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Kloster Lehnin Filigranes trifft Stahl
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18:49 24.03.2019
In der Ausstellung mit dem Titel "Poesie und Duktus" im Lehniner Institut für Kunst und Kultur zeigt die Künstlerin Bettina Lüdicke ihre hauchzarten Arbeiten. Quelle: Rüdiger Böhme
Lehnin

Für die bildende Künstlerin Bettina Lüdicke ist die Ausstellung ihrer höchst filigranen Werke in der Galerie am Klostersee, die am Sonntag eröffnet wird, eine Premiere. Zum ersten Mal zeigt die gebürtige Hessin Figuren auf dem Wasser. Eine Skulptur wird dafür fest im Wasser verankert, eine weitere auf einem Plateau befestigt.

„Poesie und Duktus“ heißt die Schau. Sie zeigt neben den Arbeiten Lüdickes auch die Skulpturen und Malereien von Klaus Duschat. Massiver Stahl trifft Hauchzartheit. Dieses Spannungsfeld der Arbeiten beider Künstler ist ein besonderer Reiz der Ausstellung.

Bettina Lüdicke arbeitet mit Industrie-Bronzedraht und schafft daraus Figuren, die in sich beweglich sind. Quelle: Rüdiger Böhme

„Es ist ein solch wunderschöner Ort“, sagt Bettina Lüdicke. „Ich habe zum ersten Mal die Gelegenheit, zwei Arbeiten auf einem See zu zeigen. Das war schon immer mein Wunsch und meine Idee. Aber man braucht auch die Bedingungen dazu, um es umsetzen zu können.“

Die 60-jährige Berlinerin zeigt Skulpturen und Bilder. Studiert hat sie in Münchberg in Oberfranken Textildesign und anschließend an der Hochschule der Künste in Berlin. „Aus dieser Ausbildung hat sich diese Form und Technik entwickelt“, berichtet Bettina Lüdicke.

In der Ausstellung mit dem Titel "Poesie und Duktus" im Lehniner Institut für Kunst und Kultur e.V. zeigt der Künstler Klaus Duschat seine Arbeiten, die hier Eckhart Haisch präsentiert. Quelle: Rüdiger Böhme

Was wie schwarze Bindfäden wirkt, ist ein Industrie-Bronzedraht, gewickelt, geknotet, geformt. „Die Skulpturen sind fester als sie aussehen“, sagt Bettina Lüdicke. „Sie sind relativ stabil und elastisch. Es sieht nur fragil aus.“

Seit dem Studium stellt Bettina Lüdicke aus. Ihre Arbeiten waren schon in Dänemark und Schweden zu sehen. „Besonders schöne Ausstellungen sind die, wo die Arbeiten und der Ort eine stimmige Übereinkunft bekommen.“ Wie am Klostersee oder auch beim Kunstverein Oerlinghausen (Nordrhein-Westfalen) in einer früheren Synagoge.

Raumgreifend und transparent

„Meine Arbeiten haben ja viel mit Raum zu tun, wenn der Raum drumherum das noch aufgreift, ist das besonders schön. Mein Anliegen ist es, Raum zu schaffen und neu zu definieren. Ich versuche, nicht Raum zu verdrängen. Mein Wunsch ist es, dass man sich in die Skulpturen gedanklich hineinbegeben und darin bewegen kann. Das ist mein Hauptanliegen. Dass man die Dinge von innen nach außen betrachten kann. Wir sind so gewohnt, alles von außen zu sehen. Ich versuche Transparenz, dass man diese verschiedenen Sichtweisen auch nachvollziehen kann.“

Eckhart Haisch, Gründer der Galerie am Klostersee und des Instituts für Kunst und Kultur, hebt die „Poesie und Leichtigkeit“ der Werke Bettina Lüdickes hervor. „Die Arbeiten zeichnen sich durch die Räumlichkeit, das Spiel mit Licht und Schatten und die Form aus. Sie sind immer rund oder bilden Quadrate. Es ist eine Formsprache, die bei aller Offenheit und Leichtigkeit geschlossen ist. Ein sparsames Formenvokabular, das variiert. Es sind keine starren Objekte, auch wenn sie nicht direkt beweglich sind. Schon ein Lufthauch setzt sie in Bewegung. Linie, Punkt, Rund, Kreis, Körper und Quadrat. Das ist es.“

Amphitheater – 20 Kilo schwer

Schwingende und fliegende Bälle - sie stehen und hängen neben Klaus Duschats Werken. Der Bildhauer war Schüler des Meisters Bernhard Heiliger. Geboren ist Duschat 1955 in Südafrika. Er studierte in Hannover und Berlin. Er ist ein Mitgründer der Berliner Künstlergruppe Odious. „Die erlangte in den 80er Jahren eine große Berühmtheit und hat sich wie große Bands irgendwann wieder aufgelöst“, berichtet Eckhart Haisch. Die Werke Duschats „zeichnet eine Massivität und Schwere aus. Massives Material, das er findet, einbaut oder schmiedet.“ Die Werke haben etwas Architektonisches, eine ist rund 20 Kilo schwer und wirkt wie ein Amphitheater.

Das Schwere, Harte, Eckige an Formen des Bildhauers neben dem Filigranen, Runden, Weichen. All das ist nun für fünf Wochen in der Galerie zu sehen.

Ostern ist Bettina Lüdicke am Klostersee

Am Osterwochenende ist Bettina Lüdicke wieder vor Ort. „Da kann man mich treffen und ich kann den Menschen erzählen.“

Mit einem Gespräch mit den Künstlern eröffnet Eckhart Haisch am Sonntag, 24. März, die Vernissage. Sie beginnt um 15 Uhr. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 28. April.

Info: Galerie am Klostersee, Zum Strandbad 39, Kloster Lehnin. Geöffnet Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. www.galerie-am-klostersee.de

Von Marion von Imhoff

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