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Kleinmachnow Sprung in die Bundesliga
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19:19 14.05.2019
Sportlich haben die Basketballer des RSV Eintracht (weiß) den Aufstieg geschafft. Jetzt muss er auch finanziell gelingen. Quelle: Benjamin Feller
Region Teltow

Als Meister in der Regionalliga hat die Basketballmannschaft des RSV Eintracht nun die Chance, in die 2. Bundesliga aufzusteigen – doch die Kosten, um dort mitspielen zu können, sind deutlich höher als in der bisherigen Liga. Nun bittet der Verein die Kommunen um Mithilfe – mit je 10 000 Euro sollen Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow das Ziel Bundesliga realisierbar machen. Auch beim Kreistag wurde um Unterstützung angefragt. Und obwohl es derzeit so aussieht, als wäre der Aufstieg finanziell tatsächlich zu stemmen, gibt es Vorbehalte gegen die geplanten Subventionen.

Der Sport wird teurer

„Wir haben uns einen Mindestetat von 180 000 Euro gesetzt, der nötig ist, um nicht gegen den Abstieg zu spielen“, sagt RSV-Präsident Michael Grunwaldt. Weiter aufsteigen möchte man ohnehin nicht. „Wir wollen gut mitspielen. Wir sind ein Ausbildungsverein, unser Ziel ist es, unsere Mitglieder so vorzubereiten, dass sie in höhere Ligen wechseln können“, sagt er.

Der Sportverein hat sich einen Mindestetat von 180 000 Euro gesetzt, um nicht gegen den Abstieg zu spielen, sagt RSV-Präsident Michael Grunwaldt. Quelle: privat

Die Spielergehälter – bezahlt werden nur wenige zugekaufte Spezialisten – werden über Sponsoren abgedeckt. Was offen bleibt, ist das, was Grunwaldt als „spezifische Kosten“ bezeichnet. „So beträgt etwa die Meldegebühr in der Regionalliga 900 Euro – in der 2. Bundesliga 8350 Euro. Und das zieht sich durch.“ So sei das Team bisher überwiegend zu Auswärts-Spielorten in Nordost-Deutschland unterwegs gewesen. „Jetzt ist dann auch das Ruhrgebiet mit dabei, mit einer Ballung an Mannschaften.“ Er rechnet mit einem Plus von 7000 Euro für Fahrkosten. Aktuell würden noch 35 000 Euro fehlen, die man hofft, mit einer einmaligen Unterstützung über die Kommunen abdecken zu können. Alle Gemeindevertreter wurden angeschrieben, Rückmeldungen gab es praktisch keine, erzählt Grunwaldt. Doch in Teltow und Kleinmachnow tagen noch die Gremien dieser Legislaturperiode.

Nicht für Spieler oder Trainer

Die Bürgermeister üben jedenfalls schon einmal den Schulterschluss: Michael Grubert (SPD) aus Kleinmachnow möchte einen Nachweis, dass die Restfinanzierung sicher ist. „Dann wird der RSV von uns über die Vereinsförderung unterstützt“, erklärte er gegenüber der MAZ. Dieser finanzielle Spielraum sei vorhanden, sodass auch keine Zustimmung der Gemeindevertretung nötig sei. Spieler- oder Trainergehälter dürften damit nicht finanziert werden. „Dafür hat der RSV schon unsere Zusage. Wir als Kleinmachnow stehen dazu.“

Auch sein Stahnsdorfer Kollege Bernd Albers (Bürger für Bürger) hat bereits seine Unterstützung versichert, ebenso Thomas Schmidt (SPD) aus Teltow. Grunwaldt kommentierte, dass es mit dieser Aussicht praktisch sicher sei, dass der Aufstieg wahrgenommen werde. Eine Entscheidung möchte der Verein innerhalb der nächsten zehn Tage treffen. „Bekommen wir unser Budget nicht zusammen, spielen wir eben weiter in der Regionalliga.“

Die drei Bürgermeister der Region Thomas Schmidt (SPD, Teltow), Bernd Albers (Bürger für Bürger, Stahnsdorf) und Michael Grubert (SPD, Kleinmachnow, v. l. ) üben schon mal den Schulterschluss: Sie möchten, dass ihre Finanzierung sicher ist. Quelle: Rainer Schüler

Kritische Stimmen gibt es aus den Reihen der Gemeindevertreter und Stadtverordneten. So freue man sich natürlich über den Aufstieg, sehe aber den Mehrwert für die eigene Kommune nicht. Grunwaldt versprach, im Sinne von „Eine Region – ein Team“ über einen Trikot-Aufdruck wie etwa „TKS Baskets“ nachzudenken. Schon die Bundesliga-Beteiligung an sich sei ein Werbeträger, so Schmidt, „wenn ich könnte, würde ich tatsächlich nur eine Bedingung stellen: Ihr dürft nicht wieder absteigen.“

Es geht um Gewinnerzielung

Vertreter aus allen drei Kommunen kritisierten, dass man das Geld aber lieber in den Breitensport investieren sollte. Laut Grunwaldt werden aber auch in der Bundesliga-Mannschaft Nachwuchsspieler eingesetzt und diese erzielten auch beachtliche Erfolge.

Auch Dietmar Otto (SPD) sieht die Förderung kritisch: „Profisport ist für Kommunen schwierig zu subventionieren. Da geht es um Gewinnerzielung, das ist wie ein Unternehmen. Und wenn jemand gemeindliche Steuern nicht bezahlen kann, können wir ihn ja auch nicht finanziell unterstützen.“ Er habe sich jedoch auch im Kreistag dafür eingesetzt, dass ein intelligenter Weg gefunden werde. So kam als Idee etwa auf, dass kreiseigene Unternehmen die RSV-Basketballsektion sponsern könnten.

Von Konstanze Kobel-Höller

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