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Kleinmachnow Meiereifeld soll vom Lkw-Durchgangsverkehr befreit werden
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18:07 05.04.2019
Es fahren zu viele Autos durch den Bereich im Meiereifeld – und häufig sind sie auch zu schnell. Quelle: Gesine Michalsky
Kleinmachnow

„Es besteht Handlungsbedarf“ – mit dem neuen Gutachten zur Verkehrssituation im Uhlenhorst/Meiereifeld präsentierte das Büro Verkehrsconsult Berlin-Dresden (VCDB) am Donnerstagabend seine Analyse mit Maßnahmenvorschlägen im Kleinmachnower Rathaus. Eingeladen hatte der vor fünf Jahren von Anwohnern gegründete Verein „Uhlenhorst Meiereifeld lebenswert“.

21.000 Fahrzeuge tagsüber gezählt

In seinem Auftrag maßen VCDB-Mitarbeiter an sieben Tagen zwischen 7 und 18 Uhr die Anzahl der Fahrzeuge: Es waren 21.000. Im Schnitt passierten 3700 Fahrzeuge täglich diesen Bereich. 82 Prozent von ihnen schneller als erlaubt. Drei Prozent des Verkehrsaufkommens machen Schwerlastwagen aus.

Die zulässige Lärmgrenze wurde häufig überschritten. Zudem ist die Straße nur bis zu sechs Meter breit und schlecht einsehbar, weil sie von Bäumen und Zäunen gesäumt wird. Für das registrierte Verkehrsaufkommen sei sie nicht geeignet, so die Verkehrsexperten. „Der Befund ist da. Es muss etwas gemacht werden“, fasste Verkehrsplaner Tobias Mros zusammen. „Die Eindrücke der Anwohner decken sich mit dieser Untersuchung“, betonte Alfred Weigert, Sprecher des Anwohnervereins.

Meiereifeld in Kleimachnow. Quelle: Gesine Michalsky

Mögliche Maßnahmen dagegen müssen nicht teuer sein, wie der Vortrag zeigte. Er empfahl beispielsweise ein Durchfahrtsverbot für Lkw ab 3,5 Tonnen. Zudem sollte besser sichtbar gemacht werden, dass es sich hier nicht um eine Vorfahrtsstraße handelt. Durchgesetzt werden soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30. Gefordert wird eine Mittelinsel für Fußgänger und Schulkinder am Bannwald.

Aus dem Publikum kam viel Lob für die Vorschläge. Birgit Schulz vom Bauamt zeigte sich begeistert. „Da sind gute Ideen und ein breites Spektrum an Möglichkeiten aufgezeigt worden“, unterstrich die Fachdienstleiterin Stadtplanung.

Gemeinde lässt Verkehrskonzept erarbeiten

Das Gutachten haben die Anwohner in Auftrag gegeben, weil seit mehr als zehn Jahren der Gemeinde-Beschluss, Durchfahrten von Lkw zu verbieten, nicht umgesetzt wird. Die Gemeinde verweist dabei auf ihr Verkehrskonzept, das zurzeit erstellt werde. Zu den darin aufgelisteten sechs Handlungsschwerpunkten gehört die Verbindungsstraße zwischen Berlin und Teltow aber nicht – auch wenn sogar Google in seiner Routenplanung die Verbindung als Abkürzung zwischen A 115 (Abzweig Spanische Allee) und der L 40 in Ruhlsdorf empfiehlt.

Konzept in Arbeit

Ein Planer erarbeitet inzwischen ein Verkehrskonzept für die Gemeinde Kleinmachnow. Sechs Schwerpunkte hat er aufgelistet: Förster-Funke-Allee, Zehlendorfer Damm, Stolper Weg, OdF-Platz und Rudolf-Breitscheid-Straße sowie Schleusenweg. Mit dem Konzept soll die Gesamtlage, aber nicht eine Einzelmaßnahme angegangen werden. Die Probleme im Meiereifeld gelten als Einzelmaßnahme.

Explizit den Durchgangsverkehr zu messen, wenn die Rammrath-Brücke nach Teltow geschlossen wird, empfiehlt das Planungsbüro VCDB.

Die Anwohner sind enttäuscht von der Verkehrspolitik im Ort – und das schon lange. Gut 40 von ihnen schilderten ihre täglichen Erlebnisse: „Es könnte jeden Tag hier krachen, wenn ich meine Vorfahrt beanspruchen würde“, empörte sich ein Anwohner und unterstrich, dass es keinen Sinn mache, auf ein Verkehrskonzept der Gemeinde zu warten. „Radfahren ist lebensgefährlich auf dem Meiereifeld“, meinte ein anderer. Er verwies darauf, dass sich zwei Lkw bei der Enge nicht sicher begegnen könnten.

Gemeindevertreter signalisieren Zustimmung

Politische Unterstützung sagten auch Gemeindevertreter zu. Für die CDU erklärte Uda Bastians: „Hier haben wir interessante Ansätze, die nicht viel Geld kosten, aber viel bewirken.“ Auch Michael Martens, Gemeindevertreter der Grünen, und der BIK-Fraktionsvorsitzende Roland Templin sprachen sich dafür aus, das Gutachten in der Gemeindevertretung beraten zu lassen. „Die Ergebnisse sollten wir in das Verkehrskonzept integrieren“, empfahl Templin.

Von Gesine Michalsky

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