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Kleinmachnow Wildschwein-Rotte rennt am helllichten Tag durch Kleinmachnow
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17:56 20.02.2019
Wildschweine, die mitten am Tag durch Kleinmachnow laufen: Mittlerweile gibt es mehrere Videos von dem Vorfall. Quelle: Screenshot/privat
Kleinmachnow

Bundesweit für Aufsehen sorgen derzeit Internetvideos, die eine Wildschweinrotte zeigen, die durch Kleinmachnow rennt. Mehr als 20 Tiere jeden Alters laufen auf dem Grünstreifen zwischen Gehweg und Fahrbahn der gut befahrenen Hohen Kiefer. „Früher hieß es, die sind nur in der Dämmerung unterwegs, aber das war um 13.30 Uhr“, erzählt Andrea Johne, deren Tochter mit derselben Rotte fast zusammenstieß.

Die zehnjährige Sibel wollte gerade mit ihrem Hund und einer Freundin spazieren gehen und konnte sich gerade noch rechtzeitig hinter das Gartentor retten, als die Wildschweine schon in ihre Richtung rasten, berichtet sie. „Meine Tochter hat gezittert und war völlig fertig. Sie traut sich gar nicht mehr raus.“ Johne selbst habe 28 Tiere gezählt. „Denen möchte man nicht entgegenlaufen!“ Mittlerweile würde sie ihre Tochter zur Sicherheit auch in die zu Fuß rund zehn Minuten entfernte Steinweg-Grundschule fahren.

Abschuss in Wohngebieten ist nicht erlaubt

Johne übt Kritik an den Verantwortlichen: Sie habe das Gefühl, es würde nichts unternommen, sagt sie. Wie man der Situation Herr werden könne, weiß sie aber auch nicht. „Wahrscheinlich kann man aber nicht viel tun, außer die Wildschweine auch in den Wohngebieten abzuschießen“, mutmaßt sie.

Doch genau das ist nicht erlaubt. Kleinmachnow ist zwar Mitglied in der Jagdgenossenschaft Kleinmachnow und Stahnsdorf, so die zuständige Fachbereichsleitern Soi Leißner. Bei den bejagbaren Flächen handle es sich aber ausschließlich um die Waldflächen des Ortes, Wohn- und Gewerbegebiete würden ebenso nicht dazu gehören wie Grundstücke, die nicht im Eigentum der Gemeinde sind.

Die Flächen sind zudem noch bis Ende des Jagdjahres 2018/19 verpachtet. Jagdhandlungen dürfen dort also nur von den beiden Pächtern und den elf von ihnen autorisierten Jägern erfolgen. Im vorigen Jagdjahr wären jedoch rund 100 Wildschweine erlegt worden.

Das seien rund 30 mehr als im Durchschnitt in den Jahren zuvor. Alle Ebenen würden gemeinsam versuchen, die Population auf ein erträgliches Maß zu bringen, versichert Leißner. Neben der Jagd werde auch viel Aufklärungsarbeit betrieben. Nach wie vor würden aber viele Anwohner bewusst oder unbewusst regelmäßig für Futterquellen sorgen.

Stahnsdorf möchte sich nun darum Hilfe holen: Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) hofft, seine Gemeindevertretung davon überzeugen zu können, einen Gemeindejäger einzustellen. Einverstanden müssen damit aber auch die Jagdpächter sein. Für die Jagd in befriedeten Gebieten ist zudem die Genehmigung der Unteren Jagdaufsichtsbehörde erforderlich. Für den Sauenfang wäre die Erlaubnis des Landwirtschaftsministeriums nötig.

Von Konstanze Kobel-Höller

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