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Kleinmachnow Kleinmachnower Weinberg-Gymnasium feiert 80-jähriges Bestehen
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18:25 02.10.2019
Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow besteht seit 80 Jahren – in einer Revue wurde das nachgespielt. Quelle: Gesine Michalsky
Kleinmachnow

Das war ein gelungener und zugleich unkonventioneller Festakt zum 80-jährigen Bestehen: Schüler und Lehrer des Weinberg Gymnasiums unterhielten ihr Publikum mit einer Revue im Festsaal des ältesten Gymnasiums von Potsdam-Mittelmark. „80 Jahre in 80 Minuten“ hieß die Show, mit der Schulchor und Irish Folkband gemeinsam mit dem Theater am Weinberg die Schulgeschichte nacherzählten. Die einzigen Festworte kamen von Schulleiterin Birgit Thiele. „Heute dürfen wir uns etwas wünschen, und das ist, dass uns das angenehme Klima und die Freude am gemeinsamen Lernen erhalten bleibt.“

Historische Fotos auf der Leinwand

Zwischen der Vorzeige-Schule der DDR mit Begabtenförderung in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern bis zum leistungsorientierten Gymnasium mit zusätzlichen Fremdsprachenangebot liegt sehr viel Geschichte mit noch mehr Geschichten. „Das wird wie ein Konfetti-Regen“, lautete denn auch die Show-Ankündigung von Lehrerin Kathrin Heilmann. Historische Fotos auf der Leinwand, gesammelte Entschuldigungsschreiben rezitiert, ein umgewidmetes „Vaterunser auf den Taschenrechner“, im Chor vorgetragen, oder die Parodie auf Textaufgaben in Mathematikprüfungen – das sprach alle Generationen unmittelbar an.

Aber die Geschichte bot auch ernsten Stoff. Als Oberschule für Stahnsdorfer und Kleinmachnower Siedlerkinder begann der Unterricht auf dem grünen Hügel am 30. September 1939. Der Krieg überschattete gleich zu Beginn das Schulleben. 14-Jährige wurden als Flak-Helfer von der Schulbank weggeholt. In der sowjetischen Zone waren dann politische Repressalien üblich, aber Schulen, an denen das Abitur abgelegt werden konnte, waren rar. Neben einer mündlichen und schriftlichen Prüfung mussten Bewerber für die Aufnahme die politische Tauglichkeit nachweisen. „Wer konfirmiert war, hatte keine Chance genommen zu werden“, erzählt der ehemalige Geografie-Lehrer Peter Sahlmann.

Ein neues Logo für das Weinberg-Gymnasium Kleinmachnow. Quelle: Gesine Michalsky

1968 gab es Schüler-Proteste. Die Tochter von Christa Wolf besuchte die renommierte Schule und gehörte zu der Gruppe der Abiturienten, die wegen des Entrollens von Plakaten zur Meinungsfreiheit in der Fernsehsendung „Aktuelle Kamera“ als Konterrevolutionäre vorgeführt wurden. Auch Matthias Platzeck und Wolfgang Blasig (beide SPD) zählten zu den ehemaligen Schülern.

747 Schüler besuchen das Gymnasium

Als Erweiterte Spezialoberschule setzte man ab 1981 auf die Begabtesten aus weitem Umfeld: Die heutige Musikschule diente als Internat und die Maxim-Gorki-Gesamtschule zog aus dem gemeinsamen Gebäude aus. Mit der Wende setzte man wieder auf ein Abitur für alle. 1991 unterrichteten 100 Lehrer 42 Klassen. In Teltow wurde das Kant-Gymnasium gebaut als Filiale der 1995 in „Weinberg-Gymnasium“ getauften Schule. 747 Schüler besuchen das Gymnasium aktuell. „Der Typ Schule ist nach wie vor bei Eltern sehr gefragt“, sagt der Kreis-Fachdienstleiter Martin Rätz.

Von Gesine Michalsky

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