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Kleinmachnow Endlich auch in dieser Region angekommen
Lokales Potsdam-Mittelmark Kleinmachnow Endlich auch in dieser Region angekommen
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19:46 06.03.2019
Im Fachgespräch: Bernd Schade (Kreisverwaltung), Gabriela Leyh (Barmer Berlin/Brandenburg), Ulrike Caller (Stützpunktleiterin) und Frank Ahrend (AOK Nordost, v.l.) im neuen Pflegestützpunkt Teltow. Er ist neben dem Büro in Beelitz eine weitere Außenstelle des Pflegestützpunktes Werder/Havel. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

„Ich bin sehr glücklich, dass wir den Pflegestützpunkt jetzt endlich haben. Zehn Jahre haben wir dafür gekämpft“, sagte Kleinmachnows Gleichstellungsbeauftragte Marion Höne am Mittwoch bei der Eröffnung der neuen Räume im Teltower Gesundheitszentrum. Zwei Stunden in der Woche können sich dort ab sofort jeden Mittwoch von neun bis elf Uhr Betroffene und Angehörige zu allen großen und kleinen Fragen rund um die Pflege informieren. Das Angebot der neuen Außenstelle des Pflegestützpunktes in Werder/Havel wird gemeinsam vom Landkreis, der AOK Nordost und der Barmer Berlin/Brandenburg geführt. „Für die Bürger ist es egal, ob es sich um eine Haupt- oder eine Nebenstelle handelt“, ist Frank Ahrend von der AOK Nordost überzeugt. „Hauptsache, es ist jemand vor Ort.“ Er versicherte außerdem, dass die Einrichtung die Hilfesuchenden unabhängig berät.

Kostenlos und unabhängig

Brandenburg ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil an häuslicher Pflege – und das ist gut für die Menschen. Die meisten haben den Wunsch, zu Hause alt zu werden“, betonte Bernd Schade, Fachbereichsleiter Soziales des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die Betreuung würde entweder nur durch Angehörige oder mit Unterstützung von Pflegediensten erfolgen.

Die Pflegeberatung in Teltow sei nun ein kostenloses und unabhängiges Angebot für die Betroffenen, das alle Fragen zur Pflege beantworte. So wird etwa darüber informiert, welche Leistungen die Pflegeversicherung übernimmt, welche entlastenden Angebote genutzt werden können, wo es weitere Unterstützung gibt und wie man diese beantragen kann. Dem Wust an Bürokratie, der dabei zu bewältigen ist, gewinnt Schade sogar etwas Gutes ab: Er sei ein Zeichen für die vielen Leistungen, die es gebe.

Stützpunktleiterin Ulrike Caller und Mitarbeiterin Britta Lösche (v. r.) demonstrieren ein Beispiel eines Beratungsgespräches, wie es künftig in der Außenstelle Teltow des Pflegestützpunktes Werder/Havel laufen könnte. Quelle: Konstanze Kobel-Höller

Genau hier scheint tatsächlich noch großer Beratungsbedarf zu bestehen. Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg, zitierte eine Umfrage unter pflegenden Angehörigen, wonach nur ein Drittel der Befragten gut mit der angebotenen Hilfe klar komme. Ein weiteres Drittel habe Probleme damit und der Rest wisse nichts davon. In der Regel seien es Frauen, von denen die Beratung in Anspruch genommen werde, schilderte sie. Die Frauen seien oft selbst schon im Seniorenalter und kümmerten sich um den Ehepartner oder ihre Eltern.

Auch Hausbesuche möglich

In den zwei Stunden pro Woche seien vielleicht drei bis fünf Termine möglich, schätzt Ulrike Caller, die die Arbeit am Standort koordiniert. „Ich denke, hier wird auch viel über Hausbesuche laufen.“ Neben Terminen nach Vereinbarung bieten die Mitarbeiterinnen auch auf Wunsch Treffen zu Hause an, um die Pflegesituation besser einschätzen und so zielgerichteter beraten zu können. Caller geht davon aus, dass der Bedarf steigt, wenn das Angebot bekannter wird. Frank Ahrend kündigt jedenfalls schon an: „Ob wir mehr Sprechstunden anbieten, hängt davon ab, wie die Bürger den Service annehmen.“

Mehr als 8000 Pflegebedürftige

Vor zehn Jahren wurde von AOK, Barmer und Landkreis in Werder der erste Pflegestützpunkt errichtet, in Beelitz gibt es eine erste Außenstelle. Mehr als 2000 Beratungen jährlich finden bisher an beiden Orten zusammen statt. Nun konnten sich endlich auch die Befürworter einer zweiten Außenstelle für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf und Nuthetal durchsetzen, in der 2030 laut Prognose von 75 000 Einwohnern rund 20 000 Menschen älter als 65 Jahre sein werden, so Schade. Im gesamten Landkreis Potsdam-Mittelmark leben derzeit mehr als 8000 Pflegebedürftige, bis zum Jahr 2040 wird sich diese Zahl voraussichtlich auf annähernd 13 300 Bedürftige erhöhen.

Von Konstanze Kobel-Höller

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