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Kleinmachnow Das erwartet die Zuschauer im neuen Stück
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Das erwartet die Zuschauer im neuen Stück
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11:20 11.10.2019
Treffen sich vier Freunde nach Jahren wieder. Das Stück „Tiramisu“ des Kleinmachnower Kammertheaters ist eine bitterböse Komödie. Quelle: Friedrich Bungert
Kleinmachnow

Man sieht sich im Leben meistens zweimal – der Sinn dieses Spruchs wird auf wunderbar amüsante und turbulente Weise in der neuen Produktion „Tiramisu“ des Kammertheaters Kleinmachnow deutlich. Die anspruchsvolle Komödie über Wichtigtuerei, Intrigen, Verwicklungen sowie Liebeleien feiert am 31. Oktober Premiere auf der kleinen Bühne der Neuen Kammerspiele. Das Ensemble des 2016 gegründeten Laientheaters hat der MAZ vorab eine Kostprobe seines Könnens geboten und bei den Vorbereitungen zugucken lassen.

Unterhaltsamer Schlagabtausch

Das Bühnenbild und die Kostüme stimmen die Zuschauer von Beginn an ein: Man befindet sich im Urlaub in einem italienischen Restaurant. Vier Freunde – Judith und Lotte, Alfred und Thomas – treffen sich im neu eröffneten Ristorante Maronti. Es wird erzählt und noch mehr gelacht. Oberflächlich gesehen über die Erinnerungen an den gemeinsamen Urlaub auf Ischia, bei dem sie sich vor Jahren kennengelernt haben, doch dahinter verbirgt sich mehr. Der schnelle fürs Publikum unterhaltsame Schlagabtausch verunsichert bald die Runde.

Widersprüchliche Charaktere

„Das Leben ist weitergegangen, ich brauche von jedem ein Update“, fordert Alfred, der coole Manager, der überzeugend von Marcus Adebahr dargestellt wird . Im wirklichen Leben hat er als Hausmeister in den Kammerspielen das Sagen. Judith stellt sich als globale Geschäftsfrau in der Gastronomie vor: „Meine Hummer reisen um die Welt.“ Die Rolle der Erfolgsverwöhnten, die vielleicht auch alle nur an der Nase herumführt, mimt Cornelia von Hammerstein erfolgreich. Fluglotse Thomas, abwechslungsreich gespielt von Jörg Klein, ist der Erste, der sich in Widersprüche verwickelt.

Sprechtheater bereichert Kulturszene

Das Kammertheater Kleinmachnow hat sich Anfang 2017 mit Unterstützung des Fördervereins „Freundeskreis der Neuen Kammerspiele Kleinmachnow“ gegründet.

Im Team von mittlerweile sechs Kleinmachnowern und zwei Berlinern werden die Stücke ausgewählt und zusammen erarbeitet.

Ziel des Kammertheaters ist es, die traditionell starke Kulturszene Kleinmachnows durch anspruchsvolles Sprechtheater zu erweitern.

Nach Woody Allan „Spiel´s nochmal, Sam“ (Premiere März 2018) wird nun das Stück „Tiramisu“ von Michael Dangl in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow erarbeitet.

Premiere ist am 31. Oktober um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen: 1./2.und 14./15./16. November, jeweils ebenfalls um 20 Uhr. Neue Kammerspiele Kleinmachnow, Karl-Marx-Str. 18 oder unter www. neuekammerspiele. de. Karten kosten 12 Euro.

Tiramisu wird nur an diesen Abenden in der Pause verkauft.

Wer belügt hier eigentlich wen? Verzweiflung und Komik wechseln sich ab. Denn schon bald entwickelt sich der Abend für die vier Freunde ganz anders als geplant, die Harmonie ist vorbei, es fliegen die Fetzen und das Tiramisu nach Art des Hauses ist nicht die einzige Überraschung des Abends. Lotte alias Dagmar Keck und Giorgio, der italienische Wirt, gespielt von Michael Esser, haben ihre großen Auftritte erst zum Schluss. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht.

Das vor zwei Jahren geschriebene Theaterstück stammt aus der Feder der Familie Dangl. Michael Dangl und seine Eltern Christa und Agilo, bekannt durch Theater- und Filmproduktionen in München und Wien haben die Dialoge geschrieben, die locker und bissig zu fesseln verstehen.

Original Kleinmachnower Gewitter

Blut geleckt haben die mittlerweile sechs Hobby-Schauspieler, nachdem ihr erstes Stück, Woody Allens „Spiel’s nochmal, Sam“, im vergangenen Jahr in den Kammerspielen an allen Abenden ausverkauft war und sehr viel Lob erhielt, erzählt Dagmar Keck. Zum Kleinmachnower Kulturleben dazuzugehören, motiviert, den Erfolgsdruck jetzt gelassen zu nehmen.

„Wir sind stolz darauf, zur Kulturszene dazuzugehören“, sagt Organisatorin und Souffleuse Petra Ostrowski, die zuverlässig für die nötige Ruhe im Ensemble sorgt. Auch wichtig ist der Tontechniker Jacob Erlbeck. Von ihm stammt ein original Kleinmachnower Gewitter, das er in diesem Jahr aufgenommen hat und das zusätzlich für Stimmung vom Feinsten sorgt. Seine Schwester, Schauspielerin Frederike Schröder, ist für das Feedback während der Proben zuständig. „Regie haben wir tatsächlich alle geführt“, erzählt Dagmar Keck lachend, „und dabei viel diskutiert.“ Hingehen lohnt sich, so viel steht fest.

Von Gesine Michalsky

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