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Kleinmachnow Nächtliche Partys am Düppelteich stören die Anwohner
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Nächtliche Partys am Düppelteich stören die Anwohner
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02:24 23.04.2018
Die Wiese am Düppelteich in Kleinmachnow ist tagsüber ein idyllischer Rastplatz. Doch in der Nacht wird die Picknickbank zur Partylocation.
Die Wiese am Düppelteich in Kleinmachnow ist tagsüber ein idyllischer Rastplatz. Doch in der Nacht wird die Picknickbank zur Partylocation. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
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Kleinmachnow

Eine überdachte Picknickbank auf der Wiese am Düppelteich in Kleinmachnow sorgt auch in diesem Jahr für Unruhe: „Eine ruhige Nacht, in der wir schlafen können, ist inzwischen schon die Ausnahme. Mit offenem Fenster geht es sowieso nicht. Manchmal ist es auch mit geschlossenem Fenster nicht möglich“, berichtete Anwohner Jens Rudolph in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses.

Schon vor einem Jahr hatte er sich hilfesuchend an die Gemeindevertretung gewandt. In der Folge hatte es Gespräche mit allen Seiten sowie Einsätze der Streeworker gegeben. Doch nach wie vor würden sich an dieser Stelle praktisch jeden Nachmittag junge Leute treffen, die bis spät in der Nacht Lärm verursachen würden. Der Rastplatz war vor drei Jahren für Radfahrer sowie als Jugendtreffpunkt errichtet worden. Rudolph beklagte sich in der Ausschusssitzung im Namen von vier Anwohnerfamilien.

Gespräche mit den Jugendlichen haben nichts gebracht

Laute Musik würde über mobile Lautsprecher gespielt. Die ungünstige Akustik des Bereichs würde den Lärm dann weit über den See tragen, und auch die Vermüllung bis hin zu zerschlagenen Flaschen wäre nicht unbeträchtlich. Auch ihre Notdurft würden einige der meist zehn Jugendlichen vor Ort verrichten. Das Treffen mit dem Bürgermeister im Vorjahr hätte nichts gebracht, beklagte er. „Solange der Rastplatz besteht, wird das Problem unserer Erfahrung nach nicht in den Griff zu bekommen sein“, befürchtete Rudolph und forderte die Entfernung der Picknickbank.

Bürgermeister Michael Grubert (SPD) führte aus, dass „Kleinmachnow nun einmal ein Ort ist, der stark gewachsen ist und auch viele Jugendliche hat, die tatsächlich am Düppelteich ein Problem darstellen – aber nicht nur dort. Zu einer Lösung kommen wir aber nur dann, wenn wir unsere Arbeit in drei Schichten weitermachen: Mit Streetworkern, dem Ordnungsamt und der Polizei.“ Im Sommer würden auch drei zusätzliche Wachschutzkräfte eingesetzt. Grubert verwies darauf, dass Erfolge einfach länger dauern würden. „Es ist leider nicht so wie bei einer Wunde, auf die man eine Salbe schmiert, ein Pflaster klebt und alles wird wieder gut.“

Auch an anderen Orten gibt es Ärger

Es sei in einem Umfeld wie Kleinmachnow sehr schwierig, es allen Recht zu machen, so der Bürgermeister. „Wir nehmen das wirklich ernst, wir sind ja dran. Aber wir haben an mindestens acht Orten solche Probleme.“ Als Beispiele nannte er den Sportplatz, an dem Bälle gegen das Metallgitter geschossen werden, den Rathausplatz, auf dem sich Jugendliche ebenfalls gern in der entsprechenden Lautstärke treffen oder einen Fall am Adolf-Grimme-Ring, an dem Betonklötze auf die Straße gelegt wurden und ein gefährliches Verkehrshindernis darstellten.

Erst vor wenigen Stunden habe er selbst ein Autokennzeichen für eine Anzeige wegen Verdachts auf Drogenhandel weitergegeben, sagte Grubert in der Sitzung. „Wir haben schon einige Probleme – aber die werden wir als Verwaltung nicht lösen, auch nicht durch Verbote“, zeigte er sich überzeugt. Er werde auch in diesem Jahr wieder ein Treffen mit den Jugendlichen versuchen und nahm auch die Anregung auf, eine spätere Uhrzeit als im Vorjahr zu wählen, um die tatsächlich Angesprochenen anzutreffen.

Zweimal täglich kontrolliert das Ordnungsamt

Unterdessen macht das Ordnungsamt weiter: Soi Leißner, Leiterin des Fachbereichs, bestätigte, dass dieses Thema sie und ihre Mitarbeiter „stark und lange“ beschäftige. Jeder Beschwerde, die in den Dienstzeiten eingingen, werde sofort nachgegangen. Zwei Mal täglich fänden vor Ort Kontrollen statt. Auch mit der Polizei gäbe es eine Absprache, Beschwerden aus diesem Areal direkt zu verfolgen. In den vergangenen Wochen seien von Rudolph und seinen Mitstreitern insgesamt 47 entsprechende E-Mails eingegangen, die von ihr und ihren fünf Mitarbeitern bearbeitet wurden.

Rudolph hörte den Erklärungen eher fassungslos zu. Die Anmerkung von Grubert, dass der Abbau der Picknickanlage sicher nicht zur Debatte stehe, kommentierte er jedenfalls mit: „Unglaublich, einfach unglaublich.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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