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Kleinmachnow Wendezeit-Podcast wird zur Bühnenshow in den Neuen Kammerspielen
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06:01 12.09.2019
Der Fotograf und Podcaster Dieter Röseler veranstaltet in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow vier Abende zum Thema 30 Jahre Mauerfall. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

„Die erste Sendung im Januar habe ich mit mir selbst gemacht und die ersten Folgen waren auch nur zum Hören. Aber es stellte sich heraus, dass die Leute lieber was sehen wollen“, sagt der Fotograf und Podcaster Dieter Röseler. Im Herbst darf er nun vier Folgen seines Podcasts „Die Besten im Westen – im Osten nur Kosten?!“ in den Neuen Kammerspielen in Kleinmachnow produzieren.

Förderung für vier Folgen des Show-Podcasts

Zu seinem Engagement in Kleinmachnow kam der Bergisch-Gladbacher als er eine Ausschreibung des Freundeskreises der Kammerspiele für Förderpreise entdeckte. Er sendete sein Exposé für Podcasts zum Thema rund um den Jahrestag des Mauerfalls ein und hatte Glück: Die Zusage, dass die Kosten für vier Folgen übernommen werden, landete in seinem Postfach. 3000 Euro waren insgesamt im November 2018 ausgeschrieben worden, aufgeteilt wurde der Betrag unter vier Projekten, so Dagmar Keck vom Förderverein.

Als künstlerische Beratung wurde Carolin Huder, Geschäftsführerin der Spielstätte, miteinbezogen. Das Projekt Röselers sei ein neues Genre für die Kammerspiele, sagte Huder bei der symbolischen Übergabe der Preise im März. Mit Spannung werde abgewartet, wie sich so etwas weiterentwickeln könne.

Freundeskreis fördert nicht dauerhaft

„Eine Vorgabe war, dass die Projekte in den Neuen Kammerspielen stattfinden müssen“, so Keck. Daher wurden aus den reinen Hörbeiträgen (Podcasts) inzwischen abendfüllende Veranstaltungen mit interessanten Gästen und vor Publikum. Eine künftige oder dauerhafte Förderung sehe der Freundeskreis aber dennoch nicht vor – sollte eine neue Förderrunde ausgerufen werden, hofft man vielmehr auf neue unbekannte Talente, die ebenfalls eine Chance bekommen sollen.

Kinosaal der Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow. Quelle: Friedrich Bungert

Diesen Herbst darf aber Röseler dem Kleinmachnower Publikum vier bunte Abende gestalten. Seine Gäste hat er so ausgesucht, dass sie Interessantes zu den Themen Osten und Mauerfall, dem Spannungsfeld Osten und Westen oder auch zur friedlichen Revolution beitragen können. Den Anfang macht er mit Lady Dominique alias Annett von der Heydt am 17. September. Die Leiterin des Berliner Nachtclubs „Insomnia“ sei in den ersten acht Lebensjahren in Dresden sozialisiert worden und dann mit der Mutter nach West-Berlin geflüchtet, erzählt Röseler.

Gäste: Domina, Fotograf, Regisseurin

Der Fotograf Andreas Rost ist ein Berufskollege – dennoch kennen sich die beiden erst seit wenigen Monaten. Am 24. September macht er nun beim Podcast in Kleinmachnow mit, denn Rost war mit 23 Jahren Teilnehmer am Runden Tisch von Leipzig. „Er war auch eines der ersten Mitglieder des Demokratischen Aufbruchs. Er hat berührende Geschichten zu erzählen, etwa, wie die Montags-Demonstranten den Medien Videos über dunkle Kanäle zugespielt haben.“

Am 5. November folgt schließlich Filmregisseurin Karola Hattop, die zur Wendezeit den Kinderfilm „König Phantasios“ begonnen habe. Dieser habe sich während der friedlichen Revolution über zwei bis drei Jahre immer mehr zur Parabel auf die reale Situation entwickelt, sagt Röseler. „Außerdem schafft sie es, in ihren Erzählungen aus der Wendezeit die historischen Momente wieder so lebendig werden zu lassen, als hätten sie sich erst gestern ereignet“, sagt Röseler, „und sie hat wunderbare Tomaten im Garten.“

Zur Person

Dieter Röseler (53) stammt aus Köln und lebt in Bergisch-Gladbach.

Er ist gelernter Porträtfotograf. Er hat unter anderem für Magazine wie Focus, Spiegel, Stern oder Wirtschaftswoche fotografiert.

Mittlerweile arbeitet er in erster Linie an künstlerischen und dokumentarischen Langzeitprojekten.

Am 2. Oktober eröffnet er eine Ausstellung in Potsdam: „Potsdam 5 Uhr 30“ stellt eine Zustandsbeschreibung des wiedervereinigten Deutschlands mit dem Schwerpunkt Potsdam dar. Es handelt sich um eine Werkreihe, an der Röseler seit fünf Jahren arbeitet.

Auf den Podcast-Plattformen wie I-Tunes, Spotify und Youtube hat der Podcast „Die Besten im Westen, im Osten nur Kosten?!“ insgesamt 1000 Aufrufe im Monat. Start war im Januar 2019.

Die 19. Folge erscheint am 13. September um 17.30 Uhr aufdieter-roeseler.com/der-podcast. Zu Gast ist Ursula Wintgens, deren Lebensmittelmarkt in Bensberg, einem Stadtteil von Bergisch-Gladbach, regelmäßig in bundesweiten Rankings auf Spitzenpositionen landet.

Den Schlusspunkt bildet Klaus-Jürgen Warnick. Der Kleinmachnower Linken-Politiker, der auch den brandenburgischen Mieterverband mitgegründet hat, wird sicher über das Thema „Rückübertragung vor Entschädigung“ sprechen, denkt der Podcaster, „hier wird es wohl viel über Lokales gehen.“ So findet Röseler etwa auch die Bevölkerungsentwicklung in Kleinmachnow hochinteressant – nach Warnicks Berechnungen leben wohl nur mehr höchstens zehn Prozent Alteingesessene hier. Und vielleicht geht es ja auch um die Zeit des Linken als Bundestagsabgeordneter.

Bei den Live-Gesprächen, die zwei Stunden dauern, soll auch das Publikum einbezogen werden. So können eigene Fragen über am Anfang verteilte Fragezettel gestellt werden. Auch Spezialaktionen sind geplant. „Es wird sicherlich lustig“, sagt Röseler. Jeder Abend wird als Video aufgezeichnet und zeitversetzt auf YouTube abrufbar sein. Damit die Leute was zu sehen haben.

Von Konstanze Kobel-Höller

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