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Kleinmachnow Gesamtschule will „Faire Schule“ werden
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01:15 23.06.2018
Die Kleinmachnower Lehrerin Jessica Drews (an der Tafel) unterrichtete in einem Hilfsprojekt ein Jahr lang afrikanische Schüler der Victorian High School in Entebbe (Uganda). Quelle: Privat
Kleinmachnow

Die GesamtschuleMaxim Gorki“ in Kleinmachnow will sich für das Prädikat „Faire Schule“ bewerben. Dieses Gütesiegel wird vom Zentrum für Globales Lernen in Berlin an Bildungseinrichtungen verliehen, in denen sich die Schüler respektvoll zueinander verhalten, verantwortungsbewusst mit ihrer Umwelt umgehen und Schulen in ärmeren Ländern der Welt in ihrem Bildungsauftrag aktiv unterstützen. Das Diakonische Werk Teltow-Fläming begleitet und berät interessierte Schulen in Brandenburg bei ihrer Bewerbung und zertifiziert diese Schulen bei Erfolg auch. Die Maxim-Gorki-Gesamtschule wurde vor einigen Jahren bereits mit einem Titel für ihre „hervorragende Studien- und Berufsvorbereitung“ ausgezeichnet.

„Wir möchten erreichen, dass sich Jugendliche mehr für politische Themen interessieren. Oft müssen wir fehlendes Vorwissen und mangelnde Bereitschaft bei ihnen feststellen, sich mit politischen Ereignissen und Entwicklungen im Land und in der Welt zu beschäftigen“, sagt Lehrerin Katrin Schöning. Sie unterrichtet an der Kleinmachnower Schule Politische Bildung und Deutsch und hat die Vorbereitung auf die Bewerbung initiiert.

Gemeinsam mit vier weiteren Kollegen und drei Schülern hat Schöning eine so genannte Steuerungsgruppe an der Schule gebildet, die die Bewerbung vorbereiten soll. „Wir wären froh, würde sich uns noch ein Elternteil anschließen“, wünscht sich die Pädagogin. In den Lehrer-, Schüler- beziehungsweise Elternkonferenzen stieß ihre Idee jeweils auf breite Zustimmung.

Katrin Schöning ist Lehrerin für Politische Bildung und Deutsch an der Maxim-Gorki-Gesamtschule in Kleinmachnow. Sie hat die Bewerbung um das Prädikat „Faire Schule“ initiiert. Quelle: Heinz Helwig

Die angestrebte Profilierung zur „Fairen Schule“ mit Initiativen, Veranstaltungen, Ausstellungen oder anderen Maßnahmen muss in einem bestimmten Zeitraum mit Berichten, Fotos oder Videos dokumentiert werden. Diese Dokumentation soll bis Mai oder Juni des nächsten Jahres fertig sein und anschließend dem Diakonischen Werk übergeben werden. Diese prüft innerhalb von etwa sechs Wochen, ob die Kriterien zur Vergabe des Prädikates erfüllt sind. „Das soll für uns aber keine einmalige Aktion sein. Die erreichte Entwicklung innerhalb des Projektes wird in unseren Schulalltag einfließen“, unterstreicht Schöning. Bei einem Erfolg könnte das Gütesiegel zum Schuljahreswechsel im nächsten Jahr verliehen werden, hofft sie. In welchem Rahmen dann die Tafel für die Schulhauswand überreicht werden soll, stehe noch nicht fest.

Schöning favorisiert Globales Lernen

Unter drei Bereichen muss sich die Schule ein Schwerpunktthema auswählen: Den fairen Umgang in der demokratischen Schulkultur untereinander, die ökologische Verantwortung gegenüber Umwelt und Klima sowie die faire Bewertung und Unterstützung der Menschen rund um den Erdball im Globalen Lernen. Diese Kategorie favorisiert Schöning. Die Schule muss sich aber noch entscheiden. Zum Schwerpunktthema müssen drei Schulprojekte dokumentiert werden, zu den anderen beiden Bereichen jeweils zwei Initiativen.

„Mit dem Globalen Lernen haben wir bereits gute Erfahrungen gemacht“, sagt Schöning. Kollegin Jessica Drews hat in einem Hilfsprojekt ein Jahr lang an der Victorian High School in Entebbe unterrichtet. Das Ergebnis ist eine Arbeitsgemeinschaft Uganda an der Maxim-Gorki-Gesamtschule und ein regelmäßiger Kontakt zur afrikanischen Bildungsstätte. Erst in diesem Frühjahr besuchte Drews „ihre“ Schüler in Entebbe. Dort herrscht beispielsweise eine große Malariaplage. Darum hat die schon Geld für Moskitonetze an der Schule gespendet. Ein Unicef-Sponsorenlauf auf dem Sportplatz erbrachte bislang einen Betrag von knapp 2000 Euro. Einige Gelder stehen noch aus. Einen Teil der Spenden übergibt Lehrerin und Unicef-Mitglied Annette Erpenbeck an ihre Organisation. Der Rest wird in noch fehlende Moskitonetze investiert. Nächstes Projekt für die afrikanische Schule könnten neue Stühle für denn Klassenraum sein, schließt Schöning nicht aus.

Der alljährliche Unicef-Sponsorenlauf an der Maxim-Gorki-Gesamtschule Kleinmachnow ist für die Schüler längst keine bloße Sportveranstaltung mehr. Etliche Schüler suchen sich mittlerweile keine Sponsoren mehr, sondern spenden selbst einen Betrag für das Ziel des Laufes. Quelle: privat

Auch in den anderen Projektbereichen sollen im nächsten Schuljahr Initiativen gestartet werden. So sollen unter anderem die leeren Pfandflaschen, die von etlichen Schülern in den Klassenräumen und auf dem Schulgelände hinterlassen werden, gesammelt werden und der Erlös ebenfalls in einen Spendentopf wandern. Im WAT-Unterricht wollen sich die Schüler auf ihre Teilnahme am Wettbewerb „Energiesparhaus“ vorbereiten. In einem Workshop sollen die Schülersprecher noch besser für ihre Aufgaben geschult werden. „Wir haben schon viele gute Initiativen an der Schule. Wir wollen das jetzt auch stärker nach außen zeigen“, so Schöning.

Titel „Faire Schule“ gilt für zwei Jahre

Der Titel „Faire Schule“ wird für zwei Jahre verliehen. Danach muss das Prädikat neu erworben werden.

In Brandenburg wurden in den vergangenen zwei Jahren sieben Schulen mit diesem Gütesiegel ausgezeichnet. Darunter befand sich auch die Grundschule am Pekenberg in Nuthe-Urstromtal als erste Grundschule des Landes (29. Mai 2018).

An der Maxim-Gorki-Gesamtschule lernen derzeit 650 Schüler. Sie werden von insgesamt 55 Lehrern in 26 Klassen unterrichtet. An der Schule arbeiten neun Referendare.

25 AGs sorgen für eine vielseitige außerschulische Beschäftigung.

Von Heinz Helwig

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