampf angesagt. Die neue Waffe gegen die vor allem von den Senioren bemängelte Situation soll in den nächsten zehn Jahren ein Grundsatzbeschluss sein, den die Gemeindevertreter vor der Sommerpause mehrheitlich abgesegnet haben.

„Trotz der Anstrengungen in den letzten 25 Jahren sind große Teile des kommunalen Gehwegenetzes noch unbefestigt“, erklärt Jörn Ernsting, Leiter des Fachbereichs Bauen und Wohnen in Kleinmachnow. Besonders schwer seien die nördlichen Siedlungsgebiete betroffen. Ein Winterdienst auf diesen Flächen könne oftmals lediglich manuell und unter erschwerten Bedingungen erfolgen.

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Punktesystem stuft schlechte Gehwege ein

26 Seiten umfasst das beschlossene Schriftstück, in dem die Reihenfolge der anstehenden Baumaßnahmen festgesetzt wurde. Dafür entwickelte das Sachgebiet Bauen und Wohnen eigens ein Punktesystem zur Bewertung der unbefestigten und mangelhaften Gehwege. Fünf Kriterien wurden dazu herangezogen. Hinweise von Bürgern und Senioren sowie der Awo brachten der Käthe-Kollwitz-Straße, dem Weg Im Kamp und dem Steinweg zwischen dem Friedhof und der Ernst-Thälmann-Straße viele Punkte ein.

Mit einem besonders schlechten Zustand fielen gleich zehn der betrachteten 36 Straßen auf. Elf wurden zudem als direkte Schulwege als besonders relevant eingestuft. Zu guter Letzt wurde auch die Erschließungsbedeutung in Anlehnung an die Straßenkategorien mit Punkten von eins bis drei bewertet. „Die Prioritätenliste soll der Verwaltung als Handlungsleitfaden für einen künftigen systematischen Ausbau von Gehwegen dienen“, fasst Ernsting zusammen.

Zwölf Abschnitte wurden von der Gemeinde als besonders schlecht bewertet und damit einem kurzfristigen Handlungsbedarf zugeordneten. Die Höchstpunktzahl erreichte mit 13 von 15 möglichen Punkten der Steinweg. Der schlechte Zustand im Abschnitt zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße bis zum Zugang zum Friedhof wurde – ähnlich wie bei den anderen sanierungsbedürftigen Gehwegen – mit Fotos dokumentiert. Der Steinweg bekommt auf dem 150 Meter langen Teil starke Unebenheiten, Wurzelanhebungen und eine weiche Oberfläche attestiert. Die sandige Beschaffenheit macht das Laufen vor allem für ältere Anwohner insbesondere nach Regenfällen fast unmöglich.

Diskussion darüber, dass ein anderer Gehweg noch schlechter sein könnte als im Steinweg, gab es nicht. Quelle: Victoria Barnack

Der Steinweg bleibt nur einer von vielen akuten Punkten in Kleinmachnow. Wie an dieser Stelle sind die Gehwege auch an anderen Orten noch unbefestigt. Wie schnell, die Lage insgesamt verbessert wird, steht trotz der erstellten Rangliste noch nicht fest. „Denkbar ist, dass je nach Art und Umfang der einzelnen Maßnahme zwei bis drei Gehwege pro Jahr ausgebaut werden können“, erläutert Jörn Ernsting. Dass nicht gleich noch mehr Gehwege in einem Jahr saniert werden, würde weniger am finanziellen Rahmen liegen – 60 000 Euro sollen im Haushalt 2018 für Planungen eingestellt werden – sondern viel mehr an den personellen Kapazitäten.

Bei der konkreten Umsetzung der Gehwegsanierungen und Ausbaumaßnahmen sollen sich auch die Bürgerinnen und Bürger, vor allem jedoch die Anwohner beteiligen können. Die ersten Konzepte sollen den Betroffenen stets bei einem Meinungsaustausch vorgestellt werden, um Wünsche und Anregungen aufzugreifen. Erst nach diesen Treffen beschließen die Gemeindevertreter die einzelnen Maßnahmen. „Von Art und Umfang wird auch abhängig sein, ob und in welcher Höhe umlagepflichtige Kosten entstehen“, erklärt Ernsting. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Verwaltung grob von Kosten in Höhe von rund 80 Euro pro Quadratmeter Gehweg aus.

Die Top 3 der schlechtesten Gehwege

Platz 1 mit 13 Punkten erreichte der Steinweg. Er soll im Abschnitt zwischen Ernst-Thälmann-Straße und Friedhof auf 150 Metern auf beiden Straßenseiten saniert werden. Insgesamt wird eine Fläche von 600 Quadratmetern Gehweg erneuert.

Platz 2 mit zwölf von 15 Punkten in der Bewertung wurde die Straße Am Fuchsbau. Auf der Nordseite des Gehwegs sollen 680 Meter bearbeitet werden. Der Weg weist starke Unebenheiten und Fahrspuren auf der weichen Oberfläche auf.

Platz 3 mit ebenfalls zwölf Punkten ist die Straße Heidefeld zwischen Steinweg und Märkischer Heide. Hierzu sind nach einem Beschluss von 2012 bereits mittelfristig Gelder aus dem Haushalt eingeplant. Der Abschnitt ist 850 Meter lang.

Von Victoria Barnack

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