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Kloster Lehnin Von top bis Flop: Das sind die Spielplätze in Kloster Lehnin
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Von top bis Flop: Das sind die Spielplätze in Kloster Lehnin
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08:15 08.12.2019
Die Damsdorfer Kita-Kinder erstürmen das neue Spielgerüst. Doch wie sieht es mit der Attraktivität der öffentlichen Spielplätze der Gemeinde Kloster Lehnin aus? Die MAZ hat sich umgeschaut. Quelle: Marion von Imhoff
Kloster Lehnin

Immer wieder taucht in den sozialen Netzwerken die Frage nach schönen Spielplätzen in Kloster Lehnin auf. Die MAZ hat sich deswegen auf die Rundreise durch alle 14 Ortsteile gemacht, von Spielplatz zu Spielplatz, 18 an der Zahl, und von Sandkasten zu Sandkasten. Auch von ihnen gibt es jede Menge. Es war eine über 80 Kilometer lange Strecke kreuz und quer durch Kloster Lehnin. Das Ergebnis: Die Spielplätze reichen von toll und Daumen hoch bis zu trostlos und Daumen runter.

Eins ist klar: Spielplatz-Geräte müssen hohen Sicherheitsanforderungen genügen und sind kostspielig. Für den neuen doppelten Spielturm in der Kita Damsdorf etwa hat die Gemeinde 14.000 Euro gezahlt. Sind diese Klettergerüste marode, müssen sie demontiert werden. Dem kommt die Kommune nach, doch nicht immer klappt es schnell mit der Finanzierung neuer Ersatzgeräte.

Die Gemeinde Kloster Lehnin ist bemüht, Kindern schöne Spielplätze zu bieten. Doch nicht überall ist das bisher gelungen. Hier ist das Ergebnis der MAZ-Spielplatz-Rundreise durch alle 14 Ortsteile.

Spielturm im Hasenkamp

In Lehnin, dem größten Ortsteil, gibt es vier Spielplätze. Schön ist der kunterbunte Spielturm im Neubaugebiet Hasenkamp. Am Markgrafenplatz in Lehnins Mitte hätte Ortsvorsteher Frank Niewar gerne mehr Spielgeräte für die Jungen und Mädchen. Auch am Hohlweg sieht er dringenden Handlungsbedarf. Dort sammeln mittlerweile Anwohner Geld für neue Spielgeräte inmitten der Neubausiedlung. Immerhin, es gibt einen Rutschturm und ein Schaukeltier, der Buddelkasten sieht jahreszeitengemäß nicht einladend aus. Doch Platz gibt es dort eine Menge für neue Spielgeräte. Was fehlt, ist etwa eine Schaukel, doch die soll irgendwann vom Markgrafenplatz dorthin.

Am Mühlenteich erwartet ein Mehrgenerationen-Spielplatz Besucher. Die Geräte dort bieten aber vor allem älteren Semestern wohl jede Menge Spaß.

In Michelsdorf ist Vorsicht geboten

In Michelsdorf liegt der Spielplatz auf der Festwiese an der Tornower Straße. Von Wipptieren und einem Sandkasten, auf dessen Rand die kleinen Besucher auch bequem sitzen können, bis hin zu einem Rutschturm reicht das Angebot. Daneben gibt es Platz zum Rennen und Hinterherjagen von Bällen. Nur Vorsicht, die Straße ist nicht weit entfernt. Einen Zaun um den Spielplatz herum gibt es nicht, was bei den meisten anderen Orten auch der Fall ist. „Der Spielplatz ist klein, aber fein“, sagt Ortsvorsteher Steffen Dammann. „Die Spielgeräte werden sehr gut genutzt von den Michelsdorfer Kindern. Die Eltern achten hier auch immer auf die Sauberkeit auf dem Platz.“ An die Kommune gerichtet, sagt Dammann: „Wichtig ist, dass hier die Gemeinde erkennt, alle Ortsvorsteher mitzunehmen, um die Prioritätenliste der Spielplätze festzulegen und nicht immer nur vom Schreibtisch aus entscheidet.“

Kein Fahrradhelm auf dem Spielplatz

In Emstal gibt es zwar einen neuen Zaun, der auch mit vielen ehrenamtlichen Helfern installiert worden ist. Doch er schirmt den Spielplatz nicht zum See hin ab. Also hier dürfen gerade kleine Kinder keinen Moment aus den Augen gelassen werden, was wohl auch generell gelten sollte. Es fällt auf, dass alle Spielplätze in Kloster Lehnin vorbildlich mit Warnhinweisen ausgestattet sind, dass Kinder dort keine Fahrradhelme tragen sollten. Tatsächlich gibt es auch auf der Homepage der Gemeinde Kloster Lehnin den entsprechenden Warnhinweis, dass sich Kinder sonst leicht erdrosseln könnten mit Verweis auf einen tödlichen Unfall dieser Art in Westdeutschland.

Es gibt auf dem Gelände neben der Emstaler Feuerwehr einen schönen Kletterturm unter anderem und sogar eine Affenschaukel, in die man auch kleine Kinder legen kann, um sie hin und her zu wiegen.

Alle Spielplätze gut gepflegt

Alle Spielplätze sind sehr sauber und gepflegt, die Mülltüten frisch geleert. Nur am DamsdorferTobeplatz liegt eine Plastikflasche herum. Doch das ist die große Ausnahme beim MAZ-Spielplatz-Check und niemandem außer dem, der sie dort entsorgt hat, vorzuwerfen. Die Mitarbeiter des Bauhofes machen offenbar sehr regelmäßig und fleißig ihre Runden.

Der Damsdorfer Spielplatz gehört zu denjenigen, die etwas trostlos wirken. Zwar gibt es dort sogar eine Kleinkind-Schaukel, was selten ist, doch kein tolles Klettergerüst lockt dort die Kinder hinter dem Ofen vor. Immerhin: Ein kleiner Balken lädt zum Balancieren ein, auch das hat Seltenheitswert auf den Kloster Lehniner Spielplätzen.

Reckahn hofft auf Ersatz

In Reckahnhat die Gemeinde mehrere Spielgeräte an der Feuerwehr abbauen müssen, weil sie in die Jahre gekommen und nicht mehr sicher waren. Nun hofft der Ortsbeirat laut Ortsvorsteher Klaus Perle seit Längerem dringend auf Ersatz. Immerhin: Ein schönes Klettergerüst aus Holz steht noch.

In Krahne macht der Spielplatz schon einen ganz anderen Eindruck. Er liegt am Dorfanger mit Schaukel, Kletter- und Rutschturm und Wipptier. Sandkastenspielzeug in der Buddelkiste zeigt, dass hier fleißige Kuchenbäcker gerne am Werk sind. Dazu gibt es eine Schaukel und nicht weit überdachte Sitzgelegenheiten, die Schatten und Picknickmöglichkeiten bieten. Das Highlight dürfte die Seilbahn sein, die auch Grundschulkindern mit viel Schwung eine Sausefahrt bietet. Keiner der anderen Spielplätze in Kloster Lehnin kann das aufbieten.

Mit Schaufelbagger und Laster

InRädelfinden die Besucher den Spielplatz am Ende des Sackgassendorfes am Tornower Weg. Wäre es nicht am Morgen eines regnerischen Dezembertages, dass die MAZ vorbeischaut, es wären sicher Kinder anzutreffen gewesen. Schaufelbagger und Sandkasten-Laster liegen zum Spiel bereit. Kletterturm, Schaukel, Rutsche und Wipptier gehören hier zur Ausstattung.

In Netzen befindet sich der Spielplatz neben der Feuerwehr und passenderweise gegenüber dem Kindergarten in der Konsumgasse inmitten einer großen Wiese. „Der Zustand und die Ausstattung sind wirklich unbefriedigend und wir möchten diesen Spielplatz unbedingt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Dorf- und Feuerwehrverein Netzen und Sponsoren vergrößern und optisch und technisch aufwerten“, sagt Netzens Ortsvorsteher Jens Wiedecke. „Dieser Spielplatz liegt mitten im Dorf und wird viel genutzt.“

Platz in Nahmitz wirkt etwas verloren

So versteckt, dass ihn auch drei Einheimische nicht kennen, die die MAZ nach dem Weg fragte, liegt der Nahmitzer Spielplatz. Er befindet sich hinter dem Ärztehaus an der Bushaltestelle und ist von der Straße aus nicht zu sehen. Er gehört, offen gesagt, zu den Flops auf der Spielplatz-Reise. Zwar gibt es zwei Schaukeln, eine Wippe, aber das Schaukel-Tier hat wohl schon vor Jahren seine Farbe verloren. Insgesamt wirkt der Platz etwas verloren.

In Trechwitz liegt der Spielplatz an der Neusiedlerstraße. Er wirkt selbst im Dezember viel einladender mit verschiedenen Spielgeräten.

Der Göhlsdorfer Spielplatz zählt zu den schönsten von Kloster Lehnin. Seine Geräte wirken neu, es gibt sogar ein Drehkarussel. Ein Zaun schirmt das Areal von der Ortsdurchfahrt ab.

Tolles Angebot auch für Jugendliche

Auch der GrebserSpielplatz ist top. Er liegt neben dem Dreiseitenhof, sodass Museumsbesucher dort auch für ihre Kinder Spielmöglichkeiten finden. Sogar eine Tischtennisplatte fehlt nicht – ein tolles Angebot, das auch Grundschulkindern und Jugendlichen gefällt.

DerRietzer Spielplatz hat erst im Juni einen neuen Kletterturm bekommen, den Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner zusammen mit den Kindern und der Ortsvorsteherin eingeweiht hat. Den Zustand der Geräte generell auf den kommunalen Spielplätzen ist nach Angaben von René Paul-Peters von der Stabsstelle des Bürgermeisters „überwiegend gut“. Ob es einen neuen Spielplatz irgendwo geben wird, sei eine Frage der Haushaltsdiskussion. Es gebe Bürgerwünsche nach weiteren Spielplätzen, sagt Peters. „Die Verwaltung steht mit den Ortsvorstehern dazu in Kontakt.“ Wichtig ist sicher auch die Aufwertung bestehender Spielareale mit neuen Geräten.

Riesiges Areal in Prützker

Die kleinen Prützker finden ihr Spiel-Eldorado auf der Festwiese neben der Feuerwehr. Das Areal liegt in einer Senke und ist riesengroß. Die Spielgeräte bieten Abwechslung, der Kletterturm sieht aus wie neu und nebenan gibt es sogar einen Fußballplatz: Die Anlage ist top, Daumen hoch.

Fazit des Spielplatz-Checks: Die Gemeinde ist um die Spielplätze bemüht, jeder Ortsteil hat ein solches Angebot, einige der Areale sind jedoch in die Jahre gekommen und bräuchten dringend eine Modernisierung. Schön ist, wenn es auch Tischtennisplatten gibt. Doch fast alle Spielplätze sind für kleine Kinder gedacht. Was fehlt, sind Tobe-Möglichkeiten für größere Kinder bis 12, 13 Jahre, denn auch die klettern und hangeln gern. Spielgeräte dafür bietet übrigens der Spielplatz auf dem Marienberg in Brandenburg an der Havel, der freilich mit viel Geld der Bundesgartenschau 2015 entstanden und wohl nicht vergleichbar ist mit normalen Spielplätzen. Ein Ausflug dorthin lohnt stets. Familien in Kloster Lehnin und Ausflüglern ist eine Entdeckungstour der Spielplätze zu empfehlen, vielleicht liegt ja der Lieblings-Tobeplatz im Nachbardorf und damit gar nicht so weit entfernt.

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Von Marion von Imhoff

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