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Kloster Lehnin Emotionaler Abschied von Andreas Kuhnert mit Schokolade
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Emotionaler Abschied von Andreas Kuhnert mit Schokolade
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08:20 23.12.2019
Ein guter Mensch ist gegangen: Familie und Öffentlichkeit nahmen am Sonnabend Abschied von Andreas Kuhnert. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Das hätte Andreas Kuhnert gefallen. Schokolade für die Gäste der eigenen Trauerfeier. Eine berührende Geste der Familie. Mit jedem auf den Bänken der Lehniner Klosterkirche verteilten Riegel Zarte Bitter Orange aus fair gehandeltem Kakao sollte daran erinnert werden, dass es der am 11. Dezember Verstorbene liebte, andere Menschen zu beschenken. Am besten für einen guten Zweck.

Pfarrer und Bürgerrechtler

Die blendend-grelle Sonne stand schon tief am kürzesten Tag des Jahres als Angehörige, Freunde, Nachbarn und Weggefährten Abschied von dem ehemaligen Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler, dem früheren SPD-Landtagsabgeordneten und langjährigen Gemeindevertreter nahmen. Mit Kuhnerts Tod verlor die Familie Vater, Großvater und Bruder.

Vor dem Eingang zur Klosterkirche konnten sich die Trauergäste in die Kondolenzbücher eintragen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Bevor der Verstorbene am Sonnabend unter großer Anteilnahme auf dem Waldfriedhof zur letzten Ruhe gebettet wurde, erlebte Lehnin einen bewegenden Trauergottesdienst in der Klosterkirche. Über 200 Menschen erwiesen dem in einem hellen Kiefernsarg aufgebahrten Toten die letzte Ehre. Flankiert von Kränzen und Gebinden erinnerten zwei Fotos an Andreas Kuhnert, der mit 68 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb. Eine Schwarzweiß-Aufnahme zeigte ihn in jungen Jahren, ein farbiges Foto als reifen Mann.

Immer unterwegs

„Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt“, sagte Pfarrer i.R. Harro Lucht; wie Kuhnert ein Absolvent des Predigerseminars in Brandenburg an der Havel. In seiner Predigt beschrieb er den Charakter seines Freunde so: „Andreas war ein leidenschaftlicher Mensch – immer unterwegs. Er war ein mutiger Kämpfer gegen die Betonköpfe der DDR-Oberen und ein glücklicher Mensch, wenn er Babysitter bei den Enkeln sein durfte. Seine rastlosen Aktivitäten schienen ihn nicht anzustrengen.“

Woidke kam als Freund

Der Trauergemeinde hatte sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angeschlossen. Er sei als Freund gekommen, sagte Woidke der MAZ. Über 20 Jahre arbeitete er mit Kuhnert im Landtag zusammen. Dessen Offenheit und Begeisterungsfähigkeit habe dazu beigetragen, dass der Lehniner über Fraktionsgrenzen hinweg geachtet wurde, so Woidke. Von 1990 an hatte es Kuhnert sechsmal als Direktkandidat in den Brandenburger Landtag geschafft. Zu seinem mittelmärkischen Wahlkreis gehörten auch die Brandenburger Stadtteile Plaue und Görden.

Das Foto zeigt Andreas Kuhnert im August 2009 an seine alten Wirkungsstätte, das Pfarrhaus in Netzen. Ab 1990 wurde er Landtagsabgeordneter. Quelle: Heiko Hesse

Abschied von ihrem einstigen Chef nahm Anke Pausemann. Sie war 23 Jahre die rechte Hand Kuhnerts in seiner Abgeordnetenzeit. „Wir hatten ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Sein Tod berührt mich sehr.“ Auch Eberhard Schulze aus Grebs erinnerte sich: „Meine Mutter kümmerte sich um die Kirche. Als Pastor für Netzen und Umgebung ging Andreas Kuhnert deshalb bei uns ein und aus. Seine Bodenständigkeit und die offene Art mit Menschen umzugehen, machten ihn so beliebt.“

Einsatz für Schwache

Sein Einsatz für Schwache wirkt bis über den Tod hinaus. Die Kollekte des Trauergottesdienstes ist für die Kindernothilfe bestimmt – eine der Organisationen, die er finanziell und zeitweise ehrenamtlich unterstützt hat. Auch das hätte Andreas Kuhnert gefallen.

Von Frank Bürstenbinder

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