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Kleinmachnow Wildschwein-Jäger sollen belohnt und Fütternde bestraft werden
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17:50 20.02.2019
In einem Wäldchen an der Förster-Funke-Allee in Kleinmachnow wurde bereits mehrfach Futter für die Tiere ausgelegt. Quelle: Maximilian Tauscher
Kleinmachnow

Abschuss-Prämie, Geldstrafe, Zaunpflicht: In der Diskussion um die Wildschweinplage in Stahnsdorf und Kleinmachnow melden sich nun Gemeinde und Politik aus Kleinmachnow zu Wort. Während die Sprecherin des Bürgermeister-Büros, Martina Bellack, in einer Pressemitteilung mit Geldstrafen bei illegalen Fütterungen droht, fordert die SPD/Pro-Fraktion unter anderem eine Abschussprämie für Wildschweine.

Berichtet hatten Bürger bereits häufiger von illegalen Wildfütterungen, nun bestätigt die Gemeinde: Bereits mehrmals habe die Verwaltung den Bauhof beauftragen müssen, in einem Wäldchen an der Förster-Funke-Allee Essensreste einzusammeln.“ Fotos dokumentieren die Funde, zeigen ausgelegte Nudeln und Brot. Auf frischer Tat habe man bisher allerdings noch niemand ertappen können, erklärt Bellack. „Und auch Verdachtsmomente gibt es bisher nicht.“

Bei Fütterung droht Geldstrafe von bis zu 5000 Euro

Wer bei der illegalen Fütterung erwischt wird, muss allerdings mit einer womöglich saftigen Strafe rechnen. Laut Brandenburgischem Jagdgesetz (§41, Absatz 2) wird die illegale Wildfütterung mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet.

Die Strafandrohung allein geht der SPD/Pro-Fraktion nicht weit genug. Sie fordern im Kampf gegen den hohen Wildschweinbestand ein ganzes Bündel an Maßnahmen: So soll die Gemeinde für jedes geschossene Wildschwein im Gemeindegebiet eine Prämie in Höhe von 50 Euro zahlen, außerdem eine Einfriedungspflicht einführen sowie eine kommunal unterstützte Direktvermarktungskette Wildschweinfleisch aufbauen.

Wildschweine zu erlegen, ist sehr aufwendig, denn die Tiere sind klug“, schreibt die Fraktion in ihrem Antrag. „Mit der Abschussprämie möchten wir die Jäger dabei unterstützen, noch mehr Wildschweine zu schießen, als sie ohnehin schon tun.“ Gerade der Abschuss von Frischlingen soll mit der Prämie gefördert werden. Denn die ließen sich aufgrund ihres geringen Gewichts schlecht vermarkten.

Ein Problem sind unbewohnte Grundstücke

Ein weiteres Problem aus Sicht der Politiker: die „erhebliche Anzahl von unbewohnten und verwilderten Grundstücken innerhalb der Ortslage“. Dort hielten sich tagsüber insbesondere Bachen mit ihren Frischlingen auf, „bevor sie nachts auf Beutezug in die umliegenden Gärten gehen“. Eine Gefahr für alle Bürger, die auf dem Weg zu diesen Grundstücken den Wildschweinen unverhofft begegneten, fürchtet die SPD/Pro-Fraktion.

Nach Willen der Politiker sollen die Eigentümer künftig verpflichtet werden, ihre Grundstücke straßenseitig einzuzäunen. Dafür müsste allerdings eine generelle Pflicht zur Einzäunung der Grundstücke erlassen werden. „Erfüllt der Eigentümer dann die gegen ihn ergangene Ordnungsverfügung nicht, kann die Behörde die Ersatzvornahme androhen und den Zaun mit Hilfe eines Unternehmers setzen lassen und sodann die Kosten vom Eigentümer anfordern“, schreibt die Fraktion.

Einen ähnlichen Antrag hatten die Politiker bereits im Juni vergangenen Jahres eingebracht, scheiterten nach eigener Aussage allerdings in der Sitzung der Gemeindevertretung im September. Nun sollen die Forderungen erneut zur Diskussion gestellt werden – im Hauptausschuss am Montag, 18. Februar, und in der Gemeindevertretung am Donnerstag, 7. März. Beide Sitzungen beginnen um 18 Uhr im Rathaus.

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Von Anna Sprockhoff

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