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Kleinmachnow Labor sichert Lebensmittel
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21:20 19.07.2018
Chemielaborantin Kathleen Belitz extrahiert im Labor der Analytica Alimentaria GmbH in Kleinmachnow Pestizide aus einer Lebensmittelprobe. Quelle: Heinz Helwig
Kleinmachnow

Als eine starke Innovationsregion stuft die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) GmbH den Landkreis Potsdam-Mittelmark ein. Gerade Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf haben sich zu einem imposanten Technologiegürtel im Süden der Bundeshauptstadt Berlin entwickelt, erklärt WFBB-Geschäftsführer Steffen Kammradt. Dieses Gebiet beginne, eine Sogwirkung für Ansiedlungen und die Fachkräftegewinnung auf andere Regionen auszuüben.

Zu den „Flaggschiffen“ im TKS-Land zählt Kammradt unter anderem die Firma Analytica Alimentaria. Der Familienbetrieb mit spanischen Wurzeln beschäftigt sich seit 2012 in Kleinmachnow mit der Lebensmittelsicherheit. Darum wollte sich der WFBB-Chef das Unternehmen einmal ansehen und mit Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sowie Wirtschaftsförderin Eveline Vogel über die weitere Zusammenarbeit bei der Förderung von Ansiedlungen, Existenzgründungen und Betriebserweiterungen im Landkreis zu reden.

Udo Lampe ist geschäftsführender Gesellschafter des Familienbetriebes Analytica Alimentaria in Kleinmacxhnow. Der Familienbetrieb beschäftigt derzeit etwa 50 Mitarbeiter. Quelle: Heinz Helwig

„Unser Team von derzeit etwa 50 Fachleuten kümmert sich um die Sicherheit von Lebensmitteln, noch bevor sie in den Verkauf kommen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Udo Lampe das Alleinstellungsmerkmal seiner Firma. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Obst und Gemüse. Rückrufaktionen bei gesundheitsgefährdenden Inhalten seien in diesem Bereich nicht möglich, weil das Problem meist im wahrsten Sinne des Wortes schon gegessen sei. Dennoch gäbe es eine starke Konkurrenz, und es sei nicht leicht, sich gegen die großen Chemiekonzerne durchzusetzen.

Die Lebensmittelprüfer wollen verhindern, dass das Obst und Gemüse mit Krankheitserregern auf den Markt kommt. Dazu arbeitet die Hälfte der Belegschaft als Agraringenieure mit den Produzenten bereits auf den Feldern und in den Plantagen zusammen. Die andere Hälfte untersucht eingesandte Proben in den Labors. „Das muss oft sehr schnell gehen, weil die Erzeuger oder Einzelhändler schon bei ihren Paletten zum Verladen stehen und auf das Ergebnis warten“, beschreibt Lampe. Für Proben, die morgens eingehen, liegt meist am Nachmittag schon ein verbindliches Ergebnis vor. In der Regel untersuchen die Laboranten die Lebensmittel auf mindestens 600 Pestizide. Vor anderthalb Jahren hat die Kleinmachnower Firma ein Verfahren entwickelt, mit dem sich nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch die Herkunft der Proben nachweisen lässt. Damit sind mögliche Manipulationen durch Erzeuger nahezu ausgeschlossen. Das Verfahren hat sich Analytica Alimentaria patentieren lassen. Sollten Pestizide festgestellt werden, wird die Ware für den Handel gesperrt.

Geförderte Innovation

Die Ansiedlung des Familienbetriebes Analytica Alimentaria im Jahr 2012 wurde von der heutigen Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg (WFBB) mit etwa 1,25 Millionen Euro gefördert. Im vorigen Jahr kamen 2,37 Millionen Euro Förderung hinzu.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark unterstützte die WFBB gemeinsam mit ihren regionalen Partnern im vergangenen Jahr 31 Unternehmensprojekte. Damit sind 190 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von rund 21 Millionen Euro verbunden.

Weitere „Leuchttürme“ im südlichen Technologiegürtel von Berlin sind neben dem „Flaggschiff“ Ebay in Kleinmachnow die High-Tech-Firma SMACC, die Unternehmen mit künstlicher Intelligenz bei der Digitalisierung von Finanzprozessen unterstützt, der Messtechnikspezialist Endress und Hauser in Stahnsdorf oder die Telemed-Firma Getemed in Teltow.

Gefördert werden zudem der Sondermaschinenbauer LJU in Werder/Havel und der Oberflächenveredeler Enviral in Niemegk.

Seit ihrer Gründung 2001 hat die Wirtschaftsförderung Brandenburg mit ihren mittelmärkischen Partnern 718 Projekte mit 4856 Arbeitsplätzen und Investitionen von mehr als 507 Millionen Euro unterstützt.

Durchschnittlich werden täglich etwa 120 Proben untersucht, rund 15 000 Proben im Jahr. Produzenten und Einzelhändler erhalten dafür auch ein Zertifikat, das sie bei Anfragen vorweisen können. Der Betrieb berät auch seine Kunden beim Anbau ihrer Waren beziehungsweise beim Einkauf und legt mit ihnen gemeinsame Strategien fest.

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach den Expertisen der Kleinmachnower ist die Firma mittlerweile an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. Darum will Lampe seinen Betrieb demnächst erweitern. Auf die bestehenden Gebäude soll noch ein Stockwerk aufgesetzt und daneben noch ein Anbau errichtet werden. Der Geschäftsführer glaubt, dann weitere 20 Mitarbeiter einstellen zu können. Da das Unternehmen weltweit agiert, ist seine Belegschaft auch international.

Labortechniker Brian Thiessen bereitet im Labor der Analytica Alimentaria hinter einem Schutzfenster eine Lebensmittelprobe für die Untersuchung vor. Quelle: Heinz Helwig

„Am Standort in Kleinmachnow werden etwa 20 Sprachen gesprochen. Wir wollen unsere Kunden in der Landessprache ansprechen. Das ist für sie vertrauensvoller als ein Dialog in Englisch“, so Lampe. In punkto Einstellungen von Geflüchteten ist sein Unternehmen nach eigenen Angaben ein Vorreiter. Acht Flüchtlinge arbeiten derzeit in dem Unternehmen. „Rund zehn Prozent können wir uns leisten“, ist Lampe überzeugt. Aufgrund der multikulturellen Zusammensetzung der Belegschaft legt ihr Chef neben der fachlichen Kompetenz seiner Mitarbeiter auch sehr viel Wert auf Kommunikationsfähigkeit und soziales Verhaltensvermögen.

Bei einem längeren Aufenthalt in Spanien lernte Udo Lampe vor einigen Jahren seine spätere Frau kennen, die heute Mitgesellschafterin im Familienbetrieb ist. Beide arbeiteten seinerzeit als Bauern und suchten in Spanien Labore, die ihre Produkte überprüfen.

Da es so etwas seinerzeit nicht gab, kamen beide im Jahr 2011 auf die Idee, selbst ein solches Unternehmen zu gründen. Die Mutter-Betriebsstätte befindet sich in Almeria.

Von Heinz Helwig

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