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Kleinmachnow Enttäuschung und Ärger: Freibad Kiebitzberge zu schnell ausverkauft
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow

Kleinmachnow: Freibad Kiebitzberge zu schnell ausverkauft - Corona-Restriktionen

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07:39 23.06.2021
Das Badevergnügen im Freibad Kiebitzberge ist an heißen Tagen ein hart umkämpftes.
Das Badevergnügen im Freibad Kiebitzberge ist an heißen Tagen ein hart umkämpftes. Quelle: Friedrich Bungert
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Kleinmachnow

Ihrem Ärger über angeblich zu wenige Tickets für das Freibad Kiebitzberge in Kleinmachnow lassen derzeit einige Bewohner der Region auf den sozialen Medien freien Lauf. Mehrere Betroffene berichten davon, dass sie entweder online nicht buchen konnten oder vor Ort für den aktuellen Tag keine Karten mehr bekommen hätten. Freibad-Chef Markus Schmidt nimmt die Aufregung gelassen.

„Ein Thema gibt es für alles“, sagt er. Manchmal komme einfach alles zusammen, wie etwa am vergangenen Wochenende. Bei extrem hohen Temperaturen ziehe es alle ins Freibad, doch durch die Regulationen dürften nur 1500 Personen in den jeweiligen festgelegten Zeitfenstern eingelassen werden – in Nicht-Coronajahren hatte er früher an heißen Tagen durchaus mehr als 4000 Badegäste. Außerdem hätten mehrere Rettungsschwimmer abgesagt.

Erschwerte Rettungsschwimmer-Situation durch Corona

Sieben bis acht von ihnen möchte Schmidt derzeit vor Ort sehen, wenn alle Tickets verkauft sind, um die Beckensicherheit gewährleisten zu können, sagt er. Doch auch wenn er auf rund 25 bis 30 Rettungsschwimmer zurückgreifen könne, so sei der Juni immer problematisch, da in dem Monat noch Uni- und Prüfungsbetrieb sei, manchmal würden natürlich auch private Gründe zu Absagen führen. „Das ist für uns schlecht, weil wir dann entsprechend reagieren müssen“, so Schmidt. „Und wenn wir die Sicherheit nicht gewährleisten können, ist mir auch egal, wie viele Leute draußen warten.“

Normalerweise habe er aber ausreichend Rettungsschwimmer, so Schmidt. Die Pandemie habe die Situation aber erschwert, da währenddessen niemand neu ausgebildet werden konnte und auch keine Erste-Hilfe-Kurse abgehalten werden konnten. Es reiche eben nicht, dass jemand irgendwann einmal Rettungsschwimmer war, sagt der Freibad-Chef. Es werde aber darauf reagiert, so habe gerade ein Kurs im Freibad stattgefunden, um werdende zu neuen Rettungsschwimmern auszubilden.

Markus Schmidt, Geschäftsführer Freibad Kiebitzberge Kleinmachnow. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Online würden derzeit nur 250 Tickets verkauft, freigegeben wären die Buchungen bis zum 18. Juli – bis dahin gilt die aktuelle Verordnung. Was danach kommt, ist noch offen. Die anderen Karten können für den jeweiligen Tag vor Ort an der Kasse gekauft werden. „Weil da der Bedarf viel größer ist, der Freibadgänger ist ein Spontan-Entscheider.“

Online im Voraus oder am selben Tag vor Ort

Sein Tipp ist, die Wetterlage vorausschauend zu beobachten und dann vorweg Karten online zu buchen. Dazu müssen für jeden Gast Vor- und Nachname sowie eine Telefonnummer angegeben werden, um ihn für die Kontaktnachverfolgung zu registrieren. Bezahlt werden kann mit EC-Karte oder Kreditkarte über Klarna, die Erstellung eines paypal-Kontos hätte zu lange gedauert. Mit einem zugesandten QR-Code kommt der Badegast dann unkompliziert durch das Drehkreuz ins Freibad. Wird ein Zeitfenster nicht mehr angezeigt, gibt es auch keine Online-Karten mehr dafür.

„Wir haben unsere Plattform kurzfristig dafür ausgebaut, da steckt ein großer Aufwand dahinter“, sagt Schmidt. Leider würden aber viele nur schauen, wo sie buchen müssten, ohne sich vorher alles durchzulesen, und sich dann wundern, wenn es nicht ginge. Im Vorjahr sei es noch einfacher gewesen, ohne Zeitfenster und ohne Kontaktnachverfolgung. Nun müssen um 14 Uhr alle aus dem Freibad, damit einmal gereinigt werden könne. 

Für alle, die keine Online-Tickets bekommen haben, besteht immer noch die Möglichkeit, am selben Tag zur Kasse zu gehen. Hier gibt es keine Ratschläge von Schmidt. „Da kann um neun Uhr schon eine Schlange sein und wenn man um zehn Uhr drankommt, gibt es keine Karte mehr.“ Bei schönem Wetter gebe es immer sofort einen riesengroßen Andrang. Tickets gibt es nur für den gleichen Tag, dafür aber für alle Zeitfenster. Registrieren kann man sich dann per Meldebogen oder Luca-App.

Reduziert werden die Kartenkontingente übrigens auch ein wenig durch die Schwimmkurse, die aktuell laufen. Da die Kommunen diese fördern, wurden sie auch aufgestockt – laufen sonst etwa sechs Seepferdchen-Kurse, sind es derzeit elf pro Woche. Pro Kurs nehmen 15 Kinder teil. „Aber für mich hat einfach Priorität, dass die Kinder schwimmen lernen“, sagt Schmidt. „Sicher gebe ich jedem Recht, dass es blöd ist, seinem Dreijährigen sagen zu müssen, dass aus dem Schwimmen nichts wird, weil es keine Karten mehr gibt – aber das ist die Verordnung, die uns die Landesregierung auferlegt hat.“

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Am Montag musste er zu allem Überfluss seine Gäste auch noch früher aus dem Bad bitten: Chlorgas war ausgetreten, wie sich herausstellte, war die Dichtung einer Gasflasche undicht geworden. Um 21 Uhr war der Fehler behoben, am Dienstag konnte wieder normal weitergemacht werden.

Von Konstanze Kobel-Höller