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Kleinmachnow Die Regenbogenfamilien
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20:03 14.05.2019
Mit einem speziellen Kurs will die Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark die Regenbogenfamilien in der Region Teltow unterstützen. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

„Oft heißt es, so etwas haben wir nicht, aber wenn dann darüber nachgedacht wird, fällt auf, dass es doch mehr Regenbogenfamilien gibt, als gedacht“, sagt Indra Kühlcke, Leiterin der Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark (KVHS). Schon lange versteht man viel mehr als nur homosexuelle Paare mit Kindern unter dieser Bezeichnung.

Es gibt noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten der sexuellen Orientierung wie etwa Bisexualität oder Transsexualität, bei der sich der oder die Betreffende dem entgegengesetzten Geschlecht zugehörig fühlt. „Wenn mindestens ein Elternteil nicht heterosexuell und cis-sexuell ist, sich also dem eigenen Geschlecht zugehörig fühlt, spricht man von einer Regenbogenfamilie“, erklärt Lisa Haring, Leiterin des Projektes „Regenbogenfamilien in Brandenburg stärken“.

Adoption kann Jahre dauern

Auch in der Region TKS gibt es Arbeit für sie: In Stahnsdorf wurden seit 1. Oktober 2017 zehn gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen und fünf Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt. In Teltow, wo man wie in Stahnsdorf von Kindern in Regenbogenfamilien weiß, aber keine Zahl kennt, wurden von 2001 bis zur Gesetzesänderung 42 Lebenspartnerschaften erklärt, zwölf Paare haben diesen Schritt in einem anderen Standesamt gewagt. Seit Oktober 2017 wurden zwölf Partnerschaften in Ehen umgewandelt. In Kleinmachnow gibt es 35 eingetragene Lebenspartnerschaften, gleichgeschlechtliche Ehen sind statistisch nicht erfasst.

Haring kennt die Hürden für Betroffene: Wenn etwa ein Baby in eine lesbische Ehe geboren wird, muss eine der Mütter das Kind erst adoptieren. „Das kann Jahre dauern und geht zulasten des Kindes“, erklärt Haring. Sie nennt etwa das Erbrecht, das in diesem Zeitraum noch nicht greift. Auch werde künstliche Befruchtung nicht finanziell unterstützt. „Das löst sehr viel Leid aus“, berichtet sie.

Schwierig für den Sexualkundeunterricht

Bekomme ein transsexueller Mensch, der sich als Mann sieht, ein Kind, werde er als Mutter eingetragen, so die Expertin: „Damit ist eine nicht-existente Person in der Geburtsurkunde.“ Auf Formularen steht oft Mutter und Vater oder Ehefrau und Ehemann statt Elternteil 1 und 2 – daher hat beispielsweise der Kita-Verbund in Kleinmachnow seine Fragebögen schon geändert. Interessant wird es auch, wenn beim Sexualkundeunterricht ein Kind darüber nachzudenken beginnen, wie es selbst entstanden ist, wenn doch üblicherweise ein Mann und eine Frau dazu nötig sind, um neues Leben auf die Welt zu bringen.

In den pädagogischen Einrichtungen müsse die Vielfalt sichtbarer gemacht werden, sagt Haring. Viel zu wenige Menschen würden sich mit dem Thema beschäftigen. Das bestätigen Betroffene. „Regenbogenfamilien haben zum Teil gar nicht die Möglichkeit, über ihre Familiensituation ins Gespräch zu kommen, weil die Erzieherinnen sofort sagen, sie haben kein Problem damit – und es damit wegschweigen“, sagt eine Regenbogen-Mutter, die anonym bleiben möchte, der MAZ.

Kinder gehen unkompliziert damit um

Kinder gingen damit meistens unkompliziert um, wären vielleicht bestürzt, dass sie, anders als ihr Freund nur einen Vater statt zwei hätten, oder glücklich, In der Kita endlich Mutter-Mutter-Kind spielen zu können. „Aber da ist es wichtig, wenn auch Erzieher damit gut umgehen können.“

Unter Lisa Harings Leitung bietet die Volkshochschule am 17. Mai den Workshop „Vielfalt willkommen: Familien unterm Regenbogen“ an. Anmeldung: 0332 03/80 37 10 oder kleinmachnow@kvhs-pm.de.

Von Konstanze Kobel-Höller

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