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Kleinmachnow Grün und autofrei: So soll das Quartier am Stahnsdorfer Damm werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Grün und autofrei: So soll das Quartier am Stahnsdorfer Damm werden
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19:42 30.09.2019
Modell des Berliner Büros Teleinternetcafé Architektur und Urbanismus für das neue Wohnquartiers am Stahnsdorfer Damm in Kleinmachnow. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

Ein autofreies Wohnquartier mit rund 117 Wohneinheiten, einem Garten, in den die bereits vorhandenen Gewächshäuser integriert werden sollen sowie einem Quartiersplatz – das beinhaltet der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für das umstrittene Kleinmachnower Areal am Stahnsdorfer Damm gegenüber dem Julius-Kühn-Institut.

Gewerbegebiet hat sich nicht gut entwickelt

Ende 2015 hatten die Diskussionen um ein Wohnquartier nahe der A 115 begonnen. Damals war vorgeschlagen worden, einige Flächen des ehemaligen Fashion-Parks für eine neue Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen, nachdem sich – so Bürgermeister Michael Grubert (SPD) – das Gewerbegebiet nicht wie gewünscht entwickelt hatte. Von bis zu 300 Wohneinheiten war damals die Rede, etwa 120 davon sollten altersgerecht ausgestattet sein und mit sozial verträglichen Mieten angeboten werden.

Die Idee hatte für heftige politische Kontroversen gesorgt, die Gegner sorgen sich um starken Zuzug und eine zu starke Belastung der Kleinmachnower Infrastruktur. Die Grünen stimmten zwar gegen das Vorhaben, doch die Mehrheit der Gemeindevertreter entschied sich dafür.

Pförtnerhäuschen, Wagenunterstand und geschützte Bäume

So wurde schließlich ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben, zu dem sechs Planungsbüros eingeladen wurden. Gefordert waren dabei die baulich-räumliche Grundstruktur, Geschosszahlen, Dachformen, Eingänge, Zufahrten, Freiflächen und die verkehrssichere Erschließung. Der Erhalt denkmalgeschützter Gebäude – das Pförtnerhäuschen und der Wagenunterstand –, geschützter Bäume und ökologische Aspekte waren ebenfalls zu integrieren. Zu achten war auf einen „lärmrobusten Städtebau“, liegt das neue Wohngebiet doch zwischen dem stark befahrenen Stahnsdorfer Damm und der Autobahn. Ein Gebäuderiegel entlang des Gewerbegebietes am Westrand soll den Hauptlärm von der A 115 abfangen.

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Für Wohnungen entlang des Stahnsdorfer Damms wurde gewünscht, dass sie nicht nur mindestens zehn Meter von der Straße entfernt stehen sollen, sondern auch zumindest über Aufenthaltsräume mit Fenstern an den seitlichen Fassaden verfügen sollen. Aus dem Lärmschutzgutachten hatte sich zwar die Empfehlung ergeben, dass mindestens ein Aufenthaltsraum pro Wohnung von der Straße abgewandt ausgerichtet sein muss, dies sei jedoch bei Mehrfamilienhäusern nicht möglich, hieß es. Schlafräume sollen zudem mit einer schallgedämpften mechanischen Lüftungsanlage – oder mit gleichwertiger Einrichtung – ausgerüstet werden.

Kompaktes Quartier grenzt an Gewerbehof

Unter den vier Büros, die an dem Wettbewerb teilnahmen, setzte sich Teleinternetcafé Architektur und Urbanismus aus Berlin in Zusammenarbeit mit Treibhaus Landschaftsarchitektur aus Hamburg durch. Das Konzept habe durch die Anordnung der Baukörper überzeugt, die ein kompaktes Quartier mit vorwiegend geschlossenen Kanten zu den Lärmquellen am Stahnsdorfer Damm im Süden und vor allem der A 115 sowie dem angrenzenden Gewerbehof im Westen bilden, so die Juroren. Gleichzeitig würden sich die inneren Höfe aber auch zur ruhigen Ostseite und damit zum wertvollen Baumbestand des Bannwaldes öffnen, was die Frischluftzufuhr fördere.

Geplant sind sowohl Mehrfamilienhäuser als auch kleinere Wohneinheiten und Reihenhäuser. Die Höhe der Gebäude verändert sich von vier Geschossen außen auf zwei Etagen im inneren Bereich. Alle Gebäude können entweder mit begrünten Dächern oder mit Photovoltaikanlagen versehen werden. Die meisten Schlaf- und Aufenthaltsräume sind in dem Entwurf zu den drei lärmgeschützten inneren Höfen ausgerichtet.

Essbarer Garten und ein Gewächshaus

Ein Quartiersplatz rund um eine alte Eiche sowie ein Quartiersgarten, der im Sinne einer essbaren Landschaft als gemeinschaftlicher Naschgarten nutzbar sein soll und in den auch ein Gewächshaus aus dem Julius-Kühn-Institut integriert wird, könnten Treffpunkte für die Bewohner werden. Generell soll das gesamte Quartier autofrei bleiben, über zwei Straßen vom Stahnsdorfer Damm aus gelangen die Autos direkt in die Tiefgaragen. Am Ende der Stichstraßen sind auch Parkplätze für Carsharing und Elektromobilität eingeplant.

Von Konstanze Kobel-Höller

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