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Kleinmachnow Bevor die Brücke noch einstürzt
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Bevor die Brücke noch einstürzt
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07:52 23.10.2019
Standen in der Informationsveranstaltung in Kleinmachnow den Einwohnern der Region Rede und Antwort: Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA) Berlin, Benjamin Böttcher, Bauleiter der Firma Berger Bau SE, und Sabine Hüller, Projektleiterin im WNA (v. l.). Quelle: Heinz Helwig
Kleinmachnow

Kein Karnevalsgag: Am 11.11. sperrt das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Berlin die Rammrathbrücke über den Teltowkanal, um mit dem Ersatzneubau für die marode Überführung zu beginnen. Einzelheiten des Bauvorhabens stellten WNA-Leiter Rolf Dietrich, Projektleiterin Sabine Hüller und Bauleiter Benjamin Böttcher von der Berliner Niederlassung der Berger Bau SE am Montag in einer Informationsveranstaltung in Kleinmachnow etwa 50 interessierten Einwohnern der Region Teltow vor.

Von Betonkrebs zerfressen

Bekanntlich muss die alte Rammrathbrücke dringend durch einen Neubau ersetzt werden, weil sie vom sogenannten Betonkrebs zerfressen ist. Schon 2014 stützte das WNA die Brückenlager mit einer Hilfskonstruktion ab, um die Brücke teilweise zu entlasten. Seitdem ist für die Überfahrt nur eine beschränkte Last zugelassen. Als die Stadt Teltow die Brücke 1977 bauen ließ, nutzte sie die Holzpfahlgründung des Vorgängers von 1904.

Schon 2014 stützte das WNA die Brückenlager mit einer Hilfskonstruktion ab, um die Brücke teilweise zu entlasten. Als die Stadt Teltow die Brücke 1977 bauen ließ, nutzte sie die Holzpfahlgründung des Vorgängers von 1904. Quelle: Friedrich Bungert

Sollte der Beton aufplatzen, würde sich die Brücke ausschließlich auf diese Hilfskonstruktion legen und müsste sofort gesperrt werden, erklärte Projektleiterin Sabine Hüller. „Wir können also mit dem Ersatzbau nicht länger warten.“ Der Bautermin musste in einem komplizierten Verfahren mit unterschiedlichen Medienträgern abgestimmt werden. Unter der alten Brücke laufen mehrere Hauptversorgungsleitungen entlang, die für die Bauzeit umverlegt werden müssen.

Biomalzspange vorfristig öffnen?

Um den Umleitungsverkehr gleich zu Beginn der Sperrung etwas zu entlasten, will Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) die fast fertige Biomalzspange auf Teltower Seite schon für den Verkehr ohne die kompletten Nebenanlagen wie die Lärmschutzwand öffnen. Ob Nachbar Stahnsdorf, auf dessen Gebiet die neue Straße endet, da mitspielt, ist noch ungewiss. Die Kritik an der festgelegten Umleitung während der Bauzeit, mit der die Einwohner ein Verkehrschaos in der Region voraussehen, wies WNA-Chef Dietrich in der Veranstaltung am Montag zurück. Nicht sein Amt habe die Routen vorgeschrieben, sondern die Verkehrsbehörde. Eine Woche vor Baubeginn sollen die entsprechenden Umleitungsschilder aufgestellt werden.

Die festgelegte Umleitungsstrecke stößt in der Teltower Region auf Kritik. Viele Einwohner befürchten ein Verkehrschaos. Quelle: Detlev Scheerbarth

Als erstes soll nach der Vollsperrung der Rammrathbrücke die Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer bis zum Frühjahr 2020 gebaut werden. Dann beginnt der Abrisse der alten Brücke. Bis dahin wird einer der beiden Gehwege über den Teltowkanal für Fußgänger offen gehalten, sagte Hüller. Radfahrer müssten absteigen und ihr Bike über die Brücke und später auch über das Provisorium schieben. Eine halbseitige Verkehrsführung über die Rammrathbrücke an der Baustelle vorbei, wie sie von Anwohnern vorgeschlagen wurde, sei nicht möglich, erklärte Hüller. Die Brücke wäre dann instabil.

Viele Faktoren beeinflussen den Zeitplan

Das neue Bauwerk soll bis zum Sommer 2021 fertig sein. Den Generalauftrag dafür hat die Berliner Niederlassung der Berger Bau SE aus Passau übernommen. Das Unternehmen hat auch am Autobahndreieck Nuthetal mitgebaut und dort seine Arbeit vorfristig abschließen können. Ob den Bauleuten dies auch in Teltow gelingt, hängt von mehreren Faktoren, wie Witterung in den einzelnen Jahreszeiten oder die Aushärtung von Baustoffen ab, erklärte Bauleiter Böttcher. Damit könnten Arbeiten nicht immer parallel ausgeführt werden. Größere Überraschungen schließt Projektleiterin Hüller aus, da sie mit mehreren Baugrundgutachtern „alles untersucht (habe), was möglich ist“. Dennoch bleibe ein Restrisiko.

Der Schiffsverkehr auf dem Teltowkanal soll bis auf einige tageweise notwendige Vollsperrungen aufrecht erhalten bleiben oder halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden, so Hüller. Zur lückenlosen Bauüberwachung wird eine Bauleitung direkt auf der Baustelle eingerichtet.

Von Heinz Helwig

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