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Kleinmachnow Rumänienhilfe stellt Aktion ein
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16:54 18.07.2018
Der frühere Pfarrer Dieter Langhein hat seit 1990 die Hilfstransporte organisiert. Aus gesundheitlichen Gründen kann er sie nun nicht mehr leiten. Quelle: Gesine Michalsky
Kleinmachnow

Im früheren Gemeindehaus der evangelischen Kirche Kleinmachnow stapelten sich im September 1990 eine Vielzahl an Spendenpäckchen für Rumänien. Im Trubel der Wendezeit kümmerte sich allerdings niemand darum, erinnert sich der Pfarrer im Ruhestand Dieter Langhein. Deshalb entschied er damals mit der Katechetin Sabine Wittchen spontan, die Päckchen nach Brasov zu bringen, ins frühere Kronstadt. „Hilfe, konkret und direkt“ lautete seinerzeit das Motto, unter dem man rumänische Hilfsbedürftige unterstützen wollte.

„Ich wollte etwas zurückgeben von der Hilfe, die wir in Kleinmachnow von 1972 bis 1990 durch die Kirchenpartnerschaft mit der schwäbischen Gemeinde Schopfheim erhalten haben“, erklärt der 69-jährige Ruheständler. Er ahnte damals natürlich nicht, dass er 28 Jahre später den 54. ehrenamtlich organisierten Hilfstransport leiten würde – die Abschlussfahrt der Kleinmachnower Rumänienhilfe. Dank privater Spenden konnte er vor Kurzem gemeinsam mit Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) in der Gemeinde Pojorita einen neu angelegten Spielplatz sowie ein ausgemustertes Spezialfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Kleinmachnow an den rumänischen Ort übergeben.

Diese Tafel errinnert in Pojorita an das Abschiedsgeschenk der Kleinmachnower: Ein neu angelegter Spielplatz für die Kinder der rumänischen Gemeinde. Quelle: Axel Wagner

Ohne Wehmut blickt Dieter Langhein jetzt auf die vergangenen Jahre zurück. Aus gesundheitlichen Gründen kann er solche Reisen nicht mehr unternehmen. Die von ihm ins Leben gerufene Hilfsaktion der evangelischen Kirchengemeinde hat eine unglaublich positive Geschichte geschrieben. Außerdem konnte die Gruppe enorme Veränderungen in Rumänien miterleben. „Dass dabei alle unbeschadet hin- und zurückgekommen sind, das freut mich dabei natürlich ganz besonders“, sagt Langhein jetzt. Das kann man nachvollziehen, schaut man sich einmal die Bilanz an, die der pensionierte Pfarrer zusammengestellt hat:

Insgesamt 165 Autos waren seit 1990 mit 412 Begleitern für die Rumänienhilfe unterwegs. Die Hilfskonvois legten in den vergangenen 28 Jahren mehr als 630 000 Kilometer zurück. Zweimal im Jahr starteten sie zu ihren Hilfsfahrten in die Karpaten.

Dieter Langhein war immer dabei, aber auch der heutige Landrat und vormalige Bürgermeister von Kleinmachnow, Wolfgang Blasig (SPD), fuhr mit seiner Ehefrau bei den rund eine Woche dauernden Exkursionen häufiger mit. Bei der ersten und letzten Tour mit dabei war beispielsweise auch der Kleinmachnower Friseur Axel Wagner. Ebenso halfen 26 Konfirmanden, ausrangierte Schulmöbel zu entladen oder Behindertenheimen und Krankenhäusern nicht mehr gebrauchte Klinikbetten zu übergeben. Helfende Hände waren immer willkommen, um die bedürftigen Familien mit gespendeter Kleidung und Lebensmitteln zu unterstützen.

Die Freiwillige Feuerwehr Kleinmachnow verabschiedete sich mit einem ausgemusterten Spezialfahrzeug von ihren rumänischen Kollegen. Quelle: Axel Wagner

21 Orte hat die Rumänienhilfe besucht und ist sich sicher, dass ihre Spenden die Richtigen getroffen haben. „Wir hatten Glück, dass uns immer echte Hilfsanfragen vor die Füße gefallen sind“, sagt Langhein. Denn es gab anfangs auch unangenehme Erfahrungen und nicht nur 14-stündige Wartezeiten an der Grenze. „Korruption ist in Rumänien ein großes Thema“, bedauert der Seelsorger, der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Von Anfang an arbeitete er mit der Organisation „Demokratisches Forum Deutscher in Rumänien“ zusammen und blieb unabhängig von staatlichen Institutionen.

Zu den zahlreichen unvergesslichen Höhepunkten zählte 2005 die Besichtigung des Präsidentenpalastes des Diktators Ceausescu in Bukarest – eines der größten Gebäude der Welt. Der vielleicht größte Erfolg ist aber, dass Kleinmachnow seit zehn Jahren eine Partnerschaft mit der Gemeinde Pojorita in den Karpaten pflegt.

Von Gesine Michalsky

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