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Kleinmachnow Stammbahn-Beschluss durchgedrückt
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Stammbahn-Beschluss durchgedrückt
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02:23 21.05.2018
Peer Hartwig und Kathrin Feyerabend von der Schutzgemeinschaft an der Stammbahn setzen auf die S-Bahn. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Kleinmachnow

„Die Stammbahn wird die Region entweder wieder trennen oder jung und innovativ sein“, eröffnete Peer Hartwig seine Rede vor der Kleinmachnower Gemeindevertretung am Donnerstagabend. Der Vorsitzende der „Schutzgemeinschaft an der Stammbahn e.V.“ war mit einer großen Zahl an Unterstützern erschienen: Der Bürgersaal musste mit zahlreichen zusätzlichen Plätzen versehen werden, auch wurden Stühle im Vorraum aufgestellt.

Die Gemeindevertreter sollten an diesem Abend in einem Grundsatzbeschluss ihre Zustimmung zu einer Reaktivierung der Stammbahn bekräftigen und den Bürgermeister beauftragen, sich weiterhin aktiv für zügige Planungen einzusetzen. Außerdem enthielt der Beschluss den Wunsch nach Haltestellen in Dreilinden (Europarc) sowie Düppel/Kleinmachnow, nach ausreichenden Querungsmöglichkeiten sowie die Empfehlung, dass die Option einer späteren Umsteigemöglichkeit zur Friedhofsbahn offengehalten werden solle. Nicht zuletzt ging es um Schutz vor Lärm und elektromagnetischer Strahlung

Zwischenrufe, Applaus und Fragen aus dem Publikum

Hartwig hatte Rederecht beantragt, um für eine S-Bahn im Zehnminutentakt anstelle einer Fernbahn mit höchstens einem Halt im Europarc einzutreten. Einer S-Bahn räumte er Kapazitäten von 4500 Fahrgästen ein. Er kritisierte außerdem elementare Lücken im Beschlussantrag und bedauerte, dass die Chance auf einen Fahrradweg auf der Stammbahntrasse mittlerweile wohl vertan sei. Am Ende seiner Rede entrollten er und seine Unterstützer Transparente, sozusagen als Auftakt zur folgenden hitzigen Debatte, die oft unterbrochen wurde durch Zwischenrufe, Applaus und Fragen aus dem Publikum.

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert erwiderte Hartwig, dass jetzt noch keine Aussage gemacht werde, was genau geschehe, da es sich lediglich um einen Grundsatzbeschluss handle, also eine Absichtserklärung. Er habe sich ebenso immer für die Verlängerung der S-Bahn von Teltow nach Stahnsdorf ausgesprochen, als wichtigsten Punkt, sowie für die Reaktivierung der Friedhofsbahn. Sogar Flächen seien von seiner Gemeinde und Stahnsdorf dafür erworben worden. „Aber wir brauchen ganz klar auch die Stammbahn“, ergänzte Grubert. „Und welchen Schienenverkehr wir bekommen, das lassen wir doch von den Untersuchungen feststellen.“

CDU-Abgeordnete: Irreführung durch den Bürgermeister

Uda Bastians-Osthaus (CDU) sprach von einer Irreführung durch Grubert, für Kleinmachnow bringe eine Stammbahn als Regionalbahn gar nichts, so Bastians-Osthaus. Dieser Fixierung auf eine Regionalbahn könne sie nicht zustimmen, schloss sich ihre Fraktionskollegin Angelika Scheib an, und Roland Templin (BiK) sah die Interessen Kleinmachnows im vorliegenden Beschluss nicht dargelegt.

Michael Martens (Bündnis 90/Die Grünen) wandte sich direkt an die Bürger: „Politisch verändern kann man nur, wenn man Herr des Verfahrens ist – und das sind wir hier nicht.“ Das habe er in Kreuzberg gelernt, während der Hausbesetzerzeit. Er sei der Meinung, dass dieser Antrag so allgemein sei, dass man ihm bedenkenlos zustimmen könne.

Klaus-Jürgen Warnick (Die Linke) ergänzte: „Im Planfeststellungsverfahren können wir uns dann alle einbringen.“

Kleinmachnower vom Gemeinderat enttäuscht

Bei der namentlichen Abstimmung gaben 16 Gemeindevertreter ihre Zustimmung. Neun stimmten dagegen: CDU/FDP, Roland Templin (BiK) und Kornelia Kimpfel (AfD. Die Stammbahn wird also weiterhin von Kleinmachnow vorangetrieben. Die Stimmung unter den Bürgern, die zu Beginn der Sitzung zahlreiche Statements abgegeben und Fragen gestellt hatten, war anschließend aufgeladen. Man habe ihnen nicht zugehört, alle Fragen seien abgebügelt und keine einzige beantwortet worden, hieß es. „Wir haben das Gefühl, dass heute Dreiviertel der Gemeindevertreter gegen die Interessen der Bürger gestimmt haben“, erklärte Toralf Reichenbach, Schulsprecher der Region.

Von Konstanze Kobel-Höller

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) soll im Gemeinderat seinen Antrag zur Stammbahn zurückziehen. Der Beschlussentwurf spiegelt nicht die Interessen der Bürger wider, heißt es.

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