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Kloster Lehnin Weil die Baupreise explodieren, lassen die Netzener lieber die Finger vom Abwasser
Lokales Potsdam-Mittelmark Kloster Lehnin Weil die Baupreise explodieren, lassen die Netzener lieber die Finger vom Abwasser
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10:39 30.10.2019
Für Netzen wird eine Abwassererschließung immer fraglicher. Quelle: Uwe Klemens
Netzen

Eine zentrale Abwasserentsorgung für Netzen ist sehr wahrscheinlich in weite Ferne gerückt. So das Fazit einer Einwohnerversammlung in dieser Woche. Hauptgrund ist eine Explosion der Baupreise. Noch im Jahr 2016 wurden die Kosten mit 2,6 Millionen Euro kalkuliert. Aktuell würde die Investition nach Angaben des Wasser- und Abwasserzweckverbandes „Werder-Havelland“ (WAZV) rund 5,5 Millionen Euro betragen.

Höhere Beiträge und Gebühren

Zwar hat der WAZV diese Summe im Wirtschaftsplan für die Jahre 2020 und 2021 eingeplant, doch die Verdopplung der Kosten würde spürbar auf die Anschlussbeiträge und die Mengengebühr durchschlagen. Der Kubikmeterpreis für Schmutzwasser liegt derzeit bei zentral entsorgten Kunden bei 3,64 Euro. Durch eine Erschließung Netzens wäre mit einer Steigerung im Tarifgebiet Lehnin um rund einen Euro pro Kubikmeter zu rechnen. Vermutlich würde sich auch der Anschlusspreis je Quadratmeter anzurechnender Fläche von derzeit 4,35 Euro deutlich erhöhen.

Netzens Ortsvorsteher Jens Wiedecke. Quelle: Rüdiger Böhme

Die Reaktion der Netzener auf diese Zahlen fiel entsprechend zurückhaltend aus. „Für den Bau der Netzener Abwasseranlage haben bei einer Probeabstimmung während der Einwohnerversammlung nur eine geringe Zahl der anwesenden Bürger gestimmt“, informierte Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner auf Nachfrage. Der Netzener Ortsvorsteher Jens Wiedecke kündigte gegenüber der MAZ eine nochmalige Befragung aller rund 200 Haushalte durch eine Hauswurfsendung an. „Der Ortsbeirat will sich vor einer Beschlussempfehlung an die Gemeindevertretung einen genauen Überblick über den Willen der Bürger verschaffen“, so Wiedecke.

Viele Gründe

Für die deutliche Verteuerung einer Abwasser-Erschließung geben die Planer folgende Gründe an: die denkmalgeschützte Dorfstraße erfordere den Bau der Kanalisation in einem gesteuerten Rohrvortriebsverfahren. Zudem müssten Hausanschlüsse auf einer Straßenseite unterirdisch gebohrt und die Bauarbeiten im Bereich der Dorfstraße archäologisch begleitet werden. Zudem müsste wegen des schwierigen Baugrundes Grundwasser abgesenkt werden. Die Hälfte des Schmutzwasserkanals müsste möglicherweise im Grund -und Schichtenwasser verlegt werden. Außerdem werden gestiegene Bau- und Materialkosten angegeben.

Von Frank Bürstenbinder

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