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Kleinmachnow Adelsfamilie von Hake: Nachfahrin erzählt von ihrer Kindheit auf der Hakeburg
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08:44 10.05.2019
Die Neue Hakeburg in Kleinmachnow war einst der Sitz der Familie von Hake. Bereits 1937 wurde das Anwesen verkauft. Quelle: Johanna Bergmann
Kleinmachnow

Renate Schacht von Richthofen hat gute Erinnerungen an ihre Kindheit auf der Neuen Hakeburg, wo sie aus Sicherheitsgründen ihre ersten drei Lebensmonate verbrachte. Sogar ihr Leben verdankt sie vielleicht dem Herrensitz ihrer Großeltern, Dietloff und Auguste von Hake.

Renate Schacht von Richthofen, Nachfahrin eines Mitglieds der Familie Hake in Kleinmachnow. Quelle: Privat

91 Jahre später ist die Dame die älteste lebende Zeitzeugin aus der Familie der Neuen-Hakeburg-Erbauer. Ihre Tochter Irene Schacht erzählt: „Jetzt erst beginnt sich meine Mutter mit der Zeit von 1927 bis 1937 in Kleinmachnow zu beschäftigen.“ Heute lebt die ehemalige Dolmetscherin in Den Haag, wo ihr Ehemann ein Schifffahrtsunternehmen führte. Tochter Irene Schacht wohnt in der Nähe von Heilbronn und verfolgt in der MAZ und auf www.MAZ-online.de aufmerksam die aktuellen Aktivitäten rund um „die sensationell gelegene Neue Hakeburg“. Zum ersten Mal erzählt uns jetzt die 1961 geborene Urenkelin von den Erinnerungen ihrer Mutter an das Familienleben in der Neuen Hakeburg.

Als Frühchen in Kleinmachnow in der warmen Hakeburg

1927 entschied die damals 22-jährige Anneliese von Richthofen, Tochter von Dietloff von Hake, mit dem zwei Monate zu früh auf die Welt gekommenen Baby Renate, den Winter auf der „für die damalige Zeit ultramodernen“ Neuen Hakeburg in Kleinmachnow zu verbringen. Die Alternative wäre gewesen, in dem zwar viel größeren, aber nur mit Öfen beheizten, 400 Jahre alten Familienschloss der von Richthofens in Schlesien zu wohnen und um das Frühchen zu bangen.

Lange Zeit überlagerte die Flucht der von Richthofens 1945 aus Schlesien, wo Renate aufwuchs, alle Erinnerungen an den Kleinmachnower Familien-Treffpunkt der von Hakes. Vergessen konnten Mutter und Tochter das burgähnliche Anwesen trotz der Abgeschnittenheit zu DDR-Zeiten nie ganz.

Renate Schacht (vorn, 2. v. l.) auf einem Familienfoto von 1935 mit den Großeltern Dietloff und Auguste von Hake (Mitte sitzend) Quelle: Hans Peter Dreier, 600 Jahre brandenburgische Familie von Hake, Keller Druck Aarau 1994

Emotionen verbindet ihre Mutter heute keine mit der Neuen Hakeburg. Großvater Dietloff musste das Anwesen schon 1937 aus Geldmangel verkaufen. Aber sie empfindet Kleinmachnow-Nostalgie. Schließlich erlebte sie dort das Leben mit ihren Großeltern und Ferienbesuche sowie Tauffeiern und Geburtstage von sieben Enkeln, alle fast im selben Alter.

Als Achtjährige durfte Enkelin Renate sogar allein von Breslau nach Berlin fliegen, um zu den Großeltern zu gelangen. Das Treppengeländer im riesigen Eingangsbereich runterrutschen oder die Cousins beobachten, wie sie mit dem Tretroller von der Toreinfahrt bis zum Pförtnerhäuschen runtersausten – das sind glückliche Kindheitserinnerungen an die Besuche in Kleinmachnow.

Blick in einen Saal der Neuen Hakeburg. Quelle: eba/bf

An Besuche bei „den von Hakes auf der anderen Seite“ kann sich die Enkelin nicht erinnern. Die Familie von Dietloff von Hakes Vetter Georg lebte im Herrenhaus auf der anderen Seite des Teltowkanals. Zum ersten Mal besuchten Mutter und Tochter Kleinmachnow wieder Anfang der 90er Jahre und Irene Schacht sammelte erstaunliche Erfahrungen – „zum Beispiel, dass sich der damalige Hotel-Betreiber nicht für die Vergangenheit des Gebäudes interessierte.“

Kein Nachfahre heißt heute noch von Hake

Mit der Gemeinde machten Enkelin und Urenkelin von Dietloff und Auguste von Hake gute Erfahrungen. Ihre Mutter und Großmutter Anneliese (geboren 1905 im Kleinmachnower Herrenhaus) starb 2001 in München und konnte mit einer Ausnahme-Genehmigung bei ihren Eltern auf dem Friedhof an der alten Dorfkirche bestattet werden, ebenso 2012 Renates Bruder Joachim. Von den sieben Enkeln lebt auch noch Marie-Luise Schmidt von Altenburg, geborene von Hake, Jahrgang 1930, und zwar in Australien.

Zur Historie der Hakeburg

Vom Beginn des 15. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte der Familie von Hake das Gut Kleinmachnow. Die ursprüngliche Burg, die alte Hakeburg, und das von David Gilly Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Hake'sche Herrenhaus sind 1943 zerstört worden.

Heute erinnern noch das Medusenportal, die Dorfkirche und die Neue Hakeburg an die von Hakes.

Die Neue Hakeburg wurde 1908 eröffnet. Seitdem erlebte sie zahlreiche prominente Eigentümer und Bewohner.

Seit über zehn Jahren steht sie leer. Ein Investor will ab 2020 Eigentumswohnungen in dem geschichtsträchtigen Gebäude errichten.

Den Namen von Hake trägt keiner der Nachfahren mehr. Die 600-jährige Familiengeschichte lebt dafür bestens platziert im Kleinmachnower Wappen weiter. „Wir sind sehr stolz darauf, dass das Wappen von Kleinmachnow die drei Haken unseres Familienwappens führt“, sagt Irene Schacht. Diese stellen Gemshörner dar, erfährt man auf der Homepage der Gemeinde.

Von Gesine Michalsky

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