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Kleinmachnow „Die weiße Frau“ zieht um
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow „Die weiße Frau“ zieht um
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01:15 27.07.2018
Kleinmachnows Heimatvereinsvorsitzender Axel W. Mueller zeigt ein Foto von der Statue, die vor dem früheren Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde aufgestellt werden soll. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

Mehr Kunst im öffentlichen Raum möchte Axel W. Mueller vom Heimatverein Kleinmachnow sehen – und freut sich, dabei auch aktiv werden zu können: „Wir haben das Angebot von den Erben Konrad Gérard bekommen, eine Plastik als Dauerleihgabe zu übernehmen“, erzählt er. „Das ist für uns schon eine sehr große Wertschätzung.“ Es handelt sich dabei um eine Marmorstatue mit dem Namen „Mutter mit Kind“, auch „Die weiße Frau“ genannt, die derzeit hinter dem Haus am Zehlendorfer Damm 51 steht und von dem deutschen Bildhauer Reinhold Felderhoff (1865 – 1919) Anfang des 20. Jahrhunderts erstellt wurde. 1911 hat der Künstler die gleiche Statue dann auch in Bronze geschaffen, die heute im Berliner Brosepark steht. Der Heimatverein soll sich nun um den sachgerechten Transport der etwa 2,50 Meter hohen und rund 300 Kilo schweren Plastik, den Standort, eventuell eine Reinigung, da sie durch die Witterung schon etwas gezeichnet ist, ihre Versicherung und andere Schritte kümmern, um sie zu übernehmen.

Grünes Band der Kultur

Als neuer Standort schwebt Mueller dabei die Grünfläche vor dem Jägerstieg 2 vor, so dass sie öffentlich sichtbar, aber dennoch geschützt ist. „Ich denke, das ist für die Kultur unseres Ortes ein schönes Angebot, weil wir im öffentlichen Raum relativ wenige Objekte haben“, freut sich Mueller, der betont, dass er sich mit seinem Verein auch schon seit Jahren dafür einsetzt, die Figur „Phryne“ des Künstlers Ferdinand Lepcke (1866–1909), die derzeit auf dem Hof der Eigenherd-Grundschule untergebracht ist, wieder öffentlich sichtbarer zu machen. Auch die Gussform der Zille-Statue auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz soll nach Kleinmachnow umziehen. Doch hier sei man in den vergangenen Monat keinen Schritt weitergekommen, bedauert er. Generell stelle sich auch die Frage, wo in Kleinmachnow Platz für Kunst im öffentlichen Raum sei. Da böte sich die Grünfläche zwischen dem Bauhof und dem Jägerstieg 2 an, ein Areal, das Bürgermeister Michael Grubert (SPD) zwischenzeitlich als „grünes Band der Kultur“ bezeichnet hatte. „Aber das sind Ideen, die nicht von heute auf morgen realisierbar sind“, so Mueller. „Der Bürgermeister hat es nicht leicht, es gibt viel Widerstand in der Gemeindevertretung.“

Initiative für ein bürgernahes Museum

Der Heimatverein besteht aus 90 Mitgliedern. Der Vorstand des Vereins trifft sich wöchentlich. Der Verein bietet Führungen und Veranstaltungen an, betreut ein Archiv und eine Internetpräsenz, arbeitet an Publikationen und hält Kontakte zu anderen Einrichtungen.

Die Museumsinitiative in Kleinmachnow tritt für ein bürgernahes Museum ein. Sie hat bereits zwei Projektausstellungen zu den Themen „Ein Museum von und für Kleinmachnow“ (2016) und „Wurzeln“ (2017) organisiert.

Reinhold Felderhoff wurde im Jahr 1865 im westpreußischen Elbing geboren und starb im Jahr 1919 in Berlin. Bekannt ist er unter anderem für eine Denkmalgruppe der Siegesallee in Berlin-Tiergarten. Felderhoff ist auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt.

Zu den Werken Ferdinand Lepckes, für die er mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt wurde, gehört nicht nur die Figur der „Phryne“, die in der Stahnsdorfer Eigenherd-Grundschule steht, sondern auch unter anderem das Denkmal für Ernst von Stubenrauch in Teltow.

Auch die Zukunft des ehemaligen Gemeindehauses am Jägerstieg 2 selbst ist noch nicht entschieden. „Es ist ziemlich bedauerlich, dass die Verwaltung und die Arbeitsgruppe nur im langsamen Rhythmus agieren“, kritisiert Mueller. Wie die Museumsinitiative und der Verein „Stolpersteine“ hofft er, dort mit dem Heimatverein möglichst bald ein neues Zuhause zu finden. „Erst ist eine Betriebserlaubnis nötig, die Nutzung als Kirche wurde ja aufgegeben und eine neue Nutzungserlaubnis wurde noch nicht erteilt.“ Damit seien dann aber auch brandschutztechnische und andere Fragen verbunden, die zunächst bewältigt werden müssten. „Der Bürgermeister hat uns aber zugesagt, dass wir noch in diesem Jahr erfahren, wo unsere neuen Räume sind“, ist er optimistisch.

Geschichtswerkstatt in der alten Kirche

Unterdessen entwickelt sich die Museumsinitiative weiter und wird erwachsen: In der für den 30. August geplanten Gründungsveranstaltung wird nicht nur über die Satzung abgestimmt, um die rund ein Jahr gerungen wurde, sondern es werden auch die beiden Vorsitzenden sowie der Kassenwart gewählt. Kandidaten oder Kandidatinnen gebe es, allerdings würden diese jetzt noch nicht öffentlich bekannt gegeben, erklärt Martina Dettke, derzeitige Sprecherin der Initiative. „Das Wahlergebnis geht zum Amtsgericht und zum Notar, und dann sind wir ein Verein“, so Dettke. Dieser Schritt sei einfach notwendig gewesen, um Fördermittel beantragen zu können und um klare Ansprechpartner für juristische Fragen zu haben. „Dann können wir auf Räume am Jägerstieg 2 hoffen und auf Ausstellungsflächen.“

In der ehemaligen Kirche erhofft sich die Museumsinitiative – der Name soll auch dem Verein erhalten bleiben – einen Raum zum Treffen, Planen, Arbeiten und auch zum Verstauen von Material. Auch die Geschichtswerkstatt soll dort abgehalten werden können, mit einem regelmäßigen fixen Termin. „Wenn wir wieder ein Thema haben, werden die Leute auch kommen“, ist Dettke überzeugt. Auch wenn sie der Meinung ist, dass so ein Vorhaben mit einer bezahlten Person in Form eines Kurators oder einer Kuratorin steht und fällt. „Aber das wurde in der Gemeindevertretung ja abgelehnt – doch immerhin wurden die 20 000 Euro für museale Arbeit wieder ins Budget aufgenommen.“ In diesem Jahr ist jedoch keine Ausstellung geplant, das nächste Vorhaben ist die Teilnahme an der großen Jubiläumsfeier „Kleinmachnow 2020“.

Von Konstanze Kobel-Höller

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