Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Kleinmachnow Was Polizeipferde können müssen – Tag der offenen Tür bei der Reiterstaffel
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Was Polizeipferde können müssen – Tag der offenen Tür bei der Reiterstaffel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 20.05.2019
Die Überwachung von Bahntrassen oder nicht befahrbarem Gelände gehört zu den Einsatzaufgaben der Reiterstaffel. Quelle: Foto: Bundespolizei/Heinz Kremer
Stahnsdorf

 Präsenz zeigen – kein anderer Bereich der Polizei kann das wohl so überzeugend wie die Reiterstaffel der Bundespolizeidirektion Berlin, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Heinz Kremer. Er leitet die berittene Abteilung, die vor etwa zwei Jahren aus dem Grunewald nach Stahnsdorf zog. Vor den stattlichen Tieren, die physisch beeindruckend durchsetzungsstark sind, haben die Menschen Respekt. Gleichzeitig fühlen sie sich in Anwesenheit der Pferde aber auch wesentlich sicherer, erklärt der Staffelleiter.

Truppe ist auch Sympathieträger

Andererseits sieht Kremer seine Truppe als Sympathieträger für das Verhältnis zwischen der Polizei und den Leuten. Bei größeren Ansammlungen, wie politische Demonstrationen oder sportliche Veranstaltungen, hat noch niemand nach dem Namen des Wasserwerfers gefragt, nach dem eines Polizeipferdes schon. Die reitenden Polizisten werden auch zur Absicherung von Staatsbesuchen oder -empfängen, zur Überwachung von Bahngeländen, Grenzabschnitten, Flughäfen sowie anderen, schwer zugänglichen Gebieten und zum Schutz von Bundeseinrichtungen, wie dem Bundeskanzleramt, gerufen.

Geeignete Pferde sind schwer zu finden

„Es ist gar nicht so leicht, geeignete Pferde für uns zu finden“, sagt Kremer. Die Pferdehöfe konzentrieren sich bei ihrer Nachzucht meist auf den sportlichen Bereich mit Spring- und Dressurreiten. Die Bundespolizei dagegen braucht Pferde, die stressresistent sind. „Pferde sind normalerweise Fluchttiere. Wir müssen ihnen beibringen, auf den Menschen zuzugehen und dabei auch kleine Hindernisse wie herumliegende Flaschen oder provisorische Stromleitungen zu überschreiten.“ Darum kauft die Reiterstaffel fast ausschließlich schwere Warmblüter, Wallache mit einem ruhigem Charakter.

Heinz Kremer, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter der Reiterstaffel in Stahnsdorf, mit dem 14-jährigen Denver. Quelle: Heinz Helwig

Die künftigen Polizeipferde werden in einem rund vierwöchigen Test geprüft, ob sie sich auch für den Polizeidienst eignen. Untergebracht sind alle Pferde in geräumigen Einzelboxen mit einem „Balkon“, wie Kremer die angeschlossenen separaten Auslaufbereiche scherzhaft nennt. „Wir können sie nicht auf einer Koppel halten, weil sich dann Hierarchien herausbilden könnten, die den Einsätzen schaden würden“ , erläutert der Staffelleiter.

In der ersten Phase ihrer maximal zweijährigen Ausbildung werden sie zunächst einzeln trainiert, bevor sie lernen, sich im Verband zu bewegen. In der Reithalle in Stahnsdorf lassen sich Stadiongesänge, Verkehrslärm oder große Menschenansammlungen simulieren, um die Pferde auf ihren Einsatz bei Massenveranstaltungen vorzubereiten. Auf dem Flugplatz Saarmund trainiert die Staffel den Einsatz mit einem Hubschrauber. Für ihren Einsatz werden die Polizeipferde genauso mit einem Körperschutz ausgestattet, wie ihre Reiter. Sie erhalten ein Visier jeweils für die Augen, die Brust und die Beine.

Reiterstaffel im Zweischichtbetrieb

Die Pferde der Reiterstaffel der Bundespolizei haben eine Widerristhöhe von 1,65 Meter.

Die Reiter dürfen nicht größer als 1,90 Meter und nicht schwerer als 85 Kilogramm sein.

Die Staffel besteht aus 31 Reitern, drei Gruppenleitern, acht Pferdewirten für die Pflege der Pferde, einem Hufschmied und einer Sachbearbeiterin für Führungs- und Einsatzmittel.

Gearbeitet wird zweischichtig von fünf Uhr morgens bis 22 Uhr abends.

Der Tag der offenen Tür am Samstag findet von 10 bis 16 Uhr in der Alten Potsdamer Landstraße 92 statt.

Die Polizisten der Reiterstaffel sind ausnahmslos ausgebildete Beamte, die zuvor bereits in anderen Bereichen gearbeitet haben. In Stahnsdorf erhalten sich noch einmal eine sechsmonatige Spezialausbildung. „Unser Arbeitstag sind acht Stunden Sport“, versichert Staffelleiter Kremer. Man muss nicht unbedingt auf einem Pferdehof aufgewachsen sein, um sich der Reiterstaffel anschließen zu können. Koordinierende Fähigkeiten sind aber von Vorteil.

Alle halbe Stunde Führung

Auf der Anlage in Stahnsdorf mit der Reithalle, dem Stall und einer Führ-Anlage für acht Pferde zeigt die Reiterstaffel am Samstag bei einem Tag der offenen Tür, zeigen die Polizisten in drei wechselnden, etwa viertelstündigen Vorführungen, wie sie ihre Pferde auf den Alltag vorbereiten. Außerdem stellen sie die Ausrüstung für Pferd und Reiter vor. Jede halbe Stunde können sich die Besucher einer professionellen Führung über das Gelände anschließen, es ansonsten aber auch individuelle erkunden. Für die kleinen Besucher hat die Reiterstaffel ein eigenes kleines Programm vorbereitet.

Von Heinz Helwig

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark werden derzeit Haltestellenkataster erarbeitet. Sie sollen den Kommunen helfen, beim Plan und Bau auch die Barrierefreiheit zu berücksichtigen. Mittelmarks Behindertenbeauftragter Udo Zeller sagt, worauf es ankommt.

19.05.2019

Eine Einigung zum Parken auf den sogenannten Grünflächenüberfahrten auf dem Zehlendorfer Damm kann für Donnerstagabend erwartet werden. Die Kleinmachnower Gemeindevertreter treffen sich ein letztes Mal in dieser Zusammensetzung.

15.05.2019

Ein Elfjähriger hat am Mittwoch in der Neuruppiner Stadtbibliothek den Landes-Vorlesewettbewerb der Sechstklässler gewonnen. Leopold Schill vertritt damit Brandenburg beim Bundesfinale am 26. Juni in Berlin.

18.05.2019