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Kleinmachnow Baustellen-Management statt verbessertem Nahverkehrsplan
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Baustellen-Management statt verbessertem Nahverkehrsplan
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01:15 28.09.2018
Wegen der zahlreichen Baustellen muss Regiobus umplanen. Quelle: Regiobus
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Region Teltow

Eigentlich hatte das Unternehmen Regiobus nach der Analyse der Situation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Region Teltow direkt mit dem Planen der Maßnahmen zur Verbesserung der Schwachstellen beginnen wollen – doch die Realität sieht anders aus: „Derzeit liegt unser Schwerpunkt bei den Anpassungen an die Baustellen“, schildert Verkehrsleiter Thorsten Müller.

Fahrgastbefragung mit 27.000 Interviews

27 000 Interviews auf Fahrten in der Region und eine E-Mail-Umfrage waren mit Hilfe der TU Dresden ausgewertet worden, um eine kompetente Evaluierung des Busnetzes sicherzustellen. Analysiert wurden Pendlerströme, Erschließungslücken oder auch Umsteigezeiten. Dabei zeigte sich etwa, dass es auf der Strecke von Potsdam nach Stahnsdorf (Waldschänke) ein zu geringes Angebot gibt, hier seien die Busse gerade zu Berufsverkehrszeiten sehr voll, so Müller.

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Täglich fahren laut RBB-Pendleratlas 4764 Teltower, 3360 Kleinmachnower sowie 2309 Stahnsdorfer nach Berlin zur Arbeit und rund 2650 Berufstätige wollen nach Potsdam. Auch in die andere Richtung gibt es Bewegung: 6200 Berliner und 3076 Potsdamer fahren täglich in die Teltower Region. Um zu analysieren, wie Autofahrer stärker dazu motiviert werden könnten, auf den ÖPNV umzusteigen, wurde auch untersucht, wo der Nahverkehr dem Auto in Sachen Reisezeit zu Bahnhöfen in Potsdam und Berlin überlegen ist.

Regiobus bekommt keine verlässlichen Aussagen zu Baustellen

Nach der Analyse wollte Regiobus eigentlich bereits Maßnahmen planen, doch bisher war man damit beschäftigt auf die zahlreichen Baustellen in der Region zu reagieren. „Das Kernproblem ist, dass es keine verlässlichen Prognosen zu Baubeginn, -ablauf und -ende gibt“, klagt Müller. Auch sei die Koordination der verschiedenen Bauträger extrem schwierig. Bei einigen Baustellen habe niemand sagen können, wie die Einschränkungen aussehen werden.

So sei etwa für den Schulanfang die Vollsperrung der Ruhlsdorfer Straße angekündigt gewesen – erst am Freitag vor dem Schulstart wurde Regiobus informiert, dass die Sperrung doch nicht stattfindet. Da war aber schon alles geplant und nicht mehr rückgängig zu machen gewesen, erzählt Müller. Jetzt ist die Vollsperrung für November 2018 angekündigt. „Wir wissen einfach nicht, welche Straßen uns zur Verfügung stehen.“

Änderungen bei den Linien X1, 601 und 627

Nach verschiedenen Änderungen mit Beginn der Schulferien und mit Anfang des neuen Schuljahres sind ab 1. Oktober weitere Änderungen geplant: Die Linien X 1, 601 und 627 werden zwischen der Waldschänke und dem Stahnsdorfer Hof umgeleitet. Das führt nicht nur zu einer verlängerten Fahrzeit. Regiobus musste entscheiden, „ob wir die Anschlüsse östlich oder westlich von der Baustelle halten wollen – der X 1 und die Linie 620 fahren weiter bis zur S-Bahn Teltow, 601 und 627 behalten den Anschluss in Potsdam.“

Die Linie 601 verliert also ihren Anschluss von und zur S 25/S 26, der X 1 endet künftig werktags von 8 bis 20 Uhr schon am S-Bahnhof Teltow Stadt. Vor allem am Samstag soll es eine Anpassung an ein erhöhtes Fahrgastaufkommen geben. Bei den Linien X 1 und 601 sollen deshalb sechs neue Großraumgelenkbusse eingesetzt werden, in denen 30 bis 40 Fahrgäste mehr Platz haben.

Trotz Baustellen hat es erste Verbesserungen gegeben

„Es ist ein großes Fragezeichen, wie die Baustellensituation Ende 2018 aussieht, ob der Bäkedamm dann tatsächlich wieder frei und die Ruhlsdorfer Straße wieder offen ist“, so Müller.

Mit den baustellenbedingten Änderungen seien aber bereits einige Probleme behoben worden, die bei der Evaluierung festgestellt wurden. So wurde Gebiete neu angebunden, die Busse zwischen der Waldschänke in Stahnsdorf und dem Rathausmarkt Kleinmachnow besser verteilt und die Umsteigezeit in Zehlendorf ist nicht mehr so knapp bemessen. Jetzt könne man endlich zur Konzepterstellung übergehen, ist Müller optimistisch.

Änderungen im Linienverkehr

Seit Beginn der Sommerferien sind die Linien 622 (U Krumme LankeWaldschänke) und 623 (Waldschänke – U Oskar-Helene-Heim) getrennt.

Ebenfalls seit den Sommerferien sind der Fahrweg und die Taktung der Linie 629 verändert.

Mit Beginn des Schuljahres wurde die Linie 626 eingestellt, gleichzeitig wurden werktags Zusatzfahrten der Linie 621 im Bereich Warthestraße – Green Park/Ruhlsdorf eingeführt. Die Linienführung des Busses 602 wurde verändert.

Von Konstanze Kobel-Höller

21.09.2018