30. Geburtstag: Damsdorfer feiern Kult-Gaststätte „Zum Landlord“
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30. Geburtstag: Damsdorfer feiern Kult-Gaststätte „Zum Landlord“

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12:11 10.04.2021
Steffen Giesch ist seit 1991 Chef der Kult-Gaststätte „Zum Landlord“.
Steffen Giesch ist seit 1991 Chef der Kult-Gaststätte „Zum Landlord“. Quelle: André Großmann
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Damsdorf

Das Glück findet Steffen Giesch in Küche, Bar und Partysaal. Seine Kult-Gaststätte „Zum Landlord“ wird am 16. April 30 Jahre alt und ist für Damsdorfer der beliebteste Ort für Feiern.

„Das ist mein Wohnzimmer. Hier reden Menschen miteinander, feiern das Leben und lernen sich kennen. Ich mag die Geselligkeit und jeder Tag ist anders“, sagt der Gastronom. Der 53-Jährige sitzt im Lockdown nicht zuhause und sieht Wiederholungen von Serien. Er kommt jeden Tag in seine Gaststätte, greift zum Telefon und nimmt Bestellungen für Speisen entgegen.

Die Gaststätte „Zum Landlord“ ist der beliebteste Ort für Feiern in Damsdorf und wird 30 Jahre alt. Die MAZ zeigt Einblicke aus der Geschichte und Gegenwart des Hauses.

Einzige Gaststätte in Damsdorf

„Ich hoffe, dass nach Corona wieder Normalität einkehrt und möchte für die Damsdorfer und Gäste da sein“, sagt Steffen Giesch. Die Route 66, Reeperbahn, Motorräder, Indianer und Cowboys gehören zum Ambiente des Restaurants und hängen als Blechschilder an der Wand.

„Zum Landlord“ ist die einzige Gaststätte in Damsdorf, auch die umliegenden Dörfer wie Göhlsdorf und Nahmitz haben kein vergleichbares Lokal. Weil das so ist, buchen Bewohner verschiedener Lehniner Ortsteile das Haus für Geburtstage, Einschulungen, Frauentagsfeiern und andere Partys.

Feier zur Ehe und Silberhochzeit

„Hier haben Paare geheiratet und nach 25 Jahren Ehe ihre Silberhochzeit gefeiert. So viele Damsdorfer sind uns auch nach Jahrzehnten treu und das macht uns stolz“, sagt Steffen Giesch.

1991 eröffnet er die Gaststätte, obwohl diese ursprünglich als Eisdiele geplant war. Doch wie erhielt das Haus den Namen „Zum Landlord“? „Damals habe ich als Koch in Westberlin gearbeitet und eine österreichische Kollegin nach ihrem Rat gefragt. Der Name erschien mir erst mal etwas hochtrabend, aber heute ist er nicht mehr wegzudenken“, sagt Steffen Giesch.

Liebe gefunden

Zwei Jahre nach der Eröffnung des Landlords beginnt Daniela Schmidt als Angestellte. Beide verlieben sich im Laufe der Jahre und sind ein eingespieltes Team. Ihre Liebe bleibt, doch das Geschäft verändert sich.

„Anfang der Neunzigerjahre wurde mehr Alkohol getrunken, heute geht es fast nur noch ums Essen. Der Großteil des Umsatzes kommt von Speisen und Buffets für Veranstaltungen“, sagt Steffen Giesch.

Der „König von Damsdorf“

Er sitzt auf seinem Stuhl, der wie ein Thron aussieht und hat deshalb einen Spitznamen. „Steffen sieht ein bisschen aus wie Bud Spencer. Für viele Damdorfer ist er nur der König. Er hört bei Gesprächen immer zu und ist ein toller Mensch“, sagt Cerstin Mathaei.

Sie ist seit 1991 Stammgast des Lokals, erlebt dort seit 20 Jahren Frauenabende und Geburtstage. „Der Landlord gehört zum Leben in Damsdorf. Man geht auf ein Bier hin oder um das leckere Essen zu genießen. Auch während Corona nutzen wir die Angebote“, sagt die Damsdorferin.

Während der Pandemie bietet Steffen Giesch Speisen wie Hamburger Schnitzel, Bauernfrühstück und Wildbraten zur Abholung an. Die aktuelle Lage sieht er mit unterschiedlichen Gefühlen.

Damsdorfer vermissen Events

„Uns ist es immer gut gegangen, aber dieses Jahr ist vermutlich gelaufen. Wir hoffen, dass wir irgendwann wieder mit vielen Gästen feiern können. Das Miteinander fehlt uns“, sagt er. Die Damsdorfer vermissen Events im Landlord. Bis zu 50 Gäste haben jeweils im Innenbereich und Biergarten Platz. „Von einer kleinen, gemütlichen Gaststätte hat sich der Landlord zu einem festen Bestandteil des Dorflebens entwickelt. Hier lässt es sich gut essen, feiern und gemütlich beisammen sein“, schreibt Rosemarie Muschalik.

Die Vorsitzende des Damsdorfer Seniorenklubs würde so gerne mit ihm gemeinsam über den 30. Geburtstag jubeln. „Aber da macht uns die Pandemie leider einen Strich durch die Rechnung. Ich verspreche, dass wir so bald wie möglich wieder bei ihm zu Gast sein werden“, sagt Rosemarie Muschalik. Sie und Cerstin Mathaei sind stolz auf Steffen Giesch.

Wunsch nach Urlaub

Der Gastronom glaubt noch nicht, dass in diesem Jahr große Feiern möglich sind. Dann sagt er, wen er gern mal einladen würde. „Frank Zander würde zu unserer Atmosphäre passen, ich habe ihn auch mal in einer Berliner Kneipe erlebt“, sagt der Chef des Landlords. Steffen Giesch isst am liebsten Steak mit Würzfleisch und trinkt Bier. „Wenn ich etwas anbiete, muss es auch schmecken“, sagt er und nimmt Bestellungen entgegen.

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„Das hier ist meine Berufung und ohne die geht es nicht“, sagt er der MAZ. Noch hat der Gastronom zwei Wünsche. „Ich will gesund bleiben und mit meiner Partnerin nach Warnemünde, einfach mal raus und entspannen. Denn wir haben in den letzten Jahren nie lange Urlaub gemacht“, sagt er.

Von André Großmann