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20:31 07.03.2019
Die italienische Filmemacherin Lucia Chiarla zeigt am Freitag in den Neuen Kammerspielen Kleinmachnow ihren Film „Reise nach Jerusalem“. Quelle: Privat
Kleinmachnow

„Die Realität ist noch viel härter, ich habe versucht, das mit einer gewissen Leichtigkeit zu erzählen“, sagt Regisseurin Lucia Chiarla (48) über ihren Film „Reise nach Jerusalem“, der anlässlich des Frauentages in den Kleinmachnower Kammerspielen gezeigt wird. Chiarla erzählt in ihrem Spielfilm-Debüt von Alice, Ende 30 und arbeitslos, die für Familie und Freunde die falsche Fassade aufrecht hält, während ihr das Leben immer weiter entgleitet.

Film über die eigene Identität

Mit feiner Ironie zeigt die Italienerin, die seit 2006 in Berlin lebt, das System der Arbeitslosigkeit, die Behörde, die Maßnahmen, in die Alice gesteckt wird und die sie irgendwann verweigert, die folgenden Sanktionen und auch die Anonymität, mit der ihre Hauptfigur konfrontiert wird. „Sie merkt, sie ist eine Nummer. Und es gibt nie genug Plätze“, sagt die Filmemacherin. Alice versucht schließlich, ihren eigenen Weg zu gehen – so wird der Film auch zu einer Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität.

„Ich wollte einen Film über die heutige Arbeitssituation in machen“, berichte Lucia Chiarla weiter, „die neoliberale Arbeitswelt lutscht die Menschen aus, ich wollte die Angst, Anstrengung und Frustration zeigen.“ Als Künstlerin lebe man immer in einem bestimmten Risiko und sie habe auch viele betroffene Menschen kennen gelernt. „Ich dachte mir: Wieso reden wir nicht darüber? Auch von der Scham? Ich glaube, wir brauchen solche Filme“, sagt sie.

Lucia Chiarla (l.) mit ihrem Team bei der Arbeit Quelle: Privat

Das bestätigen ihr auch die Zuschauer ihres Films, der bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Lucia Chiarla liebt es, ihr Publikum zu erleben: „Es ist mir sehr wichtig, meine Zuschauer zu treffen und zu wissen, wie sie reagieren.“ Die Menschen seien durstig nach solchen Geschichten und es habe immer sehr lebendige Diskussionen mit unterschiedlichen Generationen gegeben, sagt Lucia Chiarla: „Leute, die heute studieren und ein Praktikum nach dem anderen machen, und andere, die das ganze Leben lang den gleichen Job hatten und den dann verloren haben.“

Eigene Erfahrungen sind noch krasser

Die Zuschauer würden in Veranstaltungen mit ihr von eigenen Erfahrungen und Demütigungen erzählen, die noch viel krasser seien als jene, die sie ihre Filmperson erleben lässt. Selbst Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur hätten ihr in Gesprächsrunden schon bestätigt, die Situation sei genau so, wie es „Reise nach Jerusalem“ schildert.

Die Aufführung des Films „Reise nach Jerusalem“ am 8. März mit anschließender Gesprächsrunde mit Lucia Chiarla in den Neuen Kammerspielen in Kleinmachnow, Karl-Marx-Straße 18, beginnt um 20 Uhr. Der Film läuft außerdem am Samstag um 18 Uhr und am Sonntag um 20.15 Uhr.

Von Konstanze Kobel-Höller

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