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Kloster Lehnin Filmdienstleister Jola-Rent kommt nach Damsdorf und investiert eine Million Euro
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12:26 07.02.2020
Mitarbeiter des Filmdienstleister Jola-Rent treffen während einer Drehpause den Oscar-Preisträger Anthony Hopkins (Bildmitte). Quelle: privat
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Damsdorf

„Babylon Berlin“, die preisgekrönte Netflix-Serie „Sense 8“ und Kino-Kassenschlager wie „Fack ju Göthe 3“ locken Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Der Filmdienstleister Jola-Rent beteiligt sich an allen drei Produktionen und insgesamt mehr als 700 Drehs.

Das Unternehmen investiert eine Million Euro und kauft ein 8.000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem früheren Gelände der Damsdorfer Kaserne.

15 neue Arbeitsplätze

Jetzt hat das Unternehmen ein 8000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem früheren Gelände der Damsdorfer Kaserne gekauft. „Inklusive aller Baumaßnahmen wird es wohl eine Investition in Höhe von einer Million Euro in den kommenden Jahren“, sagt Geschäftsführer Joachim Langen.

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Er will bis zu 15 neue Arbeitsplätze schaffen, für Kfz-Meister, Elektriker, Metallbauer und Schreiner. Derzeit laufen die Bauanträge für die Gebäude, in den nächsten Wochen sollen Parkflächen entstehen, im zweiten Halbjahr Werkstattgebäude.

Verkehrsanbindung entscheidet Standortwahl

Seit Jahren plant die kommunale Entwicklungsgesellschaft mit dem Areal als Jobmotor für die Region. Momentan hat der Filmdienstleister Niederlassungen in Berlin, Frankfurt am Main und im bayrischen Mammendorf. Wieso entscheidet sich Jola-Rent für den neuen Standort in der Gemeinde Kloster Lehnin?

„Die Nähe zu Berlin, der Autobahn und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind hier super. Mich hat der Bürgermeister der Gemeinde, Uwe Brückner, beim Packen seiner Urlaubskoffer angerufen, das hat mich beeindruckt“, sagt Joachim Langen der MAZ.

Frisiersalon im LKW

Sein Unternehmen bietet Filmteams unter anderem Garderobenmobile für Schauspieler, Catering, Fahrzeuge und Rettungsdienste. „Wir bauen auf der grünen Wiese eine Stadt, die selbstständig funktioniert. Dazu holen wir uns Fahrzeuge, die leer sind, gehen in unsere Werkstatt und bauen sie anschließend nach den Vorstellungen des Filmteams um“, sagt der gelernte Kaufmann.

Er betont, dass sein Job aufregend ist, weil jeder Tag anders sei und neue Herausforderungen biete. Der 56-Jährige bespricht bei jedem Projekt mit der Crew, was diese braucht. „Alles ist möglich, wir haben schon einen Frisiersalon und eine Großküche im Lkw eingerichtet, um 150 Leute zu verpflegen“, sagt der Kölner. Bei jedem Umbau denkt er strategisch, eine Puzzlearbeit beginnt.

Treffen mit Anthony Hopkins

Zur größten Herausforderung wird das Gewicht des Fahrzeugs. „Garderobenmaterial und Küchengeräte sind schwer. Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich bei einer Produktion im Sommer Darsteller habe, die nur leichte Kleidung tragen oder einen Film zum Mittelalter mit schweren Kostümen“, sagt der Investor.

Aktuell gehören 200 Fahrzeuge zum Fuhrpark des Unternehmens. In den Drehpausen treffen Mitarbeiter auch auf Filmstars wie Katharina Thalbach und Oscar-Preisträger Anthony Hopkins. „Er ist absolut geerdet, schätzt die Arbeit der Helfer und begrüßt jeden am Drehort mit Handschlag. Das ist nicht immer so“, kommentiert Joachim Langen.

Herausforderung „Babylon Berlin

Zu seinen bislang größten Herausforderungen zählt die Arbeit an der preisgekrönten Serie „Babylon Berlin“. Bei jeder Staffel hatten die Filmdienstleister pro Tag 40 Fahrzeuge im Einsatz, darunter Masken- und Garderobenmobile, zehn Aufenthalte für Künstler, Toilettenwagen und Stromgeneratoren.

Inszenierter Busunfall

Doch die Fahrzeuge von Jola-Rent sind auch Teil des Drehbuchs. Bei einem inszenierten Busunfall der Serie „Familie Dr. Kleist“ stellt die Firma zwei Feuerwehrfahrzeuge, Rettungs- und Notarztwagen. Geschäftsführer Joachim Langen ist auch Feuerwehrmann und will mit der Hilfsorganisation @fire vor der Waldbrandsaison an Katastrophenschutzübungen in Kloster Lehnin teilnehmen.

Als Willkommensgeschenk spendet der 56-Jährige der Kloster Lehniner Gemeindefeuerwehr eine Wärmebildkamera, die bei der Suche von vermissten Personen und nach Glutnestern eingesetzt wird. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Gemeindewehrführer Thomas Preuschoff.

Filmdreh in Lehnin möglich

Joachim Langen plant in den nächsten Wochen und Monaten eine Erkundungstour durch die Gemeinde Kloster Lehnin. Einen Filmdreh in der Region schließt er auf MAZ-Nachfrage nicht aus. „Man weiß ja nie, was als Nächstes kommt“, sagt der 56-Jährige. Dann muss er weiter, die nächsten Projekte in Köln, Österreich und im Münchener Umland warten.

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