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Kloster Lehnin 20 Jahre Stadtsanierung: Mit viel Herzblut zur neuen Mitte Lehnins
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin 20 Jahre Stadtsanierung: Mit viel Herzblut zur neuen Mitte Lehnins
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11:05 28.11.2019
Eine Info-Tafel auf dem Markgrafenplatz erinnert seit Mittwoch an die über 20-jährige Stadtsanierung. Enthüllt durch Gemeindebürgermeister Uwe Brückner, Planerin Kathrin Bruckbauer, Bauamtsleiterin Angela Böttge und Lehnins Altbürgermeister Hans-Joachim Löffelmacher (v.l.). Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Wer weiß noch, wie der ehemalige Busbahnhof aussah? Eine Betonwüste, von der die Linienbusse direkt über den heutigen Markgrafenplatz zum Marktplatz fuhren. Niemand hielt sich dort länger als nötig auf. Der Marktplatz selbst war unübersichtlich und eng. Von sicheren Querungen und Aufenthaltsqualität konnte keine Rede sein. Das alles ist rund 20 Jahre her.

Große Chance genutzt

Vor mehr als 20 Jahren nutzte die Gemeinde Lehnin die Chance, mit Fördermitteln des Bundes und des Landes die Ortsmitte neu zu gestalten. Das Sanierungsgebiet LehninOrtsmitte“ umfasst 10,3 Hektar und 90 Gebäude. Von 1998 bis 2019 wurden über vier Millionen Euro investiert.

Vieles ist in der Ortsmitte neu geordnet und neu entstanden. Dazu gehören der Markgrafenplatz, der Einmündungsbereich Kurfürstenstraße/Emstaler Straße, der Einkaufs- und Dienstleistungsbereich an der Emstaler Landstraße, die Steganlage am Mühlenteich mit dem Mehrgenerationenspielplatz, der neue Marktplatz, Gehwege und viele private Haussanierungen.

Weil die Sanierungsmaßnahme im vereinfachten Verfahren durchgeführt wurde, fallen nach der Aufhebung der Sanierungssatzung keine Ausgleichsbeiträge für Grundstückseigentümer an. Anfang 2020 wird die Sanierungssatzung offiziell aufgehoben.

„Man kann sich kaum noch an alle Missstände erinnern“, sagte Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner bei der Aufstellung einer Informationstafel auf dem längst neu gestalteten Markgrafenplatz. Die Ende der 1990er-Jahre von der damals noch selbstständigen Gemeinde Lehnin angeschobene Sanierung der Ortsmitte wurde in dieser Woche für abgeschlossen erklärt.

Die Lehniner Tourist-Information mit Wandelgang auf dem neu gestalteten Markgrafenplatz. Quelle: Gemeinde Kloster Lehnin

Die Gemeindevertreter werden Anfang kommenden Jahres die im April 2000 in Kraft getretene Sanierungssatzung aufheben. Damit ist das rund zehn Hektar große Sanierungsgebiet auch offiziell Geschichte. „Über vier Millionen Euro wurden in dieser Zeit investiert. Mit einem Drittel war die Kommune an den Gesamtkosten beteiligt. Der Entschluss, sich an die städtebauliche Neuordnung zu wagen, war eine mutige und richtige Entscheidung unserer Vorgänger“, erinnerte Bürgermeister Brückner bei einem Festakt auf dem Markgrafenplatz.

Chance genutzt

Mit dabei Lehnins Altbürgermeister Hans-Joachim Löffelmacher, in dessen Regierungszeit der Start in die Aufwertung der Ortsmitte fiel. „Ich bin heute froh, dass wir damals die Chance zur Aufnahme in das Bund-Länder-Programm genutzt haben. Gleichzeitig war uns klar, dass die Gemeinde zur Umsetzung einen kompetenten Partner braucht“, erinnerte sich Löffelmacher.

In der Markgrafenstraße 37 wurde das denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Hotels "Zur Post" saniert. Quelle: Gemeinde Kloster Lehnin

Um die beste Lösung für Lehnin zu finden, wurde ein städtebaulicher Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Auf der Grundlage eines vom Jüterboger Planungsbüro Bruckbauer & Hennen eingereichten Siegerentwurfs begann eine der tiefgreifendsten Umstrukturierungen in der Ortsgeschichte.

Mit viel Herzblut

Lehnin war unser erster Auftrag. Da steckt viel Herzblut drin. Stolz sind wir vor allem auf die gelungene Verbindung zwischen dem Ort und der Klosteranlage. Ein Lieblingsobjekt war auch die Steganlage zum Mühlenteich. Nur den Durchgangsverkehr konnten wir leider nicht abschaffen“, sagte Planerin Kathrin Bruckbauer der MAZ. Lehnin hat in 20 Jahren auch ein wenig Sanierungsgeschichte geschrieben. Zum Beispiel mit dem ersten geförderten Gründach in Brandenburg, den ersten Unterflurcontainern für Glas und dem ersten und einzigen öffentlichen Boule-Spielfeld in einem Sanierungsgebiet.

Zwar gehört das Klostergelände nicht zum Sanierungsgebiet "Ortsmitte", doch die historischen Gebäude bestimmen nach ihrer Restaurierung weiter das Ortsbild. Quelle: Gemeinde Kloster Lehnin

Zur schwierigen Ausgangslage 1998 gehörte auch die in die Jahre gekommene Bausubstanz entlang der Kurfürstenstraße, Bahnhofstraße, Friedensstraße, Emstaler Landstraße und der Goethestraße. Inzwischen sind die meisten der 90 privaten Häuser saniert. „Trotz Hüllenförderung haben die privaten Bauherren erhebliche Eigenleistungen aufgebracht, um zur Verbesserung der Wohnqualität und des Ortsbildes beizutragen“, so Kloster Lehnins Bürgermeister Brückner. Zu den besonders augenfälligen Sanierungsbeispielen gehören die „Alte Post 2, der Marktplatz 3 und die Bahnhofstraße 3 und 4.

Von Frank Bürstenbinder

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