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Kloster Lehnin Für die Region Kloster Lehnin ist es ein Schlag
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08:15 14.12.2019
Die Lehniner Kliniken: Dazu gehörte bisher eine Klinik für Geriatrische Reha und eine für Innere Medizin. Letztere wird es nicht mehr lange geben. Quelle: Frank Bürstenbinder
Lehnin

Vor 17 Jahren, im Dezember 2002, feierte Lehnin die Eröffnung des Krankenhaus-Neubaus. Wie ein Löwe gekämpft um den Erhalt dieses traditionsreichen Krankenhaus-Standorts hatte der frühere Vorsteher des Luise-Henrietten-Stifts, Pfarrer Dieter Paul. Von einem Wunder von Lehnin war die Rede. Unterstützt wurde Paul von der 2001 verstorbenen früheren Gesundheitsministerin Regine Hildebrandt.

Nun, 17 Jahre später, hat das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin als Träger beschlossen, dass das Krankenhaus für die Allgemeinbevölkerung samt Notaufnahme geschlossen werden soll. Es steckt seit zehn Jahren in den roten Zahlen. Was bleibt, ist eine Geriatrische Rehaklinik, die offenbar auskömmlich finanziert ist und eine Station für Palliativmedizin.

Anfangs nur Gerüchte

Im Oktober waren es noch Gerüchte, dass die Rettungsstelle vor dem Aus steht. Nun wird es 2020 so kommen, sollten die Krankenkassen und das Land den Plänen des Krankenhaus-Betreibers zustimmen. In Lehnin wurden voriges Jahr 254 Notfälle behandelt, in diesem Jahr waren es mit Stand Oktober 190. Keine unerheblichen Zahlen.

Das Diakonissenhaus möchte die Innere Klinik mit 55 Betten schließen und die Bettenzahl der Geriatrische Rehabilitation dafür von 70 auf 100 erhöhen. Statt eines Krankenhauses wird es auf dem Stiftsgelände nur noch eine Reha-Klinik für ältere Menschen und eine Palliativklinik geben. Wer Bauchschmerzen hat, muss künftig nach Brandenburg, Bad Belzig oder Potsdam fahren. Natürlich gehören zu einem Krankenhaus in der Regel viele Abteilungen, Innere, Kardiologie, Gynäkologie, Kinderheilkunde, Chirurgie etwa. Davon fehlte viel, es gab nur die Innere und die Palliativmedizin in diesem Krankenhaus. Vielleicht war das von Anfang an der große Fehler, denn um die Chirurgie war auch gekämpft worden.

Tatsächlich ein Wunder

Für die Region ist es dennoch ein Schlag. Sie verliert ein Krankenhaus, das zumindest gefühlt doch eines für die Grund- und Nahversorgung war. Jahrelang war Ende der 90er Jahre um den Standort gerungen worden. Die Eröffnung des Millionen Euro teuren Neubaus mit zwei Kliniken war tatsächlich ein Wunder, lange Zeit hatte es nach einer Schließung ausgesehen.

Die Unternehmensspitze des Diakonissenhauses weiß, wie die Bürger die Nachricht aufnehmen werden. Die Mienen von Pfarrer Matthias Blume als Theologischer Vorstand und Christiane Neumann als Geschäftsführerin im Gesundheitsbereich sprachen am Donnerstag Bände. Den 190 Beschäftigten, zwölf davon sind Ärzte, gaben sie eine Arbeitsplatzgarantie. „Wir gehen davon aus, dass wir das Personal komplett übernehmen. Mal davon abgesehen, ob die Mitarbeiter in jedem Fall den neuen Schritt machen werden“, sagte Christiane Neumann. Denn tatsächlich kann es passieren, dass einige frustriert das Handtuch werfen, wenn es keine Innere mehr geben wird, und sich woanders einen Arbeitgeber sucht.

Diakonissenhaus verteidigt Plan

„Dieser Plan gibt dem Gesundheitsstandort Kloster Lehnin eine Perspektive“, sagt Blume. „Das, was wir hatten, ist keine Perspektive.“ Drastische Worte. Für die Menschen in der Region ist es ein Déjà-vu an die 90-er Jahre, als sie um den Standort zittern mussten.

Jetzt, 17 Jahre später, wird das kleine Krankenhaus auf dem Lande tatsächlich geschlossen, die Reha-Klinik bleibt übrig.

Von Marion von Imhoff

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