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Potsdam-Mittelmark Keine Fläming-Hauptstadt 2018
Lokales Potsdam-Mittelmark Keine Fläming-Hauptstadt 2018
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12:43 06.01.2018
Zossen war 2017 die erste Stadt mit dem Titel „Fläming-Hauptstadt“. Quelle: Gudrun Ott
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Bad Belzig

In diesem Jahr wird es keine neue Fläming-Hauptstadt geben. Das teilte Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbands Fläming, der MAZ am Donnerstag mit. „Für den Titel gab es bis zur Frist keine Bewerbungen“, sagte er. Lediglich zwei Interessensbekundungen seien bis zum 4. November 2017 eingegangen. Ernsthaft um den Titel beworben, der auf Dauer für ein Jahr verliehen wird, hatte sich keine Kommune.

Interessensbekunder Niemegk hatte die Überlegung aus finanziellen Gründen fallen lassen. In Bad Belzig wurde das Thema von den Stadtverordneten diskutiert und schließlich abgesagt. „Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile hat sich ergeben, dass wir die Anforderungen nicht mit vertretbarem Aufwand erfüllen könnten“, erklärte Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos). In Bad Belzig wolle man sich auf die Jubiläen der 55. Burgfestwoche und des 20. Altstadtsommers konzentrieren.

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Menzel macht den Grund für das bescheidene Interesse am Titel „Fläming-Hauptstadt“ indes in misslungener Kommunikation aus. „Offenbar ist der Mehrwert, den der Titel für die Stadt oder den Ort bringt, nicht deutlich geworden“, sagte er.

Noch bei der Vorstellung des neuen Wettbewerbs vor einigen Jahren sei das Interesse hingegen groß gewesen, betonte er. Was darauf folgte waren allerdings zwei durchwachsene, erste Jahre für das Format „Fläming-Hauptstadt: Luckenwalde trug den Titel 2016 lediglich zur Probe, ohne aktiv damit zu werben. 2017 wurde mit Zossen die erste offizielle Fläming-Hauptstadt gekürt. Die 18 000-Einwohner-Stadt war die einzige Bewerberin gewesen.

Anforderungen an die Kandidaten

Bewerben konnten sich alle Kommunen und Städte der Landkreise Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld und Jerichower Land.

Zu den Voraussetzungen gehörten gute touristische Angebote und Infrastruktur, Ausstrahlungskraft und Repräsentativität für die Region, Identifikation mit der Marke „Der Fläming“, die Bereitschaft, die Krönungszeremonie der Flämingkönigin festlich zu begleiten, die Tracht zu stellen und stadteigene Maßnahmen wie Öffentlichkeitsarbeit und Feste einzuplanen.

Unterstützt wird die Fläming-Hauptstadt vom Tourismusverband durch exklusive Social-Media-Aktionen, eine kostenlose Porträtseite im Fläming-Reiseplaner und ein Starter-Paket mit Banner, Plakat und Logo. Der Verband nutzt zudem die eigenen Plattformen im Netz sowie Partnerwebseiten, um für den Sieger zu werben.

Nun fanden sich gar keine Kandidaten für den Titel mehr. „Die Kommunen dachten, sie müssten als Fläming-Hauptstadt ein neues Frühlingsfest austragen“, vermutet Menzel. Knapp 20 Jahre lang war das Fläming-Frühlingsfest alljährlich an einem anderen Ort gefeiert worden, zunächst mit reger Beteiligung und zahlreichen Besuchern, später nahm das Interesse ab.

Ob der Wettbewerb künftig abgesetzt wird, ließ Menzel offen. Die Entscheidung über die Zukunft der „Hauptstadt des Flämings“ werde im Frühjahr intern geklärt. Dann soll auch darüber beraten werden, ob das Format neue Regeln und einen neuen Zeitplan erhält. Denkbar sei, beispielsweise Fläming-Hauptstadt und -königin gemeinsam während einer zentralen Veranstaltung zu küren. Mit den neuen Überlegungen geht eine weitere Veränderung einher: Flämingkönigin Elisa Schadow wird ihr Amt ein weiteres Jahr – voraussichtlich bis Frühjahr 2019 – tragen, teilte Menzel mit.

Flämingkönigin Elisa Schadow und Tourismusverbandschef Daniel Sebastian Menzel während der Krönung im Mai 2017 in Zossen. Quelle: Gudrun Ott

Der Geschäftsführer des Tourismusverbands wolle in der Zwischenzeit, die entstandenen Missverständnisse klären. Denn gedacht war der Wettbewerb eigentlich als unterstützende Marketingmaßnahme für die Siegerstadt. „Über unsere Kanäle erreichen wir ein anderes und zum Teil größeres Publikum als die Kommunen selbst“, erklärte Menzel. Eine Verpflichtung, Feste oder Veranstaltungsreihen auszurichten, wie viele Kommunen es vermutet hatten, bestünde nicht. Zwar gehört zu den Anforderungen an die Kandidaten, unter anderen das Bereitstellen der Tracht der Flämingkönigin und das Einplanen von Festen und Öffentlichkeitsarbeit.

Menzel verweist jedoch auf die Vorteile der Auszeichnung: Einen Geldpreis erhält der Titelträger nicht, aber „die Stadt oder der Ort bekommen eine kostenlose Porträtseite in unserem Reiseplaner“, sagte Menzel. Auch die Plattformen des Tourismusverbandes im Internet werden für die Werbung der Fläming-Hauptstadt bereitgestellt. Die Maßnahmen zur Unterstützung ergeben summiert etwa einen niedrigen vierstelligen Wert.

Von Victoria Barnack

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