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Kleinmachnow Schrille Comedy im Wohnstift
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Schrille Comedy im Wohnstift
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16:12 25.06.2018
Mitglieder des Theaters am Weinberg in Kleinmachnow bei einer Probe. Quelle: Privat
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Kleinmachnow

Muskelkater vom Grinsen nach anderthalb Stunden entspannten Abschaltens – das waren die ersten Reaktionen nach der Premiere der neuesten Inszenierung von Kathrin Heilmann in den Kammerspielen Kleinmachnow. Das Publikum war begeistert, wie die „TAWclassics“ „Dr. Bizarr und die Kammer des Grauens“ auf die Bühne brachten. Die letzte Chance, beste Comedy made in Kleinmachnow zu erleben, gibt es heute um 20 Uhr im Wohnstift Augustinum, Erlenweg 72.

In dem Stück kommen zehn schrille und exzentrische Figuren aus der Zeit der großen Meisterdetektive der 1930er und 1940er Jahre nacheinander ums Leben – und das ausgerechnet in einem feinen Hotel an der Cote d’Azur, in das sich dank des Bühnenbildes auch der Saal der Kammerspiele verwandelte.

Das Wesentliche in einem Kriminalfall, die Aufklärung eines Mordes, ist in dem Stück des jungen Berliner Autors Daniel Call vor allem pointierter Anlass für Witze, Slapsticks und Blödeleien. Denn die überdrehten Stars treffen auf Hercule Lecule und seine Lieblings-Adoptivnichte Ling Ling. Der exzentrische, aber über einen „tierischen“ Spürsinn verfügende Kombinierer liegt stets brillant daneben und die Verwirrungen nehmen ihren Lauf, darauf kann man sich verlassen. Dass man als Zuschauer bis zum Schluss im Dunkeln tappt, macht die Sache nur spannender und dem Ensemble gelingt es, das Publikum mit Klamauk über Legenden wie Hercule Poiret oder Miss Marple bis zum Ende zu fesseln. Das hätte bestimmt auch den Vorbildern gefallen.

Die jungen Erwachsenen vom Theater am Weinberg zeigten ihre Verwandlungsfähigkeiten und ein tolles Spiel. Auch wenn man es vermuten könnte, die Hauptdarsteller Cynthia Schulz und Julian Krause sind keine Berufsschauspieler. Die TAWclassics bieten semiprofessionelles Theater.

Von Gesine Michalsky