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Kleinmachnow SEK verhaftet Ex-Mann zweimal
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow SEK verhaftet Ex-Mann zweimal
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18:56 16.07.2018
Das Sondereinsatzkommando der Polizei musste in diesen Tagen zweimal nach Kleinmachnow ausrücken.
Das Sondereinsatzkommando der Polizei musste in diesen Tagen zweimal nach Kleinmachnow ausrücken. Quelle: Julian Stähle
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Kleinmachnow

Gleich zweimal innerhalb weniger Tage wurde das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei Brandenburg zu einer Pension nach Kleinmachnow gerufen. Dort nahm die Spezialeinheit bereits am späten Donnerstagabend der vergangenen Woche einen 54-jährigen Mann fest, der in der Nacht zuvor seine Ex-Frau mit einer Schusswaffe bedroht haben soll. Die Frau hatte den Vorfall am Donnerstag der Polizei gemeldet. Bei der Durchsuchung der Wohnung seien eine Schusswaffe sowie ein Messer gefunden worden, teilte die Polizei jetzt mit.

Nachdem das SEK den Mann festgenommen und die Polizei den 54-Jährigen vernommen hatten, verfügte das Amtsgericht Potsdam ein Annäherungsverbot gegen ihn gegenüber seiner Ex-Frau. Da nach Ansicht der Staatsanwaltschaft keine ausreichenden Haftgründe vorlagen, wurde er am vergangenen Freitagmittag wieder aus dem vorübergehenden Gewahrsam entlassen. Gegenüber der Polizei hatte er angegeben, sich freiwillig einer psychiatrischen Behandlung unterziehen zu wollen.

Nach intensiven Ermittlungen der Polizei am Freitag und am Samstag soll sich der Verdacht erhärtet haben, der 54-Jährige könne noch weitere Waffen besitzen, diese versteckt halten und damit seine Ex-Frau erneut bedrohen. Ein Richter erließ daraufhin Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen in Berlin und Kleinmachnow. Außerdem verfügte er, dass der Mann erneut in Gewahrsam genommen wird.

Polizei findet weitere Waffe

Ein zweites Mal rückte das SEK am Samstagabend in Kleinmachnow an, um den Mann festzunehmen. Für diesen Einsatz sperrte die Polizei erneut die umliegenden Straßen. Nach Polizeiangaben befand sich der Gesuchte jedoch nicht in der Pension. Auch die bekannten Aufenthaltsorte in Berlin wurden durchsucht. Schließlich sei es der Polizei gelungen, den Mann zu finden und festzusetzen, teilte sie gestern mit. Die Beamten ermittelten ein weiteres Versteck, in der eine weitere Waffe gefunden wurde. Die Polizei widerspricht anders lautenden Medienberichten, wonach aus den Waffen ein Schuss abgegeben worden sein soll. Kriminalisten vernehmen derzeit den 54-Jährigen und prüfen seinen weiteren Verbleib, so die Polizei.

Vor einigen Tagen auch in Stahnsdorf

Das Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei ist für die Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und für Zugriffe ausgebildet. Es kommt bei besonderen Gefährdungslagen sowohl präventiv (zum Beispiel zum Schutz bei Staatsbesuchen), als auch operativ (auf Anforderung der regulären Polizei) zum Einsatz.

Auch in Stahnsdorf das SEK unlängst erst bei einem Konflikt mit einem Einwohner in einem Einfamilienhaus eingesetzt.

Nach Angaben aus Bekanntenkreisen des Mannes soll es sich bei ihm um einen früheren Auslandskorrespondenten handeln, der für mehrere Fernsehsender berichtete. Dem Vernehmen nach lebte er bereits seit Monaten in der Pension, weil er aufgrund der Scheidung von seiner Frau das bisherige gemeinsame Wohnhaus verlassen musste. Ein Bekannter will mit dem Mann nach dessen Freilassung am Freitag noch am Samstagmittag sowie am Sonntagvormittag telefoniert haben. Der 54-Jährige soll sich zuletzt aus einem Berliner Krankenhaus gemeldet haben, das er aufsuchte, um seine Verletzungen bei der ersten Festnahme untersuchen zu lassen, gibt der Bekannte an. Dann sei der Kontakt abgebrochen. Die Polizei wollte keine Angaben zu möglichen Verletzungen bei den Zugriffen machen.

Der SEK-Einsatz ist für sie kein Sonderfall. „Sobald bei einem Zwischenfall eine Waffe im Spiel ist – das kann auch ein Messer oder ein anderer lebensbedrohender Gegenstand sein –, rufen wir aus Sicherheitsgründen die Spezialisten“, sagt Polizeisprecher Heiko Schmidt.

Von Heinz Helwig