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Kleinmachnow Künstlerin rettet alte Stühle vor dem Schredder
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Künstlerin rettet alte Stühle vor dem Schredder
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07:52 09.10.2019
Frauke Schmidt-Theilig und Karsten Schmidt Schulze haben 40 Stühle vor dem Schredder gerettet und ins Teltower Atelier der Künstlerin gebracht. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Stahnsdorf

Rund 40 Stühle aus der Stahnsdorfer Kita Lindenhof-Hort hat die Künstlerin Frauke Schmidt-Theilig vor der Verschrottung gerettet. Entdeckt hatte sie diese, als sie ihren Enkelsohn abholte – im Freien. „Mir wurde gesagt, die werden alle geschreddert.“ Die Gemeinde habe einfach keinen Platz, um die Stühle zu lagern, sagt Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Die Künstlerin ist empört: „Ich finde das so skandalös! Zwei Schülergenerationen hätten die sicher noch durchgehalten.“ Sie wandte sich an die Verwaltung, die ihr rasch und unbürokratisch erlaubte, sich der Möbelstücke anzunehmen. Damit habe Stahnsdorf einen Beitrag zur Nachhaltigkeit durch Nachnutzung geleistet, so Reitzig.

Stühle finden andere Nutzer

Kurzerhand motivierte die Künstlerin ihren Schwiegersohn Karsten Schmidt-Schulze, mit ihr die stapelbaren Stühle in ihr Atelier nach Teltow zu bringen - nur für zwei Tische fand sie keinen Platz, bedauert sie. Für einige der Stühle hat nun schon die Waldorfschule Interesse angemeldet, zwei hat sich eine Mitarbeiterin des Lindenhof-Horts gesichert, weil sie so stabil sind. Einen Stuhl soll Schmidt-Theilig für die Weihnachts-Tombola des Horts gestalten und auch an ein Kunstprojekt mit Kindern hat sie schon gedacht. Doch so ganz sicher ist noch nicht, was mit den 40 Stühlen weiter geschehen soll.

Erstausstattung von 2007

Denn bei der spontanen Rettungsaktion selbst geht es Schmidt-Theilig mehr ums Prinzip. „Warum gibt es das in unserer Zeit, in der langsam die Ressourcen knapp werden? Könnte man da nicht eine Börse einrichten?“ Sie vermutet, dass es um Geld geht, das sonst verfallen oder im nächsten Jahr nicht mehr vergeben wird. Reitzig klärt auf: „Es handelt sich um einen Teil der Erstausstattung des Horts von 2007.“

Der Austausch zwölf Jahre alter Stühle gegen ergonomisch vorteilhafte Möbel sei ein Beitrag zur Rückengesundheit. Reitzig kenne keine Tauschbörsen für ausgesonderte Schulmöbel. Diese wären aber ein sinnvolles, vom Bildungsministerium zu initiierendes Projekt. Das Ministerium verweist darauf, dass für die Ausstattung der Schulen allein die Träger zuständig seien.

Teltow nutzt ausgediente Schulmöbel weiter

Kleinmachnow gibt auf Anfrage an, dass „alles solange benutzt wird, wie es nutzbar ist“. Teltow verwendet Schul-Inventar, das ausgetauscht werden soll, aber noch funktionsfähig ist, woanders weiter, beispielsweise zur Schulbucheinlagerung. In Einzelfällen habe die Stadt Schulmöbel an andere Träger abgegeben. Tische und Stühle, die nicht mehr repariert werden könnten, würden – auch aus Sicherheitsgründen – fachgerecht entsorgt. Komplette Klassensätze werden in Teltow seit drei Jahren ausgetauscht. „Dabei achten wir darauf, dass Abschreibungen oder die Nutzungsdauer abgelaufen sind. In Einzelfällen tauschen wir auch aus, wenn sich für Klassenräume neue Nutzungen ergeben.“ So hätten Stühle eine Nutzungsdauer von rund drei Jahren, nach rund fünf Jahren wurden sie in der Vergangenheit auch ersetzt. Im Durchschnitt werden in den Teltower Grundschulen jährlich fünf bis sechs Klassensätze erneuert – rund 125 bis 170 Stühle.

Von Konstanze Kobel-Höller

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