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Kleinmachnow Auch Kleinmachnow will seinen Jäger
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21:22 08.03.2019
Erst vor ein paar Tagen fand ein Kleinmachnower eines Morgens seinen Garten von Wildschweinen verwüstet vor. Quelle: Privat
Kleinmachnow

Nach Stahnsdorf wird nun auch in Kleinmachnow die Forderung nach einem eigenen Gemeindejäger laut. Gemeindevertreter Klaus-Jürgen Warnick möchte mit seiner Fraktion Linke/Piraten nach der Kommunalwahl einen entsprechenden Antrag einbringen – nicht früher, damit sein Anliegen nicht als Wahlkampfthema ausgelegt wird. „Alle Fachleute stehen davor und überlegen, was man tun kann, dabei ist es doch so einfach“, sagt er, „wir brauchen einen Gemeindejäger, dann hätten wir innerhalb von einem Vierteljahr keine Probleme mehr. Ich finde es richtig, was Stahnsdorf macht.“

Klaus-Jürgen Warnick möchte mit seiner Fraktion der Linken nach den Kommunalwahlen einen Antrag auf Einsetzung eines eigenen Gemeindejägers in die Gemeindevertretung einbringen. Quelle: Archiv/Claudia Krause

Kleinmachnow sei schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen, vor rund neun Jahren. Damals habe Peter Braun, der von 2010 bis zu seinem Tod im Jahr 2013 zusammen mit Peter Hemmerden Jagdpächter für Kleinmachnow und Stahnsdorf war, innerhalb kürzester Zeit durch seinen täglichen Einsatz die Population in den Griff bekommen, sagt Warnick: „Sobald er weg war, sind die Wildschweine aber wieder aufgetaucht.“

Einen Befürworter für diese Idee findet Warnick voraussichtlich in der SPD/PRO-Fraktion. Deren Vorsitzender, Bernd Bültermann, betont, dass alles unterstützt wird, was der Sache diene. Seine Fraktion hat bereits seit Herbst zwei eigene Anträge in Sachen Wildschweine laufen: Einer beschäftigt sich mit der Einfriedungspflicht, der andere mit einer Abschussprämie. Diese wurde jedoch am Donnerstagabend mehrheitlich abgelehnt. Die Jäger würden sich von 50 Euro nicht locken lassen, hieß es unter anderem.

Gemeinsam mit Stahnsdorf und Teltow

In Sachen Gemeindejäger könnte sich Bültermann auch mit dem Vorschlag der CDU/FDP-Vorsitzenden Angelika Scheib anfreunden: Sie sieht mehr Sinn in einer engen Zusammenarbeit mit Stahnsdorf und auch mit Teltow, als in einem Alleingang. Vielleicht könnte der Gemeindejäger gemeinsam angestellt werden, ist ihre Idee: „Da sollte man das Gespräch suchen und sich eventuell anschließen.“

Andrea Schwarzkopf (Bündnis 90/Grüne) setzt hingegen auf die Jagdpächter und möchte lieber die Anzahl der ehrenamtlichen Jäger um zwei bis drei aufstocken. Außerdem plädiert sie dafür, dass der vor Jahren für die Wildschweinjagd angeschaffte Kühlschrank auch wieder zweckgemäß verwendet wird, damit das Fleisch nachhaltig vermarktet werden kann. Derzeit wird er im Bauhof für die vorübergehende Verwahrung von überfahrenem Wild verwendet, sagt sie.

MAZ-Talk am 12. März in Kleinmachnow

Zum Thema „Wildschweine im Ort – und nun?“ können die Einwohner der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf am Dienstag, dem 12. März, ab 19 Uhr beim MAZ-Talk im Bürgersaal des Rathauses Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10, diskutieren.

Die Teilnahme ist möglich nach Anmeldung unter 0331/2 84 02 94 oder auf www.MAZ-online.de/maz-talk.

An der Umfrage können sich MAZ-Leser unter www.MAZ-online.de/Schwarzkittel beteiligen.

Auf dem Podiumsitzen fünf Experten. Das Forum moderiert Anna Sprockhoff, Leiterin der Lokalredaktion Potsdam.

Die Stahnsdorfer Gemeindevertreter hatten vor zwei Wochen mehrere Maßnahmen beschlossen, die helfen sollen, die Wildschweinpopulation zu verringern. Neben der Bogenjagd und der Jagd mit Fallen wurde dabei auch der Einsatz eines Gemeindejägers beschlossen. Wenige Tage später äußerten Vertreter der Jagdbehörden und Jagdexperten in einem Fachgespräch Bedenken, sprachen sich aber weniger kritisch zum Einsatz eines Jagdhelfers aus. Dieser sollte die Pächter etwa bei der tierschutzgerechten Betreuung der Fallen unterstützen.

Die Verwaltung werde diese Erwägungen bei der Erörterung des Themas einbeziehen, hieß es daraufhin in einer Mitteilung. Nun möchte Ines Schröder-Blohm (CDU) über einen Antrag sicherstellen, dass der Gemeindejäger hauptamtlich eingesetzt wird. Auch dessen Aufgaben sollen in dem Beschluss klar definiert werden.

Stahnsdorf will Bogenjagd

In seinem Wunsch, Wildschweine künftig mit Pfeil und Bogen schießen zu dürfen, legt sich Stahnsdorf unterdessen mit höchsten Behörden an: Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat nach Presseberichten bekanntgegeben, dass es keinen Grund sehe, das Verbot der Bogenjagd aufzuheben.

Stahnsdorf lässt sich davon aber nicht beeindrucken. „Wir halten weiterhin an der Bogenjagd fest“, sagt Pressesprecher Stephan Reitzig gegenüber der MAZ. Im Jagdgesetz gebe es die Möglichkeit, dass Länder auf bestimmten Grundlagen Ausnahmegenehmigungen vergeben können. Auf dieser Basis wurde auch der Antrag an das brandenburgische Landwirtschaftsministerium gestellt. Dort prüfe man dieses Thema derzeit noch intensiv, so Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Es wäre die erste Erlaubnis bundesweit und auch das Bundesamt für Risikobewertung sei in die Prüfung eingebunden.

Möglichst nicht die Wege verlassen

Gefährlich werden Wildschweine für Menschen entweder, wenn diese auf ein verletztes Tier treffen, oder wenn sie zwischen die Bache und ihre Frischlinge geraten. Die Mutter verteidigt ihre Jungen mit ihrem Leben.

Verlassen Sie beim Spazieren gehen oder Joggen die Wege möglichst nicht. Zum einen zur eigenen Sicherheit, zum anderen aber auch, um die Tiere nicht aufzuschrecken.

Nehmen Sie Ihren Hund im Wald besser an die Leine. Wenn der Hund dem Wildschwein hinterherläuft, meint dieses, es muss sich verteidigen.

Wenn man einem Wildschwein begegnet, zieht man sich am besten zurück – auf dem Weg von dem man gekommen ist. Ruhig bleiben ist wichtig. Das Tier anzugreifen, kann lebensgefährlich sein. Wenn ein Hochsitz oder ein Baum in der Nähe ist, kann man auch hochklettern.

Wer Wildschweine nicht im Garten haben möchte, sollte für eine gute Einzäunung sorgen und Futterquellen wie Komposthaufen entfernen.

Kleinmachnow möchte es dagegen noch einmal mit der Fallenjagd versuchen: Dort wird bereits die Aufstellung des ersten Käfigs geplant, sagt Bürgermeister Michael Grubert (SPD). Die Gemeinde hat bereits vor rund zehn Jahren Erfahrungen mit Lebendfallen gemacht, die damals jedoch regelmäßig von Tierschützern zerstört wurden. Da sich außerdem die Jäger auch nicht mit dieser Art des Erlegens der Tiere anfreunden konnten, wurden schließlich die beschädigten Fallen nicht mehr ersetzt.

Von Konstanze Kobel-Höller

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