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Kloster Lehnin Am Klostersee entsteht eine neue Kunsthalle
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13:38 12.02.2020
Eckhart Haisch (links) und Marius Haberland planen eine neue Kunsthalle am Lehniner Klostersee. Quelle: André Großmann
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Lehnin

Träume von Bildern, Konzerten und Skulpturen werden für Marius Haberland wahr. Der Geschäftsführer des Lehniner Instituts für Kunst und Kultur (Lik) steht mit Bildhauer Eckhart Haisch in einem 450 Quadratmeter großen, leerstehenden Gebäude.

Am Lehniner Klostersee entsteht aus einer DDR-Ruine eine 450 Quadratmeter große Kunsthalle. Das Gebäude gehört dem Lehniner Institut für Kunst und Kultur, die MAZ hat sich im Objekt umgesehen.

Pläne für neue Kunsthalle

In der Nacht fliegen hier die Rauhaut- und Langohrfledermaus, doch am Tag planen die Kunstliebhaber eine neue Halle für Ausstellungen und kulturelle Events. „Wir sind neben dem Kloster der zeitgenössische, moderne, künstlerische, kulturelle Mittelpunkt der Region und wollen das natürlich mit mehr Angeboten erweitern“, sagt Eckhart Haisch.

Für den 39-Jährigen Marius Haberland beginnt mit der Instandsetzung des Gebäudes der „erste Schritt eines großen Projekts“. Zunächst wollen die Planer jeweils einen begehbaren Zugang auf der Ost- und Nordseite des Gebäudes schaffen, den Fußboden glätten, Fenster einsetzen und das Dach modernisieren. „Der Besuch der Kunsthalle soll ein Ereignis in der Region werden. Unser Ziel ist eine ruhige, stille, beschauliche Ausstellungsmöglichkeit“, kommentiert Eckhart Haisch.

Modernisierung einer Ruine

Für die Instandsetzung des Rohbaus rechnet Marius Haberland mit Kosten in Höhe von 183.000 Euro. Der Geschäftsführer des Lik arbeitet momentan an einem Förderantrag. Dieser ist an das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung gerichtet.

„Die Prüfung wird wohl bis zu drei Monate dauern. Ich bin aber zuversichtlich, dass die ersten Bauarbeiten im Sommer starten. Es ist unser Ziel, bis Ende des Jahres mit der Kunsthalle fertig zu sein“, sagt Marius Haberland.

Gebäude stand jahrelang leer

Das Gebäude entstand 1987 und 1988. Mitarbeiter der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft „Obstbau Damsdorf“ bauten es. „Ursprünglich sollte es ein Ferienobjekt werden, dann stand es nach der Wende leer. Die Treuhand war die Eigentümerin und es ist erschreckend, wie lange die Ruine am Klostersee brach lag“, sagt der Lehniner Ortschronist Jürgen Back.

Jetzt gehört das Gebäude samt Grundstück dem Lik, Geschäftsführer Marius Haberland plant zunächst nur die Instandsetzung des Objekts. „Da ist keine Beheizung mit enthalten, kein Wasser, alles nur rudimentär. Ich bin ein Freund der schrittweisen, realistischen Entwicklung“, sagt der 39-Jährige. Anschließend will er weitere Baumaßnahmen ermöglichen.

Pläne für ein Gästehaus

Mit der neuen Kunsthalle startet die Neugestaltung des insgesamt 8000 Quadratmeter großen Lik-Erweiterungsgeländes. Als zweite Maßnahme soll die Erweiterung des Gästehauses folgen, in dem 14 bis 18 Zimmer sowie ein neuer Speisesaal mit Küche entstehen. Marius Haberland rechnet mit dem Baustart in den Jahren 2022 bis 2023, die Kosten hierfür schätzt er auf zwei Millionen Euro.

Ideen für Künstlerateliers

Anschließend sollen laut Eckhart Haisch und Marius Haberland Künstlerateliers mit Wohnbereichen am Wasser des Klostersees entwickelt werden. „Da sind wir gerade noch auf der Suche nach einer Finanzierung, denkbar wäre ein Stipendienprogramm“, kommentiert der Geschäftsführer des Lik. Er kann sich vorstellen, dass Künstler für zwei bis drei Monate in der Gemeinde Kloster Lehnin wohnen und arbeiten. Auch über ein Museum und eine Kunstbücherei denken die Männer nach.

„Die Pläne und Entwürfe sind da, doch konkret ist zunächst nur die Kunsthalle. Für mich ist es wichtig, dass die aktiven Künstler einen Ort haben, an dem sie wirken und gern hinkommen“, sagt Marius Haberland. Während er und Eckhart Haisch im Rohbau stehen, pfeift der Wind durch das Objekt.

Für das 78-jährige Gründungsmitglied der Kultureinrichtung am Klostersee geht mit der Kunsthalle ein Traum in Erfüllung. „Wir tun es für uns und die Allgemeinheit, wollen die Kultur fördern, regional und international. Das ist uns wichtig“, sagt Haisch.

Dann betrachtet das Duo eine Wand und spricht nochmal über die Fledermäuse. Sie planen einen Turm, auf dem Besucher das Leben der Fledermäuse näher kennenlernen. „Vielleicht können wir denen auch Kultur vermitteln“, sagt Eckhart Haisch, sieht Marius Haberland an und lächelt.

Von André Großmann

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