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Kloster Lehnin Ehrenamtlicher Retter: Helmut Schulze ist seit 63 Jahren Feuerwehrmann aus Leidenschaft
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09:03 08.02.2020
Helmut Schulze sitzt am Steuer eines T8FW-Tanklöschfahrzeugs aus dem Jahr 1999. Quelle: André Großmann
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Grebs

Flammen breiten sich im Wald am Mühlenberg aus, ein heftiger Brand erschüttert 1976 die Region um Grebs. „Es war sehr warm und windig und die Rauchschwaden von der Autobahn sichtbar. Plötzlich drehte sich der Wind, ein Gewitter kam auf und der Regen setzte ein. Doch es hätte auch ganz anders ausgehen können“, sagt Helmut Schulze.

63 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr

Der gebürtige Grebser ist seit 63 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und spricht über sein Ehrenamt. „Das ist schon mein Leben. Damals war es schließlich normal, dass sich die Jungen im Ort engagieren“, sagt der 81-Jährige.

Helmut Schulze ist seit 1957 Mitglied der Grebser Feuerwehr. Quelle: André Großmann

In den Sechzigerjahren baut er mit Kameraden im Ort Gehwege aus und kniet dafür auf dem Boden, um voran zu kommen. „Wie viele Meter es genau waren, weiß ich nicht mehr, aber alles entstand durch Eigeninitiative. Wir haben vielleicht um die 80 Prozent der Wege in Grebs gestaltet“, sagt Schulze.

Wohnungsbrand durch Heizdecke

Er geht durch die leere Umkleidekabine im Feuerwehrgerätehaus, greift einen Helm und erinnert sich an einen Wohnungsbrand im Jahr 1981. „Das war in der damaligen Prützker Straße. Dabei entzündete sich eine Heizdecke, weil eine Frau vergessen hatte, den Stecker der Decke zu ziehen. Kinder haben oben geschlafen, wir rückten aus, Kameraden schmissen die Klamotten der Bewohner aus dem Fenster, weckten sie und löschten den Brand. Glücklicherweise wurde niemand verletzt“, sagt der ehemalige Wehrleiter.

Bei einem Getreidebrand im Sommer 1999 rückt er mit anderen Helfern im Unimog aus. Einsatzkräfte aus Prützke, Golzow und Grebs sind ebenfalls dabei und bekämpfen gemeinsam die Flammen. „Meistens hatte ich Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist“, kommentiert Helmut Schulze.

Wunschlos glücklich in Grebs

Bescheidenheit ist für ihn eine Tugend, er sucht keinen großen Auftritt. Weil ihm Ordnung wichtig ist, fegt der Rentner nach Veranstaltungen regelmäßig den Vorplatz des Feuerwehrgerätehauses und sorgt so für Sauberkeit. „Ich räume immer auf. Wir Älteren werden von den Jüngeren auch zu Feten eingeladen und gehören dazu, deshalb revanchieren wir uns“, sagt der Vater von zwei Söhnen.

Sein Geburtsort lässt ihn nicht los, im Kloster Lehniner Ortsteil ist Helmut Schulze „wunschlos glücklich“. In den Siebzigerjahren arbeitet der gelernte Tiefbauer im Potsdamer Stadtteil Am Stern und erhält das Angebot, in die brandenburgische Landeshauptstadt zu ziehen.

„Doch ich war nicht interessiert und wollte in meiner Heimat bleiben. Hier haben wir immer eine super Truppe, haben Feten gefeiert, Busfahrten gemacht und soviel erlebt“, sagt der 81-Jährige. Kurz darauf gesteht der Grebser, dass er zunächst kein Wehrführer werden wollte. Nach fünf Jahren im Ehrenamt übernimmt er den Posten schließlich im Jahr 1962 doch und bleibt 30 Jahre Wehrführer.

Hoffnung auf Nachwuchs

Der Grebser lächelt, als er ein Bild von der Eröffnung des Feuerwehrgerätehauses im Juli 1999 erblickt. Helmut Schulze ist glücklich darüber, was die Kameraden gemeinsam erreicht haben und hat noch einen Wunsch. „Ich hoffe, das junge Menschen Lust auf dieses Ehrenamt haben. Es ist wichtig, um andere zu schützen und ermöglicht Hilfe im Notfall“.

Dieses Bild zeigt die Mitglieder Freiwilligen Feuerwehr Grebs am 23. Juli 1999. Quelle: privat

Der 81-Jährige betont, dass die Grebser Feuerwehr während der Siebziger- und Achtzigerjahre eine Frauengruppe hatte. Hier half auch seine Ehefrau Annemarie aus, die Liebe seines Lebens, mit der er seit 59 Jahren verheiratet ist.

Aktuell engagieren sich zehn Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr, bis zum Mauerfall waren es um die 20. „Es muss aber immer weiter gehen“, sagt Helmut Schulze und läuft aus dem Feuerwehrgerätehaus. Mehrmals pro Woche spaziert der Rentner durch seinen Heimatort, auch an einem Gymnastikkurs nimmt er noch teil. „Ich werde älter und bewege mich, um fit zu bleiben“, sagt der 81-Jährige.

Wünsche für das Jahr 2020

Der Grebser hat noch Träume und Ziele im Leben. Jedes Frühjahr reist er mit seinem Freund Eberhard Schulze zur Kur an die polnische Ostsee und entspannt dort. Für dieses Jahr wünscht sich Helmut Schulze zwei Dinge. „Die Grebser Feuerwehr soll so lange wie möglich bestehen und die Region von Waldbränden verschont bleiben, das hoffen wir wohl alle.“

Von André Großmann

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