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Kleinmachnow Stammbahn: Kritiker fordern alternative Verkehrslösung
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Stammbahn: Kritiker fordern alternative Verkehrslösung
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23:22 26.11.2019
Ein neues Aktionsbündnis schlägt eine Regionalbahnverbindung parallel zur S1 ab Wannsee anstelle des Stammbahn-Ausbaus vor. Quelle: Manfred Krause/dpa
Kleinmachnow

Braucht Kleinmachnow die Stammbahn oder ist eine andere Lösung besser? In der öffentlichen Diskussion, die bislang von Stammbahn-Befürwortern dominiert wurde, zeichnet sich eine neue Richtung ab.

Das wurde bei einer Diskussionsrunde in den Kleinmachnower Kammerspielen deutliche. Mitglieder des neu gegründeten Aktionsbündnisses „Ressourcen nutzen – Natur schützen“ stellten am Montagabend ihre Argumente dar, weshalb eine Entscheidung für die Stammbahn eine falsche wäre: Die Trasse gehe durch schützenswerte Natur, wertvoller Laubmischwald würde durch den Bau verloren gehen, erklärte etwa Ursula Theiler vom Förderverein LSG Buschgraben/Bäketal.

Band aus Stahl und Beton

Wie ein Band aus Stahl und Beton würde sich die Strecke durch die Landschaft ziehen. „Das wäre ein massives Bauwerk, das sowohl im Wald als auch im Ort große Auswirkungen hätte.“ Sie forderte Alternativen und präsentierte auch direkt eine: die Wannseestrecke, ein ungenutztes Gleis, das von Wannsee bis Steglitz weitgehend parallel zur S-Bahnlinie 1 verläuft.

Die Wannseebahn würde im Gegensatz zur Stammbahn sowohl hinsichtlich der Fahrgastpotenziale, als auch der Kosteneffizienz und der Möglichkeit zur schnellen Umsetzung punkten, legte Steffen Lemke von der Schutzgemeinschaft Stammbahn dar. So wäre etwa die Bezeichnung „Reaktivierung der Stammbahn“ eine Täuschung. „Das mag zwischen Steglitz und Zehlendorf noch gelten, später handelt es sich aber ganz nüchtern um einen Trassenneubau.“

Stammbahn braucht zwölf neue Brücken

Er zeigte, dass zwölf Brücken neu errichtet werden müssten, um die Strecke zu realisieren – unter anderem über den Teltowkanal und um die A 115 zu queren. Die Wannseestrecke wäre hingegen jetzt schon betriebsfähig.

Relikt der Stammbahn Teltow Quelle: MAZ

Das bestätigte Gisbert Gahler vom Regionalbüro Berlin der Deutschen Bahn gegenüber der MAZ. Die Gleise wurden in der jüngeren Vergangenheit immer wieder befahren, unter anderem auch mit dem Experimental-ICE der Bahn, oder zuletzt mit Entscheidungsträgern von Bund, Land und VBB.

Bahn bestätigt Reaktivierung-Überlegungen

Es könne darauf allerdings nicht schnell gefahren werden, da die Strecke nur minimal instand gehalten werde, und es wäre auch nicht möglich, sie auf die S-Bahn-Strecke einzuleiten. „Weiter bis Schöneberg oder Potsdamer Platz wird es dann auch kompliziert“, sagt Gahler, „aber die Idee spukt herum, dass man auf dieser Strecke die Regionalzüge weiter nach Berlin fahren lassen könnte, etwa bis Zehlendorf oder so.“

Lemke argumentierte außerdem, dass die Region ohnehin keinen Stammbahn-Halt in Dreilinden oder Düppel brauche: Fast 90 Prozent der pendelnden Kleinmachnower würden lediglich nach Zehlendorf oder Steglitz fahren und würden wohl nicht die Regionalbahn dafür nutzen. Für Teltower und Stahnsdorfer wäre die Haltestelle aber zu weit weg. Er sprach sich für ein starkes Busnetz mit einem Zehn-Minuten-Takt zu den S-Bahnen aus, zu schwachen Zeiten mit einem 20-Minuten-Rhythmus.

Befürworter der Stammbahn diskutieren mit

Andere Ideen für die Region waren der zweigleisige Ausbau der S-Bahn von Berlin nach Potsdam, die Verlängerung der U-Bahn von der Krummen Lanke zum Mexikoplatz oder die Anbindung von Dreilinden an Wannsee.

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In der Diskussion mit dem Publikum gab es Befürworter für beide Bahn-Modelle. Schon vor der Veranstaltung hatte die Bürgerinitiative Stammbahn ihre Teilnahme angekündigt. Mehrmals wurde jedoch der Wunsch nach besseren Busverbindungen zu den bereits bestehenden Bahn-Haltestellen bekräftigt. „Damit ich bei Mistwetter nicht aufs Fahrrad steigen muss“, so Cornelia Behm aus dem Auditorium.

Am kommenden Samstag um 17 Uhr trifft sich das neue Aktionsbündnis am Adam-Kuckhoff-Platz zu einem Fackel- und Laternenumzug entlang der Berlepschstraße in Richtung Zehlendorf und zurück entlang der Stammbahn, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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