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Kleinmachnow Funde aus grauer Vorzeit werden ausgestellt
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Funde aus grauer Vorzeit werden ausgestellt
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06:08 31.05.2019
Den 120 Jahre alten Kachelofen fanden die Archäologen dort, wo mittlerweile die Besucher der Kirche ihr Auto parken. Quelle: Privat
Kleinmachnow

Die schönsten Funde der Ausgrabungen im ehemaligen Gutshof werden dauerhaft der evangelischen Kirchengemeinde ausgeliehen. Das Landesdenkmalamt und die Kreisarchäologin Annett Pratsch unterstützen in diesen Tagen bereits den Vorsitzenden des Heimatvereins, Axel Mueller, und die Kirchenratsvorsitzende Cornelia Behm, einzelne besondere Fundstücke der Ausgrabungen vergangener Jahre im neuen Gemeindehaus auszustellen. „Porzellan, Glas oder eine 120 Jahre alte Ofentür sind nicht kompliziert aufzubewahren und müssen auch nicht restauriert werden“, versicherte Annett Pratsch.

Denkmal direkt unter dem Gemeindehaus

Damit könnten der Öffentlichkeit Fragmente des Bodendenkmals mit der Nummer 30449, „Dorfkern deutsches Mittelalter“ dauerhaft gezeigt werden. Das Denkmal befindet sich direkt unter dem neuen Gemeindehaus und dem angrenzenden Parkplatz. Hilfe bei der Auswahl von interessanten alten und neueren Fundsachen kommt auch von Torsten Dressler vom Archäologiebüro ABD.

Dieser Ziegelstempel ist einer der Funde der Ausgrabung. Quelle: Privat

60 Tage arbeiteten sich die Archäologen nahezu sandkornweise durch den Kleinmachnower Boden. „Wir hatten keinen Forschungsauftrag, sondern führten im Auftrag der Kirche eine baubegleitende Maßnahme durch“, erklärte Archäologe Dressler. Aber die Fachleute wollten auch wissen: „Wie sieht’s denn darunter aus?“ Schließlich lag der Baugrund im ältesten besiedelten Teil von Kleinmachnow.

Bis ins 14. Jahrhundert nachvollziehbar

Die Forscher gingen deswegen dort in die Tiefe, wo einst die Ställe und das Wirtschaftsgebäude des Gutes standen. „Bis zurück ins 14. Jahrhundert kann man jetzt nachweisen, dass hier Gebäude standen“, deutet Annett Pratsch die ältesten Befunde, darunter ein Armbrustbolzen und Keramikscherben.

180 Fundstellen insgesamt dokumentierten die Fachleute aus Berlin in drei unterschiedlichen Grabungstiefen. Sie fanden Fahrspuren, Abdrücke von Tierkadavern, Tonnengewölbe und Gruben. Drei übereinander liegende Pflasterungen im Höhenabstand von jeweils 40 Zentimetern legten sie frei, jetzt lagert der Bauhof die historischen Pflastersteine.

Auch die Experten können nicht jedem gefundenen Gegenstand eine eindeutige Funktion zuordnen. Quelle: Privat

Auch einige für die Fachleute geheimnisvolle und überraschende Funde kamen ans Licht. „Technische Anlage nennen Archäologen alles, was sie nicht eindeutig zuordnen können“, sagt Torsten Dressler. Insbesondere das mehrmals um- und überbaute Wirtschaftsgebäude stellte sie vor Rätsel.

Es gibt noch Zeitzeugen

Hier entdeckten die Archäologen einen rund 120 Jahre alten Kachelofen und ein Betonpodest in Form einer Acht mit gefliesten Abflusskanälen. Reste eines metallenen Rohrsystems, das an eine Rohrpost-Anlage erinnert, verwunderte ebenfalls. Für eine Rohrpost fehlten die Adressaten in der Nähe. Und ob hier Schnaps gebrannt oder Wäsche ausgekocht wurde, ist bislang noch unklar.

Dabei gibt es sogar noch Zeitzeugen: Marita Waldow hat den Gutshof zwar noch als lebendigen Ort kennengelernt, aber die Gebäude hatte sie nie betreten. „Ich habe allenfalls durchs Medusentor geguckt und das Taubenhaus bewundert“, erzählte die Kleinmachnowerin den Denkmalpflegern. An die Kriegszeit und die Nutzung des Herrenhauses als Lazarett erinnert der Fund einer Soldatenmarke. Fest steht, dass in den Fünfziger Jahren die 1943 schwer zerstörten Gebäude abgerissen und zugeschüttet wurden.

Von Gesine Michalsky

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