Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kleinmachnow Rammrath-Behelfsbrücke pünktlich eröffnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Rammrath-Behelfsbrücke pünktlich eröffnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:50 06.02.2020
Die Fußgänger-Behelfsbrücke der Rammrathbrücke wird geöffnet. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Anzeige
Teltow

„Wir sind sehr schnell“, freute sich Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßenneubauamtes bei der Öffnung der Fußgänger-Behelfsbrücke der Rammrathbrücke am Donnerstagmorgen. „Am 11. November haben wir gesperrt und schon am 6. Februar geht die erste Brücke in Betrieb – wir bauen ja genaugenommen zwei Brücken.“ Denn immerhin sei auch dieser Übergang eine ganz normale Brücke, das Widerlager, Geländer und Leitungen brauche.

37 Meter ist das Bauwerk lang, 3,5 Meter ist es breit und ohne Geländer wiegt die neue Überquerungsmöglichkeit des Teltowkanals 72 Tonnen. Die nächsten eineinhalb Jahre lang wird sie nun auf der Westseite der Rammrathbrücke Fußgängern und Radfahrern, die ihren fahrbaren Untersatz schieben, die Möglichkeit bieten, weiterhin ohne Umwege von Teltow nach Kleinmachnow und zurück zu gelangen. Der Gehweg auf der Seite des Hotels, der bisher genutzt werden konnte, wurde unterdessen gesperrt. Da er Teil der Rammrathbrücke ist, wird er nicht mehr lange existieren.

Anzeige

Bis Ende Februar, so Carsten Müller vom Wasserstraßenneubauamt, werden noch die Telekom- und Abwasserleitungen auf die Behelfsbrücken umgelegt. Die Leitungen für Trinkwasser und Gas seien bereits umgeleitet und abgeschaltet. Anschließend werde der Asphalt abgenommen, dann die Fahrbahn zerteilt und abschnittsweise entfernt. Bis Ende Februar sei der Überbau voraussichtlich weg, wenn alles nach Plan laufe, so Müller. Einige dieser Schritte seien jedoch wetterabhängig, vor allem beim Verlegen der Leitungen. Der Abbau der Widerlager sei dann bis Ende März vorgesehen.

Die neue Brücke entsteht

Anschließend beginnt der Neubau: Zuerst werden die Uferbefestigungen ausgetauscht, unter anderem werden die alten Spuntwände ersetzt. Im Frühsommer sind die neuen Widerlager geplant, dann folgt der Überbau. Spektakulär wird es noch einmal wenn die beiden Träger eingehoben werden, verspricht Müller. „Dann ist wieder zu sehen, dass es eine Brücke wird.“ Vorgesehen sind diese Arbeiten voraussichtlich im Sommer. Die Träger werden dabei in Deutschland vorgefertigt, das Einheben wird von zwei großen Kränen durchgeführt.

Schließlich werden die gleichen Arbeiten durchgeführt, die schon beim Abbau erfolgt sind, nur in der umgekehrten Reihenfolge: Leitungen werden gelegt, die Fahrbahn wird verfüllt, der Asphalt verlegt. Gerade das Verlegen der Leitungen würde viel Zeit beanspruchen, so Müller. So sind es etwa drei Telekom-Anbieter, die einbezogen werden müssen – Telekom, Vodafon und Versatel – alle mit ihren eigenen Kabeln. In eineinhalb Jahren möchte man die neue Rammrathbrücke dann wie geplant dem Verkehr übergeben. „Wir sind voll im Zeitplan“, bestätigen Dietrich und Müller und loben die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Berger Bau SE und der Teltower Straßenverkehrsbehörde.

Caroline Heine (Sachbereichsleiterin Brücken im Wasserstraßenneubamt), Thomas Zander (Vorarbeiter Firma Berger) und Carsten Müller vom Wasserstraßenneubamt (rechts) bei der Abnahme der Behelfsbrücke der Rammrathbrücke für Fußgänger. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Die Sanierung der Brücke aus dem Jahr 1977 war nötig geworden, weil sie schon seit längerer Zeit irreparable Betonkrebs-Schäden aufweist. Die Kosten für den Neubau werden mit rund 5,4 Millionen Euro beziffert. Da es sich um einen Ersatzbau handelt, übernimmt der Bund diese. Das ist auch der Grund, weshalb die Brücke keine eigenen Radwege bekommt: Hätte sich die Breite verändert, wäre der Bau nicht als Ersatzbrücke bewertet worden und die Stadt Teltow hätte die Finanzierung sicherstellen müssen. Nun soll aber als Kompromiss – bei gleicher Breite – der Verkehrsraum anders aufgeteilt werden, sodass auf beiden Seiten breitere kombinierte Geh- und Radwege entstehen.

Lesen Sie hier hier weiter:

>>> Abriss Rammrathbrücke: Das kommt auf die Region Teltow zu

>>> Staus nach Sperrung der Teltower Rammrathbrücke

>>> Freie Fahrt auf der Biomalzspange

Von Konstanze Kobel-Höller