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Kleinmachnow Sicherheitstraining für Senioren im Rollstuhl
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Sicherheitstraining für Senioren im Rollstuhl
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01:15 09.06.2018
Jürgen Lange von der Regio Bus GmbH Potsdam-Mittelmark (l.), nimmt Dieter Wiedenhoff (83) die Angst vor einer Busfahrt. Quelle: Heinz Helwig
Kleinmachnow

„Vor allem ältere Leute sind häufig gesundheitlich eingeschränkt und auf Hilfsmittel wie Rollatoren oder Rollstühle angewiesen. Im Alltag stehen sie oft vor Situationen, die sie verunsichern“, sagt Isabell Friedrich, Leiterin sozialer Dienst im Senioren- und Pflegezentrum SenVital in Kleinmachnow. Darum bietet die Einrichtung seit ihrer Eröffnung 2013 ihren Bewohnern, aber auch weiteren Interessierten in Kleinmachnow ein Sicherheitstraining für Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen sowie für Familien mit Kinderwagen an. Partner solch eines Aktionstages, der bislang alle zwei Jahre stattfindet, sind die Verkehrswacht Potsdam, das Sanitätshaus Kniesche in Potsdam sowie die Regio Bus Gesellschaft Potsdam-Mittelmark.

Für solch ein Training hatten die Initiatoren am Mittwoch auf der Terrasse des SenVital einen Parcours angelegt, mit dem verschiedene Gehwegsituationen simuliert und das Ein- sowie das Aussteigen in einen und aus einem Bus geübt werden konnten. Verkehrswacht-Aktivist Gerhard Kleinke zeigte den Senioren, wie sie mit ihrem Rollator sicher einen gepflasterten Gehweg überqueren können, ohne sich mit den Rädern in einem Gully zu verfangen und was sie bei einem Kopfsteinpflaster (lose Holzpfähle) oder einem Sandweg (weiche Turnmatte) beachten müssen. Aus- und Weiterbildungsleiter Jürgen Lange vom Busunternehmen erklärte ihnen nach dem Einsteigen in den Bus, dass ein spezieller Knopf dem Fahrer signalisiert, Menschen mit Handicap mehr Zeit zum Aussteigen zu lassen. Lange riet den Rollatorfahrern, den Bus mit ihren Hilfsmitteln stets rückwärts zu verlassen. Andersherum könnte der Rollator davonrollen und sein Benutzer stürzen, warnte Lange. „Aber die Praxis sieht meist anders aus“, räumte er ein. Wer den Parcours gut gemeistert hatte, erhielt als moralisches Lob den Rollatorführerschein.

Gerhard Kleinke von der Verkehrswacht Potsdam (r.) übt mit Marlies Stürmer (86) eine alltägliche Rollatorfahrt auf dem Bürgersteig mit einer Gully-Situation. Quelle: Heinz Helwig

Dieter Wiedenhoff (83) der meist zur Tochter oder zum Enkel ins Auto steigt, traut sich jetzt zu, auch mal allein mit dem Bus zu fahren. Rosemarie Bleschke (88) will nun wieder nach Dreilinden zum Pilze sammeln, ohne immer ihren Sohn, einen Taxifahrer, bemühen zu müssen.

Aber auch für die Patenklasse 5 b der Steinwegschule war dieses Training bei SenVital aufregend und interessant. Die Kinder durften den Parcours mit verschiedenen Hilfsmitteln selbst ausprobieren. „Jetzt können wir uns vorstellen, wie sich unsere Großeltern fühlen und wissen, wie wir ihnen und anderen alten Menschen am besten helfen können“, sagten Luk, Noah und Niels. „Wir hätten nicht gedacht, wie anstrengend es sein kann und wie sehr es über die Arme geht.“

Verkehrswacht plant weiteres Training in Stahnsdorf

Die Regio Bus GmbH setzt nach eigenen Angaben vor allem in Städten und größeren Gemeinden Niederflurbusse ein, um älteren Leuten das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Die Verkehrswacht Potsdam verhandelt derzeit mit der Gemeinde Stahnsdorf über ein weiteres Sicherheitstraining auf der Freifläche hinter dem Gemeindezentrum in der Annastraße, sagt Gerhard Kleinke.

Das Sanitätshaus Kniesche besucht mindestens einmal wöchentlich das Seniorenpflegezentrum und überprüft die Hilfsmittel der älteren Menschen.

Von Heinz Helwig

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