Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kleinmachnow Unbekannter lockt Mädchen mit kleinen Hunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Unbekannter lockt Mädchen mit kleinen Hunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 19.01.2019
Kinder sollten sich auf kein Gespräch mit Fremden einlassen, sondern weglaufen und einen sicheren Ort aufsuchen, rät die Polizei. (Symbolbild) Quelle: Jörg Lange/DPA
Kleinmachnow

Eigentlich wollte Sarah (Name geändert) am Sonntagmittag auf dem Hof des elterlichen Grundstücks im Zehlendorfer Damm in Kleinmachnow mit ihren Inlinern nur ein paar Runden drehen. Doch nach kurzer Zeit stand das sechsjährige Mädchen wieder völlig verstört im Flur. „Ich gehe nie wieder raus!“, rief sie ihren Eltern entgegen. Dann berichtete die Erstklässlerin von einer Begegnung mit einem unbekannten Mann. Der Fremde habe sie schon eine längere Zeit von der Straße her so komisch angesehen, sagt Sarah. Dann sei er an den Grundstückszaun herangetreten und habe etwas von „Welpen zeigen“ gesagt. Genau habe das Mädchen den Mann nicht verstanden. Es habe auch nicht weiter nachgefragt, sondern sei direkt ins Haus gelaufen.

Kein Jogger oder Spaziergänger

„Normalerweise ist unsere Hündin auch immer auf dem Hof, wenn die Kinder draußen sind“, sagt die Mutter. Sarah ist das zweitjüngste Kind von drei Geschwistern. Doch an diesem Tag fror das Tier, so dass die Eltern es wieder ins Haus nahmen. „Sonst hätte der Hund den Fremden sicher verbellt.“ Zunächst fragten die Eltern nach, ob es vielleicht auch ein Jogger oder ein anderer freundlicher Passant gewesen sein könnte, der nur mal kurz mit dem Mädchen plaudern wollte. Doch an der ängstlich-widerstrebenden Reaktion ihrer Tochter erkannten sie, wie unheimlich ihr die Begegnung war. „Zwei Dinge fanden wir bei der Schilderung unserer Tochter merkwürdig: Dass der Unbekannte sie relativ lange beobachtet und ihr angeboten hatte, sich gemeinsam Welpen anzusehen“, erklärt der Vater.

Suche bleibt erfolglos

Während die Eltern die Polizei informierten, lief ein Nachbar los, um die Umgebung nach dem Fremden abzusuchen. Die Suche blieb erfolglos. „Die sind meist mit einem Auto unterwegs“, sagte er anschließend zu den Eltern. Das Mädchen soll den Unbekannten als einen Mann mittleren Alters und durchschnittlicher Größe beschrieben haben, der kurzes Haar hatte. Er soll mit einer kreuzen schwarzen Hose und einem kurzärmeligen T-Shirt mit schwarzen Streifen bekleidet gewesen sein.

Polizei rät Kindern und Eltern

Grundsätzlich sollten Kinder von Fremden keine Geschenke annehmen oder mit ihnen mitgehen. Auch nicht, wenn Unbekannte ihnen nur etwas zeigen wollen. Eltern sollten ihren Kindern sagen, dass sie nie Fremde schicken würden, um sie abzuholen oder heim zu fahren.

Eltern sollten ihren Kindern grundsätzlich glauben, dass sich der Sachverhalt genauso wie von ihnen geschildert zugetragen hat. Speziell geschulte Polizisten können bei der späteren Befragung diese Glaubhaftigkeit erneut, gemeinsam mit den Eltern, überprüfen.

Kinder sollten gegenüber Fremden immer einen Abstand von mindestens zwei Armlängen einhalten. Sie sollten ihnen in die Augen schauen und selbstbewusst und mutig auftreten. Verdächtige sprechen eher unsicher wirkende Kinder an, sagen Kriminalisten.

Die Eltern informierten umgehend die Eigenherd-Grundschule in Kleinmachnow, in die das Mädchen eingeschult wurde. Auch der Vorsitzende der Gesamtelternkonferenz erhielt eine E-Mail, der seinerseits wiederum die Elternsprecher benachrichtigte. Über ein selbst aufgebautes digitales Nachbarschaftsnetz wurden andere Eltern in Kleinmachnow vor dem Mann gewarnt. „Nachdem wir von dem Vorfall erfuhren, habe ich sofort die Lehrer gebeten, die Schüler noch einmal ausdrücklich zum Umgang mit Fremden zu belehren“, sagt Schulleiterin Karen Korge. Auch an der Heinrich-Zille-Grundschule in Stahnsdorf soll es in der ersten und der fünften Klasse eine Belehrung durch die Klassenlehrer gegeben haben, berichtet eine Mutter in den sozialen Netzwerken.

Bereich wird stärker kontrolliert

„Wir wollten gerade damit beginnen, unsere Tochter selbstständig in die Schule zu schicken. Sie sollte mit der Ältesten mitgehen, die die selbe Schule besucht“, sagen die Eltern. jetzt begleiten sie abwechselnd ihr jüngstes Kind zum Unterricht und holen es auch wieder ab. Der kürzere Schulweg führt durch ein kleines Wäldchen. Inzwischen hat das Mädchen den Vorfall als eine Art Abenteuer verarbeitet, mit dem beruhigenden Gefühl, sich genau richtig verhalten zu haben, sagt die Mutter. „Wir wollten ihr vor allem die Angst nehmen, nach draußen zu gehen.“

Aus der Befragung des Mädchen konnte keine strafrechtlich relevante Handlung des Unbekannten abgeleitet werden, sagt ein Sprecher der Polizeidirektion West. Darum sei auch keine Anzeige aufgenommen worden. Die Eltern können aber ein Aktenzeichen zu diesem Vorfall vorweisen. Der Streifendienst und der Revierpolizist seien informiert. Der betreffende Bereich werde verstärkt kontrolliert, so der Sprecher. Grundsätzlich seien Wachsamkeit und Sensibilität wichtig, dagegen Panikmache allerdings fehl am Platz.

Von Heinz Helwig

Auf einem Schulgelände in Kleinmachnow hat die Polizei ein kleines Tütchen mit weißem Pulver gefunden. Schnell stellte sich heraus, um was es sich dabei genau handelte.

15.01.2019
Kleinmachnow Kommunen organisieren sich gegen Wildschweine - Vereint gegen das Schwarzwild

Zu einem Fachgespräch zum Thema Wildschweine wollen sich Kleinmachnow und Stahnsdorf mit den zuständigen Jagdpächtern und weiteren Experten treffen. Über Ergebnisse wollen die Kommunen umgehend informieren.

14.01.2019

In den drei Fundbüros in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf werden zuweilen die kuriosesten Fundstücke abgegeben. Auf Platz eins der verlorenen Sachen stehen immer noch herrenlose Fahrräder.

13.01.2019