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Kleinmachnow Schüler bringt Star-Clown nach Kleinmachnow
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19:14 04.02.2020
Star-Clown Housch ma Housch kommt nach Kleinmachnow. Quelle: Robert Bauer
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Kleinmachnow

Schon als Kind hat der Kleinmachnower Lino Friese (18) mit seinen Freunden und seinem älteren Bruder Jonas Zirkusshows geplant und aufgeführt – doch ihm ging es dabei nicht um Artistik, Zauberer oder wilde Tiere. „Für mich war von vornherein klar, ich will nicht in die Manege, sondern im Hintergrund agieren.“ Am 7. März zeigt der Waldorfschüler, ob er auch wirklich Talent für das hat, was er als Lebensunterhalt machen möchte: In zwei großen Aufführungen zeigt „Lino Frieses Circus Varieté“ in den Neuen Kammerspielen, was der 18-Jährige auf die Beine stellen kann.

Denn auch wenn die ganze Bandbreite der Zirkusluft auf dem Programm steht – ein Clown, ein Zauberer, Tiere, Hula Hoop Künstlerinnen, Artisten, ein Jongleur, eine Schauturngruppe und ein Tellerdreher sollen die großen und kleinen Zuseher in ihren Bann ziehen –, so wird Friese doch nur am Rand in Erscheinung treten: Als Moderator, gemeinsam mit seinem Mentor und Profi Klaus Kaulis, der ihm in den vergangenen Monaten auch immer mit Rat und Tat zur Seite stand.

Lino Friese mit seinem Circus-Plakat. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Doch Friese hat sich über die Jahre auch schon selbst ein Netz an Kontakten aufgebaut. So war er etwa bereits dreimal beim internationalen Zirkusfestival in Monte Carlo, das letzte Mal ist erst wenige Wochen her. Er schwärmt davon: „Hier treffen sich die Besten der Besten und die ganze Stadt ist im Zirkusfieber. Alle sind Zirkusfans – das ist eine ganz besondere Atmosphäre.“ In den zehn Tagen besucht Friese jedes Mal nicht nur verschiedene Shows, bei denen auch die „Oscars der Zirkuswelt“ vergeben werden, sondern er pflegt auch sein Netzwerk.

Hier hat er sich auch mit dem Star-Clown Housch ma Housch wieder getroffen, der nicht nur die Plakate seines Events ziert, sondern der auch die Hauptattraktion seiner Show ist. Housch ma Housch ist preisgekrönt, er gewann zahlreiche Festivals, unter anderem auch in Monte Carlo – und nun tritt er in Kleinmachnow auf, bevor er zu seinem Engagement im Circusbau in Minsk weiter zieht.

Lino Friese (rechts) aus Kleinmachnow und der Star-Clown Housch ma Housch in Monte Carlo. Quelle: privat

Doch auch Friese kennt das Leben im Zirkus nicht nur aus der Theorie: Voriges Jahr hatte er die Möglichkeit, drei Monate lang mit dem Circus Voyage zu reisen. Dafür wurde er sogar von der Schule freigestellt. Der Schüler durfte alle Bereiche kennenlernen: Auf- und Abbau, Büro, Einlass, Werbung, Requisiteur in der Vorstellung, Tiere und mehr. „Sie wollen mich unbedingt nach der Schule haben“, erzählt er – aber erst möchte er in Richtung Eventmanagement gehen. Doch auf jeden Fall wolle er das später machen – mit einem Zirkus mitreisen. Denn das sei es vermutlich auch gewesen: „Der Zauber, wenn man am nächsten Tag hinfährt und der Platz ist leer – und das Gleiche ist schon in einer anderen Stadt wieder aufgebaut.“

Auch wenn Friese früher geturnt hat, habe es ihn nie gereizt, selbst ein Kunststück zu erlernen, sagt er. „Es fasziniert mich und ich sehe mich selbst mittlerweile auch als kritischen Betrachter.“ Aber selbst in der Kindheit habe bei den Shows immer der Bruder die großen Nummern gemacht und er selbst sich um die Logistik und drumherum gekümmert. In der achten Klasse hat er dann ein Zirkusmodell im Maßstab 1:50 gebaut – im Querschnitt, damit man innen auch alles genau sehen konnte.

Krenzola jr. und seine vierbeinigen Freunde treten ebenfalls in Kleinmachnow auf. Quelle: Barbara Bamberger

Nun kümmert sich der 18-Jährige um die ganz große Logistik: Zwei Aufführungen hat er organisiert, jeweils 15 Nummern werden von seinen Künstlern gezeigt. Sie alle sind erfahren, sind Profis – auch wenn es sich um ein Projekt zum Schulabschluss handelt, so ist es doch keine Laienarbeit. Manche von ihnen treten gegen Erstattung der Unkosten auf, andere bekommen Honorar. Der Saal wird von den Kammerspielen zur Verfügung gestellt – und trotzdem musste Friese mit rund 7000 Euro in Vorleistung gehen. Die hofft er über die Eintrittskarten wieder einzunehmen. Zu seiner Freude ist die Nachmittagsvorstellung um 16 Uhr schon ausverkauft, für die Abendvorstellung um 20 Uhr gibt es noch Tickets.

Und wie geht es nach dem großen Event weiter? Nächstes Jahr macht Friese sein Abitur. Später möchte er vielleicht das Konzept Zirkus moderner machen. „Den Grundgedanken möchte ich aber auf jeden Fall beibehalten: Es muss für die ganze Familie sein und im Zelt.“ Dennoch müsse der Zirkus in der Präsenz mehr mit der Zeit und auch der digitalen Welt mitgehen, ist er überzeugt. Das beginnt bei einem Internetauftritt, Online-Tickets sowie Shows mit modernen Licht- und Tonanlagen. Eines bleibt auf jeden Fall auch dann gültig: „Wenn man eine Leidenschaft und ein Ziel vor Augen hat, ist das sehr bereichernd für einen selber.“

Der Trailer zu Lino Frieses Circus Varieté:

Von Konstanze Kobel-Höller

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